Coronado (2003)

Coronado (2003)

Oder: Ich bin ein Waffenhändler, holt mich hier raus!

Coronado

Gimli is my brother, you know...

Claire (Kristin Dattilo) und Will (Michael Lowry) sind verlobt. Als Will kurzfristig geschäftlich in die Schweiz fliegen muss, vergisst er doch tatsächlich ein paar Dokumente zuhause, was Claire als Anlass nimmt, ihrem Schnuckel hinterher zu fliegen. Hä ja, in die Schweiz, zu den Schöggelis, dem Fondue und den herrlichen Bergen. Also, hopp dä Bäse, ab in den Flieger und schwupp ist man in Zürich.

Doch siehe da. Der Ehemann in Spe ist keineswegs in die Schweiz geflogen, sondern nach "El Coronado", einem kleinen Land in Zentralamerika. Claire, wütend und enttäuscht, reist ihm aber auch dahin hinterher und muss sogleich feststellen, dass sich das Land im Umschwung befindet. Eine Revolution steht an, um den Präsidenten (John Rhys-Davies) abzulösen.

Coronado

Endlich mal kein Stau und dann sowas....

Auf der Suche nach ihrem Verlobten, macht Claire die Bekanntschaft eines Fernsehreporters, namens Arnet McClure (Clayton Rohner), der sie ein bisschen unter die Fittiche nehmen will. Zwar gifteln sich die Beiden in jeder Szene an, aber man darf darauf hoffen, dass sich da etwas Romantisches anbahnt.

Anyway, der Verlobte wurde entführt (so sagt mans Claire auf jeden Fall) und nun ist sie mit dem Reporter in einem kleinen Transporter unterwegs ins Rebellengebiet. Er weils da eine preisverdächtige Story daraus geben soll und sie um ihren Verlobten zu retten. Doch bis das bittere Ende kommt, ists noch ein langer Weg. Und mit Rebellen ist nicht zu spassen, oder?


DVD-Rating

Coronado? Ist das nicht ein Glacé? Ach, nicht? Was? Ein Film? Von einem Schweizer? Mit einem Schauspieler aus Lord of the Rings? Ja, und wieso kenn ich den nicht? Na, diese Fragen sind relativ einfach zu beantworten. Denn obwohl der Schweizer Claudio Fäh hier seine Finger im Spiel hatte (er führte Regie), schaffte es der Film nicht auf die grossen Schweizer Kinoleinwände. Auch beim grossen, nördlichen Bruder Deutschland floppte die Abenteuergeschichte. Und so hofft man jetzt auf eine genügende Auswertung auf dem DVD-Markt.

Ohne Kenntnis der Geschichte und kaum mit Hintergrundinformationen ausgestattet hab ich mir also Coronado mal angeschaut. Und muss sagen, dass er zurecht kein Hit geworden ist. Denn auch wenn man anfänglich eine Maschine der Schweizer Fluggesellschaft sieht und auch sonst das Zürcher Limmatquai kurz durchs Bild rast, der Film packte mich nicht. It's as simple as that.

Die Geschichte ist okay, auch wenn man natürlich davon ausgehen kann, dass nichts spezielles passiert bis zum Ende und sich die richtigen Zwei schlussendlich um den Hals fallen. Dazwischen gibts ein bisschen Indiana Jones Feeling und Action, die zeitweise durchaus zu überzeugen mag. Vor allem die eine Szene mit dem Helikopter, der unter dem Wasserfall hervorfliegt, fand ich sehr gelungen. Aber das wars dann schon.

Was wollte man eigentlich für eine Sorte Film machen? Für einen actionhaltigen Abenteuerfilm ists mir zu fad. Für eine abenteuerliche Komödie ists mir zu unwitzig. Es ist weder das Eine noch das Andere. Ein durchschnittliches Stück Kino, dass nicht weiss, als was es schlussendlich präsentiert werden soll. Auch wenn mit minimalen finanziellen Mitteln sicherlich das Optimum herausgeholt wurde, so hätte man eventuell den einen oder anderen Panzer oder Helikopter beiseite schieben sollen und eine Stunde mehr über der Geschichte gebrütet. Denn da fehlte es zwischendurch doch mächtig und man wähnte sich im Abendprogramm eines deutschen Privatsenders.

Fazit: Coronado ist nicht schlecht, aber auch keinesfalls gut. Halt so ein Mittelding, dass man nicht unbedingt gesehen haben muss. Beim Interview kann der Interessierte noch einige Hintergründe zum Film nachlesen. Wie erwähnt, ist es schwierig, mit den kleinen finanziellen Mitteln, die hier zur Verfügung standen, einen grossen Film zu machen. Dass es in meinen Augen (noch) nicht geklappt hat, sollte keinen vom Team irgendwie abhalten, weiter diesen Weg zu gehen. Denn gute Ansätze waren allemal da. Halt einfach nicht genug.

Die DVD macht Lust auf den Film, denn die Animationen zum Menu sind sehr vielversprechend. Natürlich sind einige Extras drauf, auf die sich ein Blick lohnt. Da wäre ein Making-of, das uns hinter die Kulissen führt und das mit den Kommentaren vom Regisseur und den Produzenten aufwarten kann. Das dauert ca. 30 Minuten, wobei das Ganze wirklich enorm interessant ist. Ein Feature über die Special-Effects vermag auch zu überzeuge. Was "echt" und was "falsch" ist, wird hier gezeigt. Blue- und Greenscreen dominieren dieses Feature. Dauer, ca. 23 Minuten. Dann gibt es die üblichen Verdächtigen, wie Trailer, Teaser und ein Videoclip von Heath Hunter , der dem einen oder anderen vielleicht noch ein Begriff ist. Ich kannte ihn und war überrascht, dass der immer noch Musik macht. Den Abschluss macht eine Programmvorschau auf diverse Filme des Verleihers, von denen mir persönlich jedoch keiner so richtig bekannt war.

Zu allem Überfluss hat man es nicht geschafft, Untertitel zu platzieren. So bleibt dem Zuschauer entweder die deutsche Version, in der alle Rebellen mit grässlichem spanischen Akzent reden oder die englische Originalversion, die aber ohne Untertitel wahrscheinlich auch nicht gerade das Einfachste ist. Schade, schade....

3.6 Sterne 3.0 Sterne
3.6 Sterne (15 Bewertungen) | 1 Kommentar

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21.11.2004 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 05.11.2004

  • Bildformat: 1:1.78
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 2.0 Stereo)
  • Untertitel: KEINE!!
  • Extras: Making-of, Deleted Scenes, Musikvideo, Trailershow, Special-Effects-Featurette