One Missed Call - Chakushin Ari (2003)

The Call

One Missed Call - Chakushin Ari (2003) The Call

Oder: Klingeltöne können gefährlich sein

One Missed Call - Chakushin Ari

"Zahl die Handyrechnung!"

Wenn das Handy klingelt, dann freut sich der normale Abonnent über eine Kontaktaufnahme von Freunden, geliebten Menschen oder halt einfach guten Kumpels. Wenn aber beim mit dem neuesten Klingelton ausgestatteten Handy der Absender des Anrufs das eigene Handy ist und die Stimme auf der Mailbox ebenfalls einem selber gehört, dann kommt man doch gehörig ins Schwitzen. Schlimmer wirds dann, wenn diese eigene Stimme einen gellenden Schrei von sich gibt und man merkt, dass der Anruf von einem Zeitpunkt gemacht wurde, der noch gar nicht passiert ist.

Yoko ist eine japanische Studentin, der genau dieses widerfährt. Ein Anruf der eigenen Nummer aufs eigene Handy, ein Todesschrei und Panik. Ein paar Tage später ist sie tot. Brutal von einem Zug überfahren. Ähnliches geschieht einem weiteren Studenten, der in einen Liftschacht gezogen wird und ebenfalls elendiglich drauf geht. Zufall? Kaum. Die Polizei ermittelt und die jungen Studenten beenden ihre Handy-Abos. Denn keiner will der nächste sein, dessen Telefon klingelt und der sich selber sterben hört.

One Missed Call - Chakushin Ari

Kuck ma!

Yumi gehört ebenfalls zu dieser Gruppe, die ihr Natel zurückbringen oder ganz einfach ausschalten. Denn im "Off-Mode" kanns ja kaum klingeln. Oder? Denkste. Als Yumis Handy tütet, hat sie knappe 24 Stunden Zeit, bevor auch sie sterben soll. Doch Yumi will das nicht auf sich sitzen lassen und geht, zusammen mit Hiroshi, der seine Schwester ebenfalls auf diese gespenstische Art verloren hat, dem Fluch der todbringenden Mailboxnachricht auf den Grund. Ihre Ermittlungen führen sie in ein altes, verlassenes Krankenhaus, das optimal ausgestattet ist, für jede Art von Geistern, bleichen Kindern oder sonstigen rachsüchtigen Verstorbenen.


DVD-Rating

Regisseur Miike Takashi braucht man dem Genre-interessierten Fan nicht mehr vorzustellen. Filme wie Audition oder Ichi the Killer geniessen in den entsprechenden Kreisen weiterhin Kultstatus und sind für die weniger abgehärteten Filmgucker wahrscheinlich eine Spur zu brutal. In Hostel durfte der Horror-Guru aus dem Osten dann auch in Cameo-Manier durchs Bild laufen. Mit Chakushin Ari (oder The Call auf gut Neu-Englisch/Deutsch) schaffte es der Meister aus einem inzwischen alltäglichen Gegenstand einen furchteinflössenden Film zu machen, der einem beim nächsten Klingelton unweigerlich zusammenzucken lässt.

Natürlich dürfen in einem "Geisterfilm" auch die bleichen Gestalten, die sich rächenden Kinder und die herzstockenden Spannungsmomente nicht fehlen. Trotzdem werden diese anfänglich sehr dezent eingesetzt und dürfen erst im Finale so richtig Gas geben. Das macht den Start von Chakushin Ari recht harmlos und nichtssagend. Die Handies klingeln, die Messages können nur der japanischen Sprache mächtigen Zuschauer lesen und die MMS sind zu dunkel, um etwas Bedrohliches zu erkennen. Glücklicherweise (oder für Zartbesaitete "leider") gibt die Geschichte mit dem Lauf des Filmes immer mehr Gas und so werden auch diejenigen auf ihre Kosten kommen, die jeweils im Kino oder am DVD-Abend so ultracool lachen, während andere Schwitzanfälle bekommen.

Das Finale des Filmes ist dann auch prädestiniert für allerhand Geister und bleiche Gestalten. Da trifft man sich im alten und abbruchreifen, ehemaligen Spital, wo die Türe knarren, die Gänge schlecht beleuchtet sind und die Schränke sowieso was drin haben, das normalerweise nicht da rein gehört. Das macht aber der jungen Studentin keine Angst (*bewunder*) und drum macht sie sich natürlich auf, um dieses Krankenhaus unter die Lupe zu nehmen. Wer hätte auch so reagiert? Hallo? Niemand?

Fazit: Es wird natürlich Stimmen geben, die diesem Film ein "abgedroschen" oder "harmlos" hinter her werfen. Jedoch darf man sich durchaus auf dieses Handyabenteuer einlassen und wird mehr als nur einmal herrlich erschreckt und greift panisch nach der DVD-Fernbedienung. Wo ist bloss der "Forward"-Knopf, wenn man ihn braucht. Gruslig ists, spannend leider nur beschränkt, jedoch durch die Tatsache dass die Schauspieler in unseren Breitengraden kaum Bekanntheit haben, durchaus glaubhaft. *bibber*

Die DVD kommt in einer schön ausgestatteten Doppel-Edition daher, auf dessen erster Scheibe, neben dem Film, der deutsche Trailer, ein kurzer Blick hinter die Kulissen und mehr Infos über den Regisseur enthalten sind. Auf der Extra-Disc wird noch stärker auf den Film eingegangen und darüber berichtet. Allen voran natürlich die Interviews mit Schauspielern und dem Regisseur. Zwar etwas kurz geraten, aber dennoch interessant. Satte 60 Minuten dauert dafür das Making-of, in dem man schöne Einblicke hinter die Geschichte, die Dreharbeiten und natürlich die Effekte bekommt. Ein kurzer, knapp sechsminütiger Bericht zeigt die Crew an der Premiere des Films und an der anschliessenden Pressekonferenz. Dazu gibt es diverse Trailer und TV-Spots, die "gluschtig" auf den finalen Film machen sollen. Wer sich während des Hauptfilms daran stört, dass man das Auslösvideo nur in Ausschnitten sieht, der bekommt hier das Ganze geliefert. Eine Bildergalerie macht den Abschluss einer gut und vor allem mit interessantem Material ausgestatteten DVD.

3.8 Sterne 5.0 Sterne
3.8 Sterne (5 Bewertungen) | 1 Kommentar

4.54.5
01.05.2006 / muri


DVD-Infos

Special Edition, erschienen am 12.04.2006

  • Bildformat: 1.85:1
  • Sprachen: Japanisch (Dolby 5.1), Deutsch (Dolby 5.1), Deutsch (DTS)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Deutsche Trailer, Bei den Dreharbeiten, Bio-/Filmographie Regisseur, Div. Interviews, Making-of, Premiere, Div. Spots und Trailers, "Das Video", Bildergalerie