Minority Report (2002)
Minority Report (2002)
Oder: Gsehsches?
2054 hat es in Washington DC seit Jahren kein Mord mehr gegeben. Die Zukunft ist voraussehbar, und so auch jedes Verbrechen - bevor es überhaupt begannen wurde. Das Department of Precrime verfügt über die nötigen Beweismittel, jeden zukünftigen Mörder schon vor seiner Tat zu überführen: Drei sogenannte "Pre-Cogs" - präkognitive, hellseherische Menschen - liefern in ihren Visionen Bilder, welche die Police Officiers schliesslich zum (werdenen) Täter führen. Nie hatten sie sich geirrt.
Es ist das weltweit beste Mittel zur Verbrechensbekämpung - ein perfektes System. Und niemand arbeitet härter dafür als Chief John Anderton (Tom Cruise). Vor sechs Jahren hat er ein Verbrechen erlebt, das er nun wohl Tausenden um jeden Preis ersparen möchte. Nun steht eine wichtige Abstimmung vor der Tür, die das System national einführen soll.
Anderton hat keine Zweifel am System... bis er in den Visionen der Pre-Cogs auftaucht. Das Opfer ist ein ihm Unbekannter, doch der Täter nicht: Anderton wird in weniger als 36 Stunden einen vollkommen unbekannten Menschen ermorden.
Obschon von seiner Unschuld auch in Zukunft total überzeugt, bleibt Anderton aufgrund der erdrückenden Beweislast nur die Flucht. Kann sich das oh-so-perfekte System wirklich irren? In der Stadt der totalen Kontrolle ist jeder seiner Schritte verfolgbar, seine Augen verraten wer er ist, was er will und wohin er möchte. Seine eigenen Männer sind ihm auf der Spur, die Zeit rinnt davon...
DVD-Rating
Steven Spielbergs Film basiert auf eine Kurzgeschichte von Philip K. Dick und erinnert von der Machart und vom Filmset her an Blade Runner ("Film Noir") und an A.I.: Artificial Intelligence, schneidet ein Thema von Gattaca an und ist ebenfalls actionreich wie I, Robot - insgesamt ist es eine ausgeglichene Kost.
Der Hauptstrang der Geschichte wird eingängig erzählt (bewährtes Schema "Verlust/Reha"), zumeist aus der Sicht des Protagonisten John Anderton (sehr Tom Cruise lastig) und die Subplots bereichern unaufdringlich. Aber, obwohl der Film über zwei Stunden Laufzeit besitzt, zeigt er inhaltlich zu wenig Tiefe und bleibt wesentlich (und) actionreich - er lebt eher vom Sturm bis zum tödlichen Ereignis (John Andertons Tat) und der unwiderruflichen Prophezeiung (wobei, die verwirrte Precog spricht von "You have a choice!" - Verzicht ist nun gleich Abwendung oder Aufschiebung?); die Auflösung am Schluss ist gelungen. Faszinierend finde ich zudem die aussagekräftige Beschreibung jener Welt, die in gewissen Punkten die der unsrigen nicht unähnlich ist, worin, durch die fortschrittliche Technologie, der (gläserne) Mensch zig Bytes an Fährten anlegt über die "verfügt" werden, um z. B. mit "massgeschneiderten" Angeboten zu winken oder um geographische und soziale Positionen zu eruieren und worin z. B. auch die unbedenkliche Ausnutzung von (aussergewöhnlich begabten) Individuen im Dienste der Majorität ("Notwendigkeit einer mordfreien Welt") und die Konzequenzen von Transplantationen (Organhandel, Identitätsfrage) erwähnt werden. Komisch wird's, wenn der Detective Witwer inmitten dieser "glitzernden Moderne" die Hütte mit einer papiernen Vollmachtsurkunde einrennt, oder John Anderton mit seinen neuen Augen plötzlich einen japanischen Namen trägt und sich frei bewegen kann, ohne dass eine Alarmglocke schället. Zudem hätte man die Precogs frech mit der zu überwachenden Fehlerrechnung "Minority Report" auch einfach gesundschaffen lassen.
Solide das Schauspiel der gesamten Belegschaft, aber auch der Tom Cruise veredelt nicht nur sich selbst, ist passend besetzt und agiert glaubwürdig, jawohl. Die CGI-Animationen und das Filmset sehen gut aus (Stadt; Jetpacks), es gibt eindrückliche Janusz Kaminski-Kamerafahrten (Vogelperspektive im Hotel; Jetpack-Schlacht) und untermalt Maestro John Williams das Geschehene musikalisch bestens (das outgenössische Musikdepartement informiert).
Kurz, Minority Report ist ein visuell ansprechender Science-Fiction-Film, der viele interessante Aspekte zeichnet und gleichzeitig spannend unterhält.
DVD-Features: Das Bild ist zwar körnig, dunkel, aber passend. Der Ton ist kräftig. Es sind wenig Untertitel vorhanden, "Deutsch" (für Normalhörende) fehlt. Das Navigationsmenu ist stilvoll, schlicht und bedienungsfreundlich. Diese Edition besitzt kein Bonusmaterial. Eine Doppel-DVD mit ausführlichen Extras ist erhältlich.
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4.3 Sterne (156 Bewertungen) | 9 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 15.10.2003
- Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1)
- Sprachen: Deutsch (DTS, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
- Extras: Interaktive Menüs, Szenenauswahl




