2046 (2003)

2046 - Der ultimative Liebesfilm

2046 (2003) 2046 - Der ultimative Liebesfilm

Oder: Quersumme = 12

Man schreibt das Jahr 1966. Der Journalist und angehende Schriftsteller Chow (Tony Leung) lässt sich in Hong Kong nieder und quartiert sich in ein Hotel ein. Dort bezieht er ein Zimmer, welches gegenüber dem Zimmer 2046 liegt. Dieses birgt für ihn spezielle Erinnerungen, denn er bewohnte es einst mit seiner Geliebten. Die Nummer und die Vergangenheit des Zimmers inspirieren ihn, einem Science Fiction Roman zu schreiben. In dem geht es um einen Zug, mit dem der Titelheld im Jahr 2046 in eine ungewisse Zukunft rast.

2046

Ich seh doppelt. *hicks*

Im Zimmer 2046 lebt Bai Ling (Zhang Ziyi), eine Prostituierte von makelloser Schönheit, mit welcher Chow eine Affäre eingeht. Bai Ling verliebt sich in ihn, doch zu stark lastet die Vergangenheit auf Chows Herzen, als dass er diese Liebe erwidern könnte. Noch immer ist er nicht darüber hinweg, dass Su (Maggie Cheung), seine Traumfrau, ihn nicht nach Hong Kong begleitet hat.

Nach dem Ende der Affäre scheint es so, als ob Chow Gefühle für die Tochter des Hoteliers empfinden könnte. Diese ist aber immer noch in ihren japanischen Freund verliebt, der von ihrem Vater nicht akzeptiert wird. Chow respektiert diese Liebe, und überzeugt die Tochter, ihren Freund in Japan zu besuchen.

All die Erfahrungen, die Chow in der Zeit zwischen 1966 und 1968 macht, fliessen in seinen Roman. Nach einer Weile verwischen Fiktion und Wirklichkeit, sein Liebesleben mit dem seines Romanhelden. Chow wird sich beim Schreiben seiner Einsamkeit bewusst, sieht ein, dass der grösste Gegner der Liebe die Zeit, oder genauer: Der Zeitpunkt ist.


Kinofilm-Rating

2046 ist mit seinen Anleihen die Fortsetzung von In the mood for love: Es spielen die gleichen Schauspieler mit, und das Hotel ist wieder Hauptschauplatz des Films. Trotzdem ist von Beginn weg klar, das sich sieht der Film als eigenständiges Objekt sieht. Die Titelzahl 2046 trägt überdies einen historischen Aspekt: Bis zu diesem Jahr darf China keinen grösseren Einfluss auf Hong Kong nehmen.

Vom visuellen Aspekt gesehen ist 2046 ein Gemälde, ein Feuerwerk an Schönheit und Eleganz. Die Bilder überfliessen fast vor Intensität. Exquisite Kameraeinstellungen und geschickt gewählte Zeitlupensequenzen unterstreichen wieder mal Wong Kar Wais Talent, Begegnungen zweier Menschen so dicht erscheinen zu lassen, als wären diese im Kinosaal gegenwärtig. Die futuristischen Szenen sind mit starken, grellen Farben versehen, heben sich so stark vom eigentlichen Geschehen ab.

Von denen gibt es aber nur wenige, und das hat auch einen Grund: Das Geld. Eigentlich war es geplant, die halbe Spielfilmzeit den Zukunftsvisionen von Chow zu widmen. Das erwies sich dann aber als zu kostspielig. Leider wirken nun diese restlichen Sequenzen durch ihre raren Auftritte von der eigentlichen Handlung isoliert, erscheinen zum Teil sogar überflüssig.

Bei 2046 wird dem Zuschauer höchste Aufmerksamkeit abverlangt: Der Plot ist sehr in sich verschachtelt, es passieren viele Zeitsprünge und Rückblenden. Vor allem das letzte Drittel fordert, denn dort wird der Film durch seine zugunsten der dramaturgischen Handlung gedrosselte Geschwindigkeit ziemlich langatmig. Trotzdem würde man sich eine Kapitulation vor dem Ende nicht eingestehen, denn erst dort gibt es Antworten auf ausstehende Fragen.

Fazit: 2046 ist trotz kleiner Kritikpunkte ein fantastischer Film über die Liebe, und vor allem über das Scheitern dieser. Trotz der zahlreichen Sexszenen sind es immer die Gefühle der Akteure, die die im Vordergrund stehen. Tränen gibt es genug, es wird verletzt, versöhnt, umarmt. Den "Hype" um den Film darf man nicht zu Ernst nehmen, denn das Hochjubeln der Medien bewirkt nicht immer nur Positives. Hier aber trotzdem die Empfehlung: Ins Kino gehen, denn dieser Film ist ein Must-see.

4.6 Sterne
4.6 Sterne (48 Bewertungen) | 6 Kommentare

5.55.5
28.01.2005 / uas