Daredevil (2003)

Daredevil (2003)

Oder: i dare you, devil!

Daredevil

Nichtsehen und gesehen werden

Diesmal mutiert unser soon-to-be Held nicht durch irgendwelche Strahlung oder genmanipulierte Spinnen, sondern, auf höchst konventionelle, ja fast ordinäre Verätzung mit Chemikalien. Diese raubt dem schmächtigen Matt Murrdock im Alter von zwölf Jahren (Scott Terra) zwar das Augenlicht, schärft dafür seine restlichen Sinne. So "sieht" der fortan Blinde durch eine akustische Radar-Vision, was ihm das Leben ungeheim erleichtert. Und das ist auch gut so, denn er hat nur eines im Sinn: Rache für seinen ermordeten Vater (David Keith) und kämpft seither für die Gerechtigkeit und das Gute. Wem hier (wieder?) Spiderman in den Sinn kommt, dem sei nochmals gesagt: NEIN, er wurde nicht von einer Spinne gebissen.

Daredevil

Mikado mal anders...

Jahre vergehen - Matts Kräfte bleiben. Tagsüber als Anwalt zusammen mit seinem Partner Franklin Nelson (John Favreau) für Bedürftige tätig, verprügelt (und mehr!) er des Nachts als ebenso mysteriösen wie akrobatischen "Daredevil" die Bösen in New York's Quartier "Hell's Kitchen"... Soweit - so gut.

Und als ob das nächtliche Heldentum nicht spannend genug ist, prügelt sich Matt auch tagsüber gerne, und wenn's nur darum geht aus Elektra Natchios (Jennifer Garner) ihren Namen herauszuprügeln. Das scheint jedoch zu gefallen, also verliebt man und frau sich grad noch. Blind vor Liebe? Humm...

Daredevil

"Lass uns Bowlen gehen!"

Doch nun ist endlich Zeit für den Auftritt der richtig bösen Jungs. Alles Schlechte scheint sich, so sagt man uns jedenfalls mehrfach, in "Kingpin" Fisk (Michael Clarke Duncan) zu manifestieren. Und siehe da, der Fiesling lässt tatsächlich durch Bullseye (Colin Farrell) nicht nur Elektra's Vater umbringen, sondern ordert auch Elektra's Tod.

Doch soweit will es Daredevil natürlich nicht kommen lassen.
Ist doch klar.


Kinofilm-Rating

Der Kampf Spiderman vs. Daredevil ist entschieden. Gewonnen hat - durch technisches K.O. in der ersten Runde - ... Spiderman!

Zugegebenermassen hat Spiderman "Heimvorteil", immerhin ist er auch hierzulande als Comic bekannt. Von Daredevil hab ich erstmals im Zusammenhang mit dem eben gesehenen Film gehört. Doch man ist für alles neue zu haben und akzeptiert gerne einen neuen Held als Idol. Wenn sich aber während des Movies mehr Sympathien für die Bösen - im konkreten Fall für Bullseye - als für den Guten entwickelt, so ist definitiv etwas falsch.

Und bei Daredevil sind leider gleich mehrere Sachen falsch:

Problem Nummer 1: Ben Affleck. Diesem gut aussehende Sunnyboy nimmt man mit bestem Willen leider nicht den dunklen, von Hass geprägten Charakter von Daredevil ab. Schauspielerische Leistungen zwar passabel, aber nicht überzeugend. Immerhin hat er die meiste Zeit eine Sonnenbrille oder Maske an, so stört sein ewiggleicher Blick nicht allzu sehr.

Problem Nummer 2: lasche Story. Voraussehbar und *gähn*. Dazu kommt ein grauenhafter Schnitt - wie viele Szenen da der Schere zum Opfer fielen lässt sich leider nur erahnen. Passend schlecht dazu leider die musikalische Untermalung.

Problem Nummer 3: die Action. Daredevil kommt zwar brutaler daher als vergleichbare Helden, doch die Kämpfe wirken zu stark choreographiert und zu wenig spontan. Hey, schliesslich ist das hier nicht Wrestling sondern (s)ein Kampf um Leben und Tod!

Und doch, so ganz schlecht ist Daredevil nicht. Nicht zuletzt dank der zugegebenermassen cool gemachten akustischen Visualisierung, die für einmal auch nach dem x-ten Anwenden nicht langweilig wird. Doch so richtig zu überraschen vermag Colin Farrell als Hitman "Bullseye". Ihm sieht man den Spass an seiner Rolle an und stiehlt damit Affleck/Daredevil in jeder Szene die Show!

Schade, richtig grossen Eindruck wird Daredevil wohl nicht hinterlassen. Tja, bleibt zu schauen wie sich Hulk diesen Sommer schlagen wird...

2.8 Sterne
2.8 Sterne (120 Bewertungen) | 11 Kommentare

3.0 Sterne3 von 0.0-6.0
05.03.2003 / th