Taken (2002)
Taken (2002)
Oder: Guck mal Melchi, ein Stern!
Alles beginnt während eines Bombenangriffs der Amerikaner im Zweiten Weltkrieg. Captain Russell Keys (Steve Burton), einer der Bomberkommandanten, versucht verzweifelt, die Angriffe der gegnerischen Jäger abzuwehren, kann aber einen kritischen Treffer letztlich doch nicht verhindern. Die riesige fliegende Festung gerät ins Trudeln und stürzt ins Bodenlose. Abstürzen tut das Flugzeug jedoch nicht - neun Stunden später erwachen die Soldaten in einem Feld mitten in Frankreich und haben keine Ahnung vorher geschehen ist. Das ist jedoch nicht der letzte merkwürdige Vorfall, der sich zu dieser Zeit ereignet hat. Rund um den Globus erleben Menschen, dass ihnen plötzlich Stunden ihres Lebens fehlen.
Bei Captain Owen Crawford (Joel Gretsch), einem Nachrichtenoffizier der Air Force, wird dies schon etwas Konkreter. Ihm gerät nicht nur ein offensichtlich ausserirdisches Artefakt in die Hände, auf einer Absturzstelle findet er auch ein nahezu intaktes Raumschiff mit vier Leichen. Doch bei fünf Sitzplätzen im Raumschiff ist hier offensichtlich ein Insasse verschwunden. Dieser kann sich vom Unfallort entfernen und wird schliesslich von Sally Clarke (Catherine Dent) gefunden und aufgepäppelt. Die drei Personen sind die erste Generation von drei Familien, welche darauf mit den Kreaturen aus dem All zu tun haben und von ihnen nicht nur geprägt, sondern auch verändert werden. Doch die Antwort darauf, warum dies alles geschieht und welches Ziel die Ausserirdischen verfolgen, bleibt vorerst im Dunkeln...
DVD-Rating
Mit Close Encounters of the Third Kind und E.T.: The Extra-Terrestrial hat Steven Spielberg sicher die Vorlage für die niedlichen kleinen grauen Männchen aus dem All gelegt, und im Falle von E.T. auch eine Kultfigur geschaffen. Taken wandelt auf den Spuren dieser beiden Filme, erzählt eine Geschichte, die sich über fünfzig Jahre hinweg zieht und dabei vier Generationen von insgesamt drei Familien begleitet. Gedreht wurde jede Episode mit einem anderen Regisseur, und mit aufwändigen Masken und Special Effects wurde versucht, nicht nur den Alterungsprozess der verschiedenen Figuren darzustellen, sondern auch die Aliens in einer sehr hohen Qualität zu zeigen.
So viel versprechend dies jedoch klingt und selbst wenn es auf einem guten Konzept basiert, von Begeisterungsstürmen ist man bei dieser Serie weit entfernt. Wer sich nämlich etwas mit dem Alien-Genre beschäftigt hat, kennt die gängigen Klischees und weiss, wie, was und warum funktioniert. Dies wird auch von Taken nicht revolutioniert - ganz im Gegenteil, es wird primär mit diesen Klischees gearbeitet. Über die ganze Spielzeit kann so nicht eine interessante Erkenntnis geboten werden, und das grosse Rätsel kann von einem halbwegs mitdenkenden Zuschauer schon auf halber Länge erahnt werden. Dies ist schliesslich auch einer der Gründe, weshalb Taken nicht mitreisst, denn für die Spielzeit von 842 Minuten hat die Serie schlichtweg zu wenig Fleisch am Knochen. Selbst wenn es zu Beginn durchaus mystisch zur Sache geht, stellt sich sehr schnell inhaltslose Routine ein. Da können auch die durchaus guten Lebensweisheiten der damals noch kleinen Dakota Fanning nicht viel ändern.
Die Handlung von Taken erstreckt sich über fünfzig Jahre und zeigt so die Entwicklung von der Zeit des zweiten Weltkrieges und der Kubakrise bis hin zur modernen Neuzeit mit Handys und Notebooks. Dies ist den Machern auch sehr gut gelungen: so können sie im Bereich des Optischen definitiv überzeugen. Leider kann dies von der eigentlichen Handlung nicht gesagt werden, denn was in den ersten Episoden als sehr mystisch beginnt und auch mit energischen Schauspielern überzeugen kann, fällt sehr schnell ab. So haben sie zwar keine Hemmungen, über die Spielzeit die beteiligen Charaktere richtig durch den Dreck zu ziehen, doch sobald die zweite Generation übernimmt, sinkt die Serie zusehends in die Orientierungslosigkeit ab, als die Kinder die Ziele der Väter erreichen wollen und dabei gnadenlos überfordert sind. So kommt es zu riesigen Hängern, bei denen die Handlung nicht nur dahindümpelt, sondern auch in Belanglosigkeit versinkt. Dies bessert sich zum Glück schrittweise in den letzten drei Episoden, bei denen die jüngste Generation übernimmt, Dakota Fanning nicht nur Erzählerin ist und es auch zu einem ordentlichen Schluss kommt.
Fazit: Taken basiert auf einer durchaus gelungenen Idee, welche auch sauber umgesetzt sowie recherchiert wurde und optisch sicher auf allen Ebenen überzeugt. Leider arbeitet Taken in Sachen Handlung und erzählter Geschichte viel zu fest mit etablierten Klischees und bietet besehenen Zuschauern weder neue Erkenntnisse noch ein spannendes Abenteuer. Dies macht Taken schliesslich zu einem sehr langfädigen Stück Film mit riesigen Hängern in der Mitte, viel Wiederholungen, uncharismatischen Schauspielern und lediglich einigen gelungenen Momenten in den ersten zwei sowie den letzten beiden Episoden.
Die DVD enttäuscht in der Bildqualität und liefert auch im Ton nur Durchschnitt. Die beigelegte einstündige Dokumentation bietet genau das, was ein Making-of bieten soll: tiefgehende Informationen, jeder Beteiligte kommt zu Wort, und es wird auch genau erklärt, was mit der Serie gesagt werden will und wie das umgesetzt wurde.
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3.1 Sterne (8 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 08.08.2006
- Bildformat: Widescreen 1.78:1 (Anamorph)
- Sprachen: Englisch (DD 5.1); Deutsch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch; Englisch; Dänisch; Schwedisch; Finnisch; Norwegisch
- Extras: Hinter den Kulissen von "Taken"



