24, Season 3 (2003)
24 - Twenty Four
24, Season 3 (2003) 24 - Twenty Four
Oder: Hat jemand meinen Virus gesehen?
Die Stadt Los Angeles hat schon vieles gesehen und die Agenten der Counter Terrorist Unit sind ständig im Einsatz. Doch was an diesem Tag auf die Stadt zukommt, hat sie bis zu dem heutigen Tage noch nicht erlebt. Staffel drei spielt sich drei Jahre nach der letzten Staffel ab, als CTU-Agent Jack Bauer einen Terroranschlag auf Los Angeles vereitelt und somit einen Krieg verhindert hat.
Inzwischen ist Jack zum Leiter der Feldoperationen aufgestiegen und hat seine eigene Abteilung in der CTU, während Tony den zweiten Sektor leitet. In den letzten sechs Monaten war er Undercover in einer Mission, die letztendlich dazu führen sollte, den mächtigen Drogenbaron Ramon Salazar dingfest zu machen.
Allerdings hat Ramon noch einen Bruder Hector, der sofort das Kommando über Ramons Truppe übernimmt, und wild entschlossen ist, seinen Bruder aus den Händen der Amerikaner zu befreien. Bald darauf erhält das FBI einen Drohanruf, der verkündet, dass ein tödlicher Virus in Los Angeles freigesetzt wird, wenn Salazar nicht innerhalb von sechs Stunden auf freien Fuss gesetzt wird und nach Mexiko zurückkehren kann. Um der Drohung noch Nachdruck zu verleihen, wird eine infiszierte Leiche vor dem Gesundheitsministerium platziert. Dort findet man heraus, dass der Verlauf des Virus zu 90% tödlich ist, und bereits nach mehreren Stunden anfängt zu wirken.
Bald jedoch wird klar, dass man sich nicht den Forderungen der Terroristen beugen und ebenfalls nicht die Freisetzung des Virus riskieren will. Also muss Jack, aufgrund mangelnder Möglichkeiten, Salazar eigenhändig aus dem Gefängnis befreien und ihn nach Mexiko eskortieren um dort die Herkunft des Virus herauszufinden und ihn zu zerstören.
DVD-Rating
Die erste Staffel war in sich perfekt, das Misstrauen unter den Agenten, überraschende Wendungen und reissende Story. Die zweite Staffel setzte noch einen drauf. Brutal, düster und bis auf die sinnlose Storyline von Kim auf dem gleichen Niveau. Die dritte enttäuscht jedoch über lange Strecken.
Die dritte Staffel setzt von Anfang an etwas andere Prioritäten, während die anderen Staffeln recht verzettelte Mitspieler hatten, sind bei der dritten die Handlungsorte grundsätzlich auf drei Orte zusammengefasst. Kein Charakter irrt sinnlos in der Gegend herum oder versucht zu entkommen. So hat jeder eine Aufgabe und wirkt daher nicht überflüssig. Diese Kompaktheit und die Vertrautheit der Personen nimmt der dritten Staffel auch den Kitzel. Während man in der ersten Staffel nicht genau wusste, wer jetzt für wen arbeitete, ist es nun recht klar, und wer aus der Reihe tanzt erkennt man wiederum auch recht schnell. Tony ist jetzt mit Michelle verheiratet, und Kim hat sich mit Chase angefreundet. Irgendwie wird CTU langsam zu einem Familienunternehmen, was aber unter anderem nur mehr Tränendrückermomente hervorruft als etwas anderes.
Das hat auch den Nachteil, dass die verschiedenen Personen sich gegenseitig über den Vorgesetzten aus dem Büro kicken wollen, sobald sie einen kleinen Fehler gemacht haben. So werden Babies und andere Pseudoschwächen importiert, welche nur den Grund haben, wieder eine Person kalt zu stellen. Hier wird auch klar, dass einige Schauspieler nur noch dank Vertrag dabei sind und ruhig mit weniger Screentime ausgekommen wären. Überhaupt ist die menschlichere Note viel stärker als in den anderen Staffeln. Wie ist es, wenn man mit einem solchen Agenten verheiratet ist, durch welche Hölle man geht, wenn der Ehemann wieder loszieht und man wie reagiert, wenn der Partner in Gefahr ist. Das verleiht dieser Staffel eine sehr gefühlsbetonte Note, welche bisher nur bei Jack anzutreffen war.
Es gibt auch viel Sachen, welche die dritte Staffel in ein eher schiefes Licht rücken. Einerseits sind die 24 Folgen in einen sehr schwachen Teil und einen enorm starken Teil unterteilt. Anfänglich dümpelt es dahin und vermag nicht wirklich zu überzeugen. Die Handlung ist zu gesucht, und auch im Nachhinein kann man sich nur fragen, was das sollte. Der Palmer-Plot ersetzt den überflüssigen Kim-Plot der zweiten Staffel. Völlig uninteressante Probleme und die üblichen Intrigen, die man inzwischen routiniert erträgt. Kims neue Flamme Chase, zugleich Jacks Partner, ist mehr störend als bereichernd, und irgendwie erinnerte es auch an Batman & Robin. Der kleine Robin will sich zum grossen Partner Batman auflehnen und ständig beweisen, dass er gut genug für ihn ist.
Der zweite Akt, als das Virus ausgebrochen ist, ist genau in der Brillanz der alten Staffeln. Reissend, extrem spannend und mit vielen unerwarteten Wendungen, was eine beinahe unerträgliche Spannung aufbaut. Hier wird auch die völlige Unnötigkeit des Präsidenten-Plots offensichtlich, er hat nur am Rande mit dem Virus Plot zu tun und hält sich mit den üblichen Problemchen auf. War wohl nur nötig um die Botschaft zu bringen, dass manchmal das richtige zu tun nicht immer die beste Lösung ist.
Fazit: Erst nach den ersten zwölf Stunden kommt die dritte Staffel an die Brillanz der alten heran, kann dann aber ohne Einschränkungen überzeugen. Selbst die wackelige Kameraführung und die Unfähigkeit, das Bild gerade zu halten, störte mich nicht mehr. Allerdings geht der Echtzeit-Effekt immer mehr verloren und ist am Schluss nur noch Symbolisch vorhanden. Also, wer von den alten Staffeln begeistert war, wird diese genauso mögen und über die kleinen Anlaufschwächen hinwegsehen, denn der zweite Teil lohnt sich garantiert.
Die DVD: Kommt im gewohnten 24-Format 6 Disks mit Episoden und eine Bonusdisk. Englische und deutsche Vertonung, Audiokommentaren und einige Featurettes, wie man es erwartet, nur ist das Bild streckenweise recht unscharf.
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4.9 Sterne (44 Bewertungen) | 10 Kommentare
DVD-Infos
- Bildformat: 1.78:1
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Audiokommentare, 45 unveröffentlichte Szenen, 24: On the Lose-Featurette, Boys and their Toys, Biothreat, Multi-Angle-Szenen, Inside Kook



