Possession (2002)

Besessen

Possession (2002) Besessen

Oder: LaMotte fliegt zum Licht

Possession

R.I.P. Christabel LaMotte

Das Liebesleben des Mitte 19. Jahrhunderts lebenden Dichters Randolph Henry Ash (Jeremy Northam) bekommt durch eine Entdeckung des amerikanischen Stipendiat Roland Michell (Aaron Eckhart) ganz neue Dimensionen: Michell entdeckt in einem dicken Schunken, den damals Henry Ash sein Eigen nannte einen handgeschriebenen Liebesbrief einer noch unbekannten Dame; also hat der Umforschte doch nicht nach streng monogamischen Prinzipien gelebt?

Possession

Liebe über menschliche Grenzen

Der neugierige und glücklicherweise findige Michell stösst durch seine Recherchen bald auf die Fährten der lesbischen Dichterin Christabel LaMotte (Jennifer Ehle). Unterstützt (in vielerlei Hinsicht) durch die bezaubernde Dr. Maud Bailey (Gwyneth Paltrow) - und gleichzeitig LaMottes Grossnichte - kommt Michell dem Geheimnis von Ash immer näher. Leider hat nicht nur er wissenschaftliche Lunte gerochen. Übrige Wissenschaftler sind ebenfalls auf den Geschmack von Ruhm und Ehre gekommen...


Kinofilm-Rating

Wer Jennifer Ehle nicht kennt und gerne Jane Austen Produktionen aus dem Hause BBC ein Auge leiht, dem empfehle ich Pride and Prejudice: Unschlagbar, genial, supergut, Top of the TV-Produktionen! Und hier endet die Empfehlung.

Possession, zu Deutsch Besessen ist der Bestseller von Antonia S. Byatt aus dem Jahr 1990. Neil LaBute, seines Fachs Regisseur und Drehbuchautor, packte die schwierige Story und verfilmte die parallel verlaufenden Geschichten von Gegenwart und Vergangenheit. Die erste Erzählung dreht sich um das Leben des Dichters Ash und seiner geheimen Liebe zu LaMotte. Dazu, etwas gar aufgesetzt, wird parallel eine Session aus Michells Dasein und dessen Beziehung zu Dr. Bailey gezeigt. Mehr als mit dem Prädikat "passabel" hätt's wohl niemand hingebracht, der in der Filmwelt tätig ist. (Okay, es gibt noch David Lynch; der hätte eventuell ein undurchsichtiges, mehrschichtiges Irgendwas gebastelt und es entsprechend kunstvoll und zugleich schwierig verpackt.)

Literatur (auch die von Ash) ist Kunst, Film ebenso. Aber das eine garantiert das andere nicht. Possession ist halt ein Kinofilm der Sorte "warten auf TV". Excüsé, s'ist leider so. Eigentlich ist das Gezeigte durchaus sehenswert. Aber verpassen tut man wirklich nichts, wenn der Ruf des Kinos einem nicht lockt (und ob's dieser nach meinem Rating noch bei Dir tut, lieber Leser, ist fraglich). Obwohl alle Schauspieler sympathisch rüberkommen und Jennifer Ehle alleine einen ganzen Sommer ausmachen würde, handelt es sich im vorliegenden Filmfall um einen blossen 0815 Film. Er packt nicht; er überrennt seine Geschichte selber indem das, was jeweils folgt, zu naheliegend ist.

Allrighty. Vielmehr gibt's nicht zu erzählen. Die Vergangenheit ist interessant, die Mimen sind es ebenfalls. Dennoch... es fehlt das gewisse Etwas. Leider.

3.9 Sterne
3.9 Sterne (10 Bewertungen) | 0 Kommentare

2.52.5
18.11.2002 / nd