Nid de guêpes (2002)

Das tödliche Wespennest

Nid de guêpes (2002) Das tödliche Wespennest

Oder: Hauptsache, es wird geschossen...

"Ich möchte sofort eine Tasse Suppé..."

"Ich möchte sofort eine Tasse Suppé..."

Die Gruppe um Nasser (Samy Naceri) und Santino (Benoît Magimel) verdient sich ihren Lebensunterhalt mit grösseren Diebstählen. Vor allem Geräte wie Laptops haben es ihnen angetan. In einem Lagerhaus in Strasbourg werden gerade grössere Mengen gelagert, und diese Chance wollen sie sich nicht entgehen lassen. Mit Waffengewalt verschaffen sie sich Zutritt und haben bald das ganze Lagerhaus unter ihrer Kontrolle.

"Das heisst Suppe, du Idiot. Sag's richtig!"

"Das heisst Suppe, du Idiot. Sag's richtig!"

Zur selben Zeit wird in der Nähe ein Gefangentransport durchgeführt. Dem albanischen Mafiaboss Abedin Nexhep (Angelo Infanti) soll der Prozess gemacht werden. Dafür, zu sorgen, dass er den Gerichtssaal erreicht, ist ein Spezialkommando unter der Führung von Helene Laborie (Nadia Farès) zuständig. Doch schon bald stösst dieses auf Widerstand. Die Schergen von Nexhep wollen ihren Boss mit aller Waffengewalt befreien. Nach einem intensiven Schusswechsel gelingt es der Spezialeinheit, in ein Lagerhaus zu flüchten. Leider ist es eben jenes Lagerhaus, dass Nasser gerade ausraubt. Die Kleinganoven und die Spezialeinheit müssen nun zusammenspannen, um eine Chance gegen den mächtigen Gegner zu haben.


DVD-Rating

1976 liess John Carpenter eine Gruppe brutaler Männer auf einen Familienvater los. Dieser musste sich dann in ein nahegelegenes Polizeirevier flüchten und sich dort verschanzen. Die bösen Herren fingen dann an, das Gebäude zu umstellen und die Insassen mit Waffengewalt zu terrorisieren. In Assault on Precinct 13 hat es Carpenter geschafft, mit kleinsten Mitteln eine gespenstische Atmosphäre zu kreieren. Von der Ausgangslage her ähnlich, schafft dies das französische Pendant Nid de guêpes trotz wesentlich grösserer Mittel nicht mal im Ansatz.

Die Probleme beginnen schon bei der Figurenzeichnung: Es vergehen beinahe 40 Minuten bis zum ersten Schuss, und bis dahin werden sorgfältig die Figuren aufgestellt. Doch richtig Tiefe hat niemand. Regisseur Florent Emilio Siri glaubt mit einem simplen "Wir gehen nie wieder in den Knast" den Räubern Tiefe zu verleihen. Falsch gedacht. So sind einem die Kleinganoven bald einmal egal, da auch ihr Leader, Profi-Taxi-Fahrer Samy Naceri, und der schüchterne Benoît Magimel wenig überzeugen. Auf der Militärseite schafft es auch niemand, Gefühle zu wecken. Nadia Farès, den meisten wohl bekannt aus Les rivières pourpres, hat ausser massenhafter Munition nicht viel mehr zu bieten. Die Gegner, gegen die die beiden Gruppen kämpfen müssen, sind gesichtslose und vor allem hohle Gestalten, die vornehmlich einfach vor das Gebäude rennen, um dann wie Mohrhühner abgeknallt zu werden.

Wenn also die Figuren nichts bringen, muss es wieder einmal die Action richten. Diese beschränkt sich vornehmlich auf unkontrollierten Gewehrssalven, die mehrere Minuten andauern. Diese sind zwar am Anfang noch interessant anzuschauen, beispielsweise wenn selbst die Cola-Dosen im Kühlschrank explodieren, verleiden aber auch wieder sehr schnell.

Fazit: Nid de guêpes gefällt zwar anfänglich noch mit rasanter Action, versagt aber total bei der Figurenzeichnung, und das bei einer Ausgangsituation, die vor allem auf das Dilemma der Kleinganoven ausgelegt ist. So ist der Film eher viel Lärm um nichts als Assault on Precinct 13 auf Français. Da ist sogar das Remake besser.

Das Bild der getesteten DVD ist in den Tagszenen recht unscharf, zeigt aber in den Nachtszenen ein besseres Bild. Der Ton ist etwas zwiespältig: Die Gewehrssalven sind viel zu leise abgemischt, verteilen sich aber eigentlich recht gut auf den Boxen. Bei einem solchen Film darf man schon ein besseres Soundgewitter erwarten. Neben dem obligaten Kinotrailer wurde noch ein 82-minütiges Making-of draufgepackt, in dem anhand von Storyboards die verschiedenen Szenen erläutert werden.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.52.5

 

25.12.2009 / crs

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