Pinocchio (2002)

Pinocchio (2002)

Oder: Die Nervensäge mit der langen Nase

Pinocchio

"Bitte... erlös mich und verbrenn mich!"

Das Märchen kennt doch eh jeder, und falls nicht gibts hier eine Kürzestzusammenfassung:

Der einsame Schreiner Geppetto (Carlo Giuffrè) schnitzt sich aus einem Pflock einen kleinen Holzjungen, Pinocchio genannt, worauf dieser dank der Liebe Geppettos zu leben beginnt. Leider ist Pinocchio (Roberto Benigni) alles andere als ein Musterknabe und zieht lieber in die grosse weite Welt statt die Schulbank zu drücken. Er trifft Gauner und Betrüger, aber auch neue Freunde wie die Sprechende Grille (Peppe Barra) und die Blaue Fee (Nicoletta Braschi). La vita wäre bella, würde seine hölzerne Nase nicht bei jeder Lüge ein Stückchen wachsen... Doch wie's sich für ein gutes Märchen gehört wird Pinocchio schliesslich - endlich gezähmt - ein echter Junge.


DVD-Rating

Bei aller Hochachtung für Oskar-Preisträger Roberto Benigni: von einer Neuverfilmung des Pinocchio- Stoffes hätte er besser die Finger gelassen. Denn im Gegensatz zu Das Leben ist schön ist sein Pinocchio weder ein komischer noch rührend menschlicher Film. Sein Pinocchio ist eine von mittlerweile über zwanzig Verfilmungen des berühmten Märchens von Carlo Collodi, aber bei weitem nicht die Beste.

Roberto Benigni schlüpft unglücklicherweise selbst in die Rolle der ungehorsamen Marionette. Unglücklich deshalb, weil er mit einer Rastlosigkeit und übertriebenen Euphorie spielt, so dass man sich beim Zuschauen fragt, ob es nicht besser gewesen wäre, Gepetto hätte die Puppe Benigni nie geschnitzt. Kinder mag dieser Pinocchio womöglich begeistern, für Erwachsene ist er eine unerträgliche Nervensäge.

Nicoletta Braschi als blaue Fee bleibt seltsam farblos, auch ihre unerschöpfliche Geduld macht sie nicht zu einer positiv auffallenden Figur, etwas mehr Pep hätte ihrer Rolle gut getan.

Schade auch, dass alle Charaktere ausschliesslich von Erwachsenen besetzt sind, aber da Benigni nicht mehr der Jüngste ist, wirken manche ihm gegenüber tatsächlich wie Kinder. Einzig die wunderschönen Kulissen trösten über den sonst schwachen Film hinweg.

Die Ausstattung der DVD lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Die Schauspieler werden nicht beschrieben und es werden noch nicht einmal ihre Rollen im Film genannt. Merkwürdigerweise enthält die DVD Trailer zu Filmen wie Der Pianist oder Der stille Amerikaner aber nicht zu Pinocchio selbst. Interviews, zusätzliche Szenen oder das Making-Off sind nicht vorhanden. Nur zum Märchen von Carlo Collodi und den anderen Verfilmungen erfährt man näheres.

Wer Pinocchio in guter Erinnerung behalten möchte, dem sei die süsse Walt-Disney Verfilmung ans Herz gelegt oder besser noch das Märchen von Collodi selbst - natürlich nicht als DVD - sondern als Buch.

1.2 Sterne 1.0 Stern
1.2 Sterne (23 Bewertungen) | 3 Kommentare

1.0 Stern1 von 0.0-6.0
07.01.2004 / th (Inhalt), boxi (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 14.11.2003

  • Bildformat: 1:2.35
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1) / Italienisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Trailer, Ausführliche Hintergrundinformationen zu Pinocchio