Big Fish (2003)
Big Fish - Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht
Big Fish (2003) Big Fish - Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht
Oder: Geschichten kann man so oder so erzählen....
Ed Bloom (Albert Finney) ist ein grosser Erzähler. Seine Geschichten werden ausgeschmückt, verlängert und spannend gemacht. Das bringt die Leute dazu, ihm nicht mehr alles zu glauben, das er erzählt. Einfache Geschichten werden zu grossen Abenteuern. Statt normale Personen trifft man da auf Riesen, Meerjungfrauen oder Hexen. Tja, er hat schon eine schöne Fantasie, dieser alte Mann.
Sein Sohn, Will (Billy Crudup) hat sich von seinem Vater entzweit. Der alte Herr schien nicht mehr zu wissen, wo die Linie zwischen Fantasie und Realität gezogen werden musste. So entzweiten sich die beiden immer mehr und lebten ihr Leben ohne den anderen. Jetzt aber, als sein Vater im sterben liegt, kehrt Will zurück und versucht, seinen Vater und das Leben, dass er geführt hat, zu verstehen.
In diversen Geschichten wird das Leben des jungen Ed Bloom (Ewan McGregor) nun dargestellt. Die Anfänge, die Liebe, die Erlebnisse, die Abenteuer. Und auch wenn die Geschichten noch immer unglaublich klingen, so scheint doch in jeder dieser Erzählungen etwas wahres zu stecken. Doch wo hört die Wahrheit auf und wo fängt die Träumerei an?
Auf einer Reise in die jungen Jahre seines Vaters macht Will die Entdeckung, dass es zwei verschiedene Arten von Geschichten gibt. Die Eine ist langweilig, monoton, unspektakulär und nüchtern. Die andere aber, ist ausgeschmückt, fantasievoll und spannend. Und genau eine solche Geschichte ist es, die sein Vater jetzt von ihm hören möchte, damit er in Ruhe sterben kann.....
DVD-Rating
Endlich wieder Tim Burton. Der Trailer zu Big Fish versprach einiges. Ist es ein Märchenfilm der "normalen" Sorte oder werfen wir wieder einen Blick in das nicht immer so einfach zu verstehende Hirn des Regisseurs? Ich meine, immerhin tauchen fantastische Figuren auf, es ist wirr und schön farbig. Halt typisch Burton.
Big Fish ist eigentlich ein Film, der zwei Geschichten vereint. Einerseits eine Vater-Sohn-Problemkiste, die auf die Dauer schnulzig, zäh und kitschig wird. Auf der anderen Seite die fantasievollen Erlebnisse in des Vaters Jugend, die uns die Bekanntschaft von Riesen, Hexen, Zirkusfreaks und ähnlichem bringen. Da kann Tim Burton seiner Fantasie freien Lauf lassen und diese Szenen sind dann auch herrlich schräg und sehr schön anzusehen.
Allerdings scheint man dem Meister irgendwelche Fesseln angelegt zu haben. Denn während in diesen Fantasie- und Märchengeschichten das Kind im Regisseur absolut durchbricht, versucht Burton mit der Vater-Sohn-Geschichte einen krassen Gegensatz zu bilden. Der Vater, ein begnadeter Geschichtenerzähler, scheint die Wirklichkeit nicht mehr von der Fantasie unterscheiden zu können. Die Entzweiung mit seinem Sohn ist die Folge und die danach folgende Annäherung kurz vor Vater's Tod, ist meines Erachtens ein wenig gar schnulzig und kitschig geraten. Zwar tun die Schauspieler ihr möglichstes und überzeugen auch in ihren jeweiligen Rollen, doch ich freute mich jedes Mal auf's neue, wenn der Vater eine seiner Geschichten anfing zu erzählen.
Die junge Ausgabe des Vaters wird von Star-Wars-Kämpfer Ewan McGregor dargestellt. Er schafft es dann auch, mit seinem jugendlichen Charme und seinem Lausbuben-Lächeln das Publikum in seinen Bann zu ziehen und alles vollkommen glaubwürdig rüberzubringen. Seine Begegnungen mit Riesen, Hexen und anderen komischen Figuren wird am Ende hervorragend aufgelöst und man bekommt zu sehen, dass die Macht des Geschichtenerzählens völlig unterschätzt wird. Denn in jeder Geschichte, sei sie noch so fantasievoll und abgefahren, scheint immer ein Körnchen Wahrheit zu stecken....
Fazit: Big Fish ist ein zweischneidiges Schwert. Während in den Geschichten der Film absolut überzeugt, übertreibt und Burton-like recht skurril ist, wird man in den Beziehungsproblemen von Vater und Sohn recht zäh unterhalten und da hat es auch einige Momente, die zum "auf die Uhr schauen" sind. Aber grundsätzlich kann ich den Film jedem empfehlen, der mal so richtig in Farbe und Fantasie schwelgen will.... Trotzdem hat mir persönlich zum Beispiel Sleepy Hollow um einiges besser gefallen.
Wenn man einen so zauberhaften Film mit Extras ausstatten muss, dann darf man als Käufer der DVD auch etwas spezielles erwarten. Hier ist das eine Filmdokumentationen über die Charaktere, Berichte über den Regisseur, den Weg vom Buch zum Film, das Geheimnis der verschiedenen Kreaturen und ein spezielles Feature, dass einem (wenn mans aktiviert) während des Filmes noch zusätzliche Geschehnisse erzählt. Das sollte man zuerst anklicken, denn das ist nur beim laufenden Film sichtbar. Wenn man dann noch das Quiz über Tim Burton richtig löst, wird die Szene im Zirkus (als die Zeit stillsteht) ausführlich erklärt. Sehr interessant, das Teil. Abschliessend werden noch ein paar Trailers geliefert und natürlich darf ein informativer Audiokommentar nicht fehlen.
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4.9 Sterne (148 Bewertungen) | 2 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 09.11.2004
- Bildformat: 1:1.85
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch Türkisch
- Extras: Trailershow, Audiokommentar, Filmdokumentationen, Quiz, Wissenswertes über den Regisseur, Die Filmcharaktere, Auf den Spuren der Filmemacher,



