Coffee and Cigarettes (2003)

Coffee and Cigarettes (2003)

Oder: Da werd ich ja ganz kribbelig....

Während man jahrelang von "Kaffee und Kuchen" geredet hat, bringt Regisseur Jim Jarmusch und eine Alternative. Anstatt süsses Gebäck, sinds hier Zigaretten. Und dass der Kaffee schwarz ist und die Zigaretten stark, ist klar. Denn nur so kommen die Leute auf Touren und nur so werden sie gesprächig.

Coffee and Cigarettes

Ische wille lieber eine Macchiato, per favore....

11 Episoden lang wird erzählt, geraucht, erzählt, geplappert, getrunken und schlussendlich nochmals eine geraucht. Da sitzt ein Roberto Benigni auf dem Stuhl und versteht kaum, was sein Gegenüber von sich gibt. Da treffen sich Iggy Pop und Tom Waits zum nichtssagenden Gespräch. Alfred Molina versucht Steve Coogan davon zu überzeugen, dass sie Cousins sind. Cate Blanchett spielt gleich zwei Rollen und Bill Murray trinkt während seines Gesprächs mit dem Wu-Tang-Clan (oder mindestens 2 Mitgliedern davon) das schwarze Gebräu gleich aus der Kanne.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann trinken und plaudern und rauchen und plaudern und trinken sie noch heute....


DVD-Rating

Von Jim Jarmusch kenne ich nicht viel. Seine weissen Haare, sein Down by Law und die Auftritte in Blue in the Face oder Sling Blade. Da aber solche Episodenfilme eigentlich immer recht amüsant sind und sich die hochbezahlten Schauspieler meist besser in Szene setzen können, wenns ein kleines Projekt ist, war ich auch auf dieses Werk gespannt.

Das Problem bei solchen Filmen mit kleinen, in sich abgeschlossenen Geschichtchen, ist natürlich die Qualität der einzelnen Episoden. Selten schafft man es, wirklich alle diese Szenen überzeugend rüber zu bringen und meist schläft einem beim Betrachten nach kurzer Zeit das Gesicht ein. So ist es mir leider auch hier ergangen. Ganze 3 Episoden konnten mich einigermassen wach halten. Diejenige von Alfred Molina, den wir alle noch aus Spiderman 2 kennen, fand ich richtig witzig. Vielleicht weils so herrlich trocken war und das Zusammenspiel der beiden Akteure sehr gut klappte. Eine weitere gelungene Geschichte war diejenige mit Cate Blanchett, sowie der Schluss mit Bill Murray. Den Rest kann man leider Gottes einfach vergessen und wegspühlen. Vor allem die Episode mit Iggy Pop, die immerhin in Cannes ausgezeichnet wurde, ist halt einfach nichts sagend und hat mich echt genervt.

Fazit: Wer auf Indie-Kino steht, sich von Schwarz/Weiss-Episoden angemacht fühlt und sich gerne nachher mit Kaffee und Zigaretten über den Film unterhält, der soll sich bitteschön dieses Teil anschauen. Mir hats leider bis auf ein paar Ausnahmen überhaupt nicht gefallen. Und das obwohl ich damals vor vielen Jahren die beiden Filme Smoke und der oben schon erwähnte Blue in the Face richtig stark fand. Hier aber konnte ich mich als Antiraucher und Nicht-Koffein-süchtiger nicht für die einzelnen Dialoge begeistern, geschweige denn für die Art des Filmes. Von denjenigen, wenigen, Filmen von Jim Jarmusch, die ich gesehen hab, ist das hier klar der Schwächste.

Die DVD bietet nur ein paar kleine Extras, wie zum Beispiel ein Musikvideo oder ein lustiger Outtake mit Bill Murray. Dazu noch ein Interview mit Taylor Mead, in dem man so einiges über die Zusammenarbeit mit dem Regisseur erfährt. Abschliessend sind noch der Trailer zum Film plus ein paar andere Trailers zu sehen. Das wars dann auch schon.

4.3 Sterne 1.0 Stern
4.3 Sterne (55 Bewertungen) | 7 Kommentare

1.51.5
28.03.2005 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 08.03.2005

  • Bildformat: 1.85:1
  • Sprachen: Englisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Outtake Bill Murray, Musikvideo, Interview, Trailershow