Wilbur Wants to Kill Himself (2002)

Wilbur Wants to Kill Himself (2002)

Oder: Keine Anleitung!

Wilbur Wants to Kill Himself

Schöne Aussicht(en)...

Harbour (Adrian Rawlins) leitet zusammen mit seinem jüngeren Bruder Wilbur (Jamie Sives) ein Büchergeschäft. Wilbur hat starke Psychische-Probleme und versucht sich oft das Leben zu nehmen. Doch, mit einem Strick, Strom oder Gas, Wilbur hat keinen Erfolg und sein Bruder rettet ihn immer in letzter Sekunde vor dem Freitod.

Wilbur Wants to Kill Himself

Wilbur's Anmachsprüche

Eines Tages verliebt sich Harbour in eine Kundin und schon wenige Wochen später wird geheiratet. Die hübsche Frau Alice (Shirley Henderson) und ihr kleines Mädchen, vom vorherigen Mann, ziehen zu Harbour und Wilbur die hinter dem Büchergeschäft wohnen. Doch auch in dieser grossen Familie fühlt sich Wilbur nicht geborgen und versucht sich erneut das Leben zu nehmen.

Alice rettet ihn und Wilbur verliebt sich in sie. Doch die heimliche Liebesbeziehung ist eine Gradwanderung: Er möchte seinen Bruder nicht um sein Glück bringen, doch sie ist der einzige Grund am Leben zu bleiben...


DVD-Rating

Wilbur Wants to Kill Himself ist ein kleines, feines Werk aus dänischen Händen, notabene in Schottland spielend (ich liebe diesen Akzent) und mit grösstenteils Englisch, Verzeihung, Schottisch sprechenden Akteuren trefflich besetzt. Allen voran ist Wilbur Darsteller Jamie Sives eine echte Entdeckung.

Die Besonderheiten des Films machen die verschiedenen, oft kauzigen Personen aus, die sich zumeist in nicht gerade leichten persönlichen (und gesundheitlichen) Konflikten befinden. Wilbur etwa ist vorsätzlich bindungsunfähig, komplett lebensmüde und versucht sich mehrmals umzubringen, ob Gas (das im zunächst ausgeht, weil er Kleingeld für den Gasautomaten suchen muss), ins Wasser gehen, aufhängen oder Pulsadern aufschneiden - irgendwie schafft er es dennoch nie. Zumeist kommt sein Bruder Harbour Adrian Rawlins zum richtigen Zeitpunkt. Er seinerseits hat seine eigenen Probleme. Der vom Vater übernommene Buchladen läuft schleppend; er kauft mehr alte Bücher hinzu als er überhaupt verkaufen kann. Seine Kunden sind immer die selben, etwa der unnachgiebige Kipling-Fan, der die Preise meist selber bestimmt. Und dann ist da noch Alice Shirley Henderson, völlig unbegabte Krankenhausputze, die bei ihrer Arbeit alte Bücher einsammelt und sie Harbour verkaufen möchte. Dieser verliebt sich in Alice und heiratet sie, unwissend dass in ihm etwas Endgültiges schlummert und die junge Familie auf eine schwere Probe stellt. Harbour schliesslich schafft das, was sein Bruder nicht hingekriegt hat. Dann wären noch die medizinisch alternative Krankenschwester, die am falschen Ort, zur falschen Zeit zumeist das falsche von sich gibt, der trinkfeste, dänische Psychiater und die sagenhafte Therapierunde der Lebensmüden.

Wilbur Wants to Kill Himself geht zwischenzeitlich ein gefährliches Spiel mit bitterbösem Zynismus, der geht meist von Wilbur aus, und einem Hauch zuviel Melodrama ein. Nicht jeder wird das goutieren können. Es ist denn auch die Melodramatik, die dem Film nicht so gut tut und ihn stellenweise etwas in die Länge zieht. Dennoch verbleiben genügend schwarzhumorig vergnügliche Momente um ein bitterböses, kleines und intelligentes Filmvergnügen zu garantieren.

Die Specials sind dürftig. Das Making-Of ist eigentlich keines, eher eine sehr schnell geschnittene Aneinanderreihung von "Hinter den Kulissen"-Aufnahmen und die Interviews sind auch zu wenig informativ. Bildlich ist die DVD Standart, im Bereich der Tonspur ist wenig los, die Dialoge sind klar und gut verständlich.

4.5 Sterne 3.5 Sterne
4.5 Sterne (35 Bewertungen) | 0 Kommentare

44
06.05.2004 / sj (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 17.03.2004

  • Bildformat: 2.35:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Untertitel: Deutsch, Französisch
  • Extras: Trailer, Interview, Making of.