Rabbit-Proof Fence (2002)

Long Walk Home

Rabbit-Proof Fence (2002) Long Walk Home

Rabbit-Proof Fence

"Kommt da jemand?"

Jigalong, Westaustralien, 1931. Molly (Everlyn Sampi), Daisy (Tianna Sansbury) und Gracie (Laura Monaghan) sind Kinder von Aborigines Frauen und weissen Männern. Sie leben mit ihren Müttern in der Nähe eines ehemaligen Depots, welches Männer wie ihre Väter errichteten um einen Rabbit Proof Fence zu bauen. Der hasensichere Zaun soll die Felder der Bauern im Osten von der Hasenplage im Westen schützen und trennt Australien von Norden nach Süden. Die Arbeiter sind längst weitergezogen. Weil sie "Mischlinge" sind, hat die Regierung das Recht, solche Kinder von ihren Müttern zu trennen und in gefängnisartigen Erziehungslager zu englisch sprechenden Hausangestellten und Arbeitern für die weisse Gesellschaft zu erziehen. Mr. Neville (Kenneth Branagh), der zuständige Aborigines Abgeordete, lässt sie ins weit entfernte Moore River bringen und übernimmt die Verantwortung über sie.

Rabbit-Proof Fence

"Gerade aus und die 2. rechts."

Molly realisiert schnell, dass dieser Ort nichts für sie ist und überzeugt die andern mit ihr zu fliehen und zurück zu ihren Müttern zu gehen. Es ist der Start einen beschwerlichen Reise für die Drei. Sie werden von Spurenlesern und Polizisten verfolgt, müssen Essen und Trinken besorgen, wo es ebendies nicht zu geben scheint und laufen über steinige Pfade und trockene Wüsten. Mit Hilfe des Rabbit Proof Fence, dem sie auf ihrer Flucht folgen, wissen sie wo ihr zu Hause liegt und dank Mollys Geschick, können sie ihre Verfolger immer wieder abhängen. Aber 2'000 Kilometer sind ein langer Weg nach Hause.


Kinofilm-Rating

Die Geschichte der drei Mädchen ist eine wahre Geschichte und basiert auf dem Buch von Doris Garimara, der Tochter der echten Molly Craig. Philip Noyce, ein australischer Regisseur, der schon mit 17 Jahren seinen ersten Film drehte und sich mittlerweile mit Filmen wie Clear and Present Danger, Patriot Games und The Bone Collector in Hollywood etabliert hat, erzählt sie gekonnt. Im Mittelpunkt steht der Wunsch der Mädchen ihre Mütter wieder zu sehen und wie dieser Wunsch ihnen die Kraft gibt, diesen langen, mühevollen Weg hinter sich zu bringen. Die nur 11jährige Hauptdarstellerin Everlyn Sampi überzeugt dabei voll und ganz. Und Kenneth Branagh, der den Aborignes Abgeordneten spielt, welcher die drei Mädchen um jeden Preis finden will, ist wie immer sehenswert. Interessant dabei ist, dass Mr. Neville nicht als allein verantwortlicher Übeltäter dargestellt wird, sondern als verblendeter, pflichtbewusster Beamter, der ehrlich davon überzeugt ist, dass er den Aborigines hilft.

Rabbit-Proof Fence schneidet ein düsteres Kapitel der australischen Rassenpolitik an, von dem nicht viel gesprochen wird. Schwer zu glauben, dass diese Politik bis ins Jahr 1971 verfolgt wurde. Wer sich diesen Film anschaut sollte nicht vergessen, dass auch heute noch Tausende von Kindern von ihren Eltern getrennt werden und als Arbeiter und Prostituierte körperlich und geistig ausgebeutet werden.

4.4 Sterne
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03.12.2002 / pf