Rollerball (2002)

Rollerball (2002)

Oder: Play the Game and Die!

Rollerball

Hei Junge, böse schauen reicht nicht!

Johnathan Cross (Chris Klein) ist Extremsportler und will unbedingt als Profi in der NHL durchstarten. Allerdings dauert es noch drei Monate bis zum Vorsprechen, und deshalb muss er sich mit illegalen Sportarten über Wasser halten. Als er eines Tages nur noch durch das Einschreiten von Marcus Ridley (LL Cool J) einer Verhaftung entgeht, wird ihm klar, dass dieses Leben keine Zukunft hat. Deshalb folgt er Ridleys Einladung zu einer neuen und ebenso populären wie gefährlichen Sportart: Rollerball! Dieser wird in den ehemaligen Sowjet-Republiken gespielt und international übertragen.

Rollerball

Jo, gehörst du zu den Power Rangers?

Wie es ihm versprochen wurde, durchläuft Jonathan im Team der Zhambel Horsemen eine steile Karriere und wird schnell zum Liebling des eiskalt kalkulierenden Organisators Alexi Petrovich (Jean Reno). Doch während Ridley und Johnathan das grosse Geld machen, werden ihre Mitspieler unterbezahlt unter den verschiedenen Teams herumgeschoben und lediglich dazu benutzt, um mehr Blut in das sowieso schon gefährliche Spektakel zu bringen. Das zieht schliesslich auch die Zuschauer an, denn trotz meist guter Einschaltquoten, schnellen die Zuschauerzahlen erst in die Höhe, wenn Blut fliesst. Allerdings wird es immer schwerer, das bereits Geschehene zu überbieten und was einst als faire Sportart angefangen hat, wird bald zu einem Kampf ums nackte Überleben...


DVD-Rating

Nach dem Sichten des Originals stand ausser Frage, dass bei dieser Vorlage genügend Potential bestand, um es im Zeitalter der schnellen Schnitte und High-Definition Bilder nochmals aufzulegen. Das Original kam 1975 in die Kinos und spielte in einer düsteren Zukunft, wo riesige Konzerne das Weltgeschehen kontrollierten und das tödliche Gladiatorenspiel Rollerball zum internationalen Volkssport wurde. Im Remake ging Regisseur John McTiernan (Die Hard) jedoch andere Wege. Die Handlung wurde in die Gegenwart verlegt, und anstatt gut ausgearbeitete Sozialkritik zu bieten wurden spektakuläre Bilder, nackte Haut und Action gewichtet.

Rollerball hält sich nicht lange mit Erklärungen auf, sondern legt einen Vollgasauftakt hin, in welchem der langweilige und uncharismatische Hautdarsteller Chris Klein auf einer Art Schlitten durch die Strassen von San Francisco rast. Auch sonst enthält das Remake, vor allem wenn es endlich in die Rollerball-Arena geht, eigentlich alles, was das Original nicht hatte: Eine Show, eine Atmosphäre und vor allem, ein Spektakel, das dem Anlass gerecht wird. Wie bei einem Wrestling Event werden mit Pyros und Hymnen die Stars gefeiert, und dank gutem Einbezug des Publikums sowie den Ereignissen Backstage des Events, wird eine enorme Spannung aufgebaut, welche mitreisst. Spektakuläre Stunts sowie ein Cast, der unter anderem mit Rebecca Romijn (Mystique) sehr viel fürs Auge hergibt, runden das Paket ab.

Dies ist jedenfalls der Eindruck nach den ersten zehn Minuten, doch dann wird schrittweise klar, was der Film alles vermissen lässt: Rollerball fehlt nämlich nicht nur ein charismatischer Anker, es fehlt ihm auch eine Story, die etwas hergibt und eine Handlung, die sich steigert. So entwickeln sich alle Konfrontationen in der Rollerball-Arena gleich, und nach dem ersten Match, welcher noch mitreisst, stört der chaotische und unübersichtliche Schnitt immer mehr. Dies geht sogar soweit, dass der eigentliche Match, welcher eine zusammenhängende Konfrontation sein sollte, zu einem fummligen Videoclip degeneriert, indem irgendwelche Leute spektakulär, aber sinnlos, durchs Bild springen. Ein packendes Finale wird dann auch verschenkt, und es werden weder überraschende Wendungen noch Dialoge geliefert, die wenigstens noch unterhalten hätten. Schliesslich wird Rollerbal zu einem Film mit einer käsigen Love-Story, einer Handlung, das mehr als unfertig daher kommt und am Ende doch mehr langweilt, als begeistert.

Fazit: Rollerball kann sicher visuell mit einem Spektakel überzeugen, welches mit düsteren Bildern und Vollgasaction mitreisst. Dies ist aber schon alles. Der Cast kann trotz einiger klingender Namen nicht wirklich mitreissen und sammelt auch zuwenig Sympathiepunkte, dass man ernsthaft mitfiebert. Deshalb bliebt Rollerball trotz des erfahrenen Regisseurs John McTiernan, eine sehr durchzogene Angelegenheit, welche selbst mit guten Ansätzen und guter Inszenierung primär enttäuscht.

Die DVD überzeugt mit sauber abgemischtem Sound und gutem Ton. Das Bonusmaterial lässt aber zu wünschen übrig und beschränkt sich auf einen Audiokommentar mit den Darstellern sowie einem kurzen Feauturette über die Stunts in Rollerball. Beim Making of kommen alle Schauspieler zu Wort und man kann auch etwa erahnen, wie die Dreharbeiten gewesen sind. Wirklich vertieft wird aber nichts und Informationen über Konzept und Entstehung von Rollerball gibt es keine. Musikvideos und Trailer, sowie einige Textliche Erklärungen zum Spiel Rollerball runden das solide Paket ab.

1.3 Sterne 3.6 Sterne
1.3 Sterne (10 Bewertungen) | 1 Kommentar

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02.03.2009 / db


DVD-Infos

  • Bildformat: Widescreen 2.35:1 (Anamorph)
  • Sprachen: Englisch (DD 5.1); Französisch (DD 2.0); Spanisch (DD 2.0)
  • Untertitel: Englisch; Spanisch; Französisch
  • Extras: Commentary By Chris Klein; Ll Cool J And Rebecca Romijn-Stamos; R-Rated Version Includes Some Material Different From The Theatrical Version; Future Sport: The Stunts Of Rollerball' Featurette Interactive Rollerball Yearbook; Music Video: Rob Zombie'S 'Never Gonna Stop