Anything Else (2003)
Anything Else (2003)
Oder: Stehaufmännchen weicht aus
Jerry Falk (Jason Biggs ist ein Comedy-Autor, dessen neurotische und beeinflussende Lebe-Freundin Amanda (Christina Ricci) nicht mehr mit ihm schlafen möchte. Jerrys neuer Freund, ein paranoider Lehrer und seinerseits ebenfalls Comedy-Autor, David Dobel (Woody Allen), findet die Geschichte zwischen Jerry und Amanda gar nicht gut.
Während der Lehrer seinem Kumpel Jerry alle möglichen philosophischen und auf Komödien beruhenden Ratschläge zu seinem Problem erteilt, und er ihm einen "Survival Kit" und ein Gewehr schenkt, will er Jerry überzeugen, sich von seinem Manager Harvey (Danny DeVito) zu lösen.
Jerry, der jedoch eine grosse Schwäche damit hat, andere zu enttäuschen und mit ihnen die Beziehung zu beenden - sei es auf romantischer oder geschäftlicher Basis - kann sich nicht zum Abbruch dieser problematischen Verbindungen durchringen. So kann er weder Harvey, der seine ganze Zukunft auf seinen Schützling Jerry setzt, noch Amanda, die ihn nach Strich und Faden belügt und betrügt, in die Wüste schicken.
Die Dinge nehmen argere Formen an, als Amandas alkoholkranke und durchgewurstelte Mutter - Sängerin ihres Berufes - Paula (Stockard Channing) bei Jerry und Amanda einzieht.
Als David beginnt, Jerrys Kopf mit all den beängstigenden und realistischsten Gedanken aufzufüllen, muss letzterer sich langsam aber sicher auf die Socken des Lebens machen und entscheiden, was, wie und wohin... Seine berufliche und persönliche Zukunft wartet auf ihn.
Kinofilm-Rating
Hey, ein Film von und mit Woody Allen, der bei mir einen ziemlich bleibenden Eindruck hinterlassen hat. So bleibend anscheinend, dass sich die Figuren des Films in meine darauffolgende Träume einschleichen konnten und sich dort genüsslich breitmachten. Wollte mir mein Un(ter)bewusstsein etwas mitteilen? Jäjo, und wie... (Schreibtherapie bringt's!)
Woody Allen agiert so, wie Woody Allen bisher in all seinen Filmen gespielt hat. Gibt's dazu eigentlich ein Adverb? Er performt woody-allenisch... sowas in der Art halt. Wirklich schlecht ist das in diesem Fall nicht - bei Hollywood Ending war's das zwar auch nicht, aber in und zu Anything Else hat's einiges besser gepasst - denn die Figur des David Dobel passt wunderbar zum alteingesessenen Hollywoodaner. David Dobel, der Woody Allen und vice versa. *klatsch*.
Und neben dem Star spielt ein weiterer: Mr. Jason Biggs, der sich die Rolle des zu rücksichtvollen Jerry Falk einverleibt; meines Erachtens die stärkste Figur im Film! Da hat Christina Ricci als verwöhntes, exzentrisches Gör bei aller Professionalität nichts dagegen zu bieten: als ziemlicher Abklatsch einer extremen Charaktere - Amanda - "Bigoscht" der fehlt es an Tiefe. Hätte der Autor (ja, genau Herr Allen) hier nicht etwas mehr Substanz an den Knochen kritzeln können?
Last but not least in der Cast-Hervorhebungs-Liste steht (äh, wo ist er?) Monsieur Danny De Vito, der einen mickrig kleinen (bei seinen Fähigkeiten nicht angepasst *grml*) Part inne hat. Schande! Und so richtig gut kommt der ehemalige Pinguin leider nicht rüber.
Nun gut. Zumindest beinhaltet der Film mehrere witzige Szenen, die ganz klar auf die Konti von Woody Allen und Jason Biggs gehen. Die Story ist okay, etwas in die Länge gezogen... Aber locker. So richtig langweilig wird einem nicht. Also nicht wirklich. Wär' nur diese "Amanda"-Figur nicht; die ist einfach bluna. Aber laut irgendeiner Werbung sind wir das doch alle ein bisschen, oder?
Zu empfehlen all denjenigen, die Woody Allen mögen, denen eine direkte Kontaktierung des Schauspielers mit den Zuschauern passt und die sich auch ob einer untreuen, versteckten Zicke nicht allzu deftig aufregen. Altersempfehlung: Ab 20 Jahre. Davor ist die Thematik wohl noch nicht so aktuell?!
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