Lost In La Mancha (2002)

Lost In La Mancha (2002)

Oder: A Director's Nightmare

Lost In La Mancha

So sollte es sein...

10 Jahre seines Lebens hat Regisseur Terry Gilliam für das Projekt "The man who shot Don Quixote" aufgewendet. Geplant, finanzielle Mittel organisiert, Schauspieler angeworben, Lokationen gefilmt und so weiter. Dann sollte es eigentlich los gehen....

Im August 2000 scharte der Ex-Monty Python seine Schar von Filmemachern um sich, reiste nach Spanien und fing an, den Film zu drehen. Anfangs zwar ohne Schauspieler wie Johnny Depp oder Jean Rochefort, da die noch an anderen Projekten arbeiteten und nur immer zwischendurch Zeit hatten, aber immerhin konnte er einige Einstellungen drehen. Und als dann tatsächlich die ersten Stars des Filmes auftauchen, scheint dem Hitfilm nichts mehr im Wege zu stehen... Oder?

Lost In La Mancha

...aber wenn's so aussieht, wirds schwierig...

Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, resp. die Kohle nicht vor dem Drehen zählen. Denn was kann man machen, wenn der Hauptdarsteller ein Prostata-Leiden hat, dass ihm das Reiten unmöglich macht? Warum fängt es ausgerechnet am Drehtag in der Wüste an zu gewittern? Warum ist das Equipment nicht versichert? Warum machen die Pferde auf einmal nicht mehr mit? Wer beruhigt die Investoren? Wer hat die Drehzeit so knapp berechnet, dass keine Panne passieren dürfte? Und warum läuft das Geld aus?....

Ist der Film noch zu retten?


DVD-Rating

Selten hat man soviel Pech, Unvermögen und Chaos auf einem Filmset gesehen. Diese Dokumentation, oder besser, das "Un-Making-of" zeigt, was passiert, wenn ein genialer, innovativer Regisseur einen Film drehen will, bei dessen Dreharbeiten so ziemlich alles daneben geht, was daneben gehen kann. Dass "The Man who killed Don Quixote" nie in die Kinos kam, wird hier begründet und für einen Jeden, der irgend etwas mit Regie oder Film an sich zu tun hat oder haben will, sei dieser Film empfohlen. Denn nix ist, mit auf dem Stuhl sitzen und im strahlenden Sonnenschein ein bisschen "Cut" rufen. Was hier passiert, ist "The Worst Case".

Was man dem Regisseur ankreiden kann, ist sein Intellekt und seine Intelligenz. Dieses entfacht nämlich ein solches Chaos, dass mit der Zeit keiner mehr weiss, was er zu tun hat. Und mittendrin steht ein meist lächelnder und immer positiv eingestellter Terry Gilliam. Er, der seinen Traum am Boden sieht, ist dann auch klar die Hauptperson dieses Filmes, auf dessen Person der grösste Wert gelegt wird. Das ist sein Lebenswerk. Das ist sein Scheitern....

Fazit: Wenn man bei diversen Filmen jeweils das "Making-of" anschaut, wird jubiliert, gratuliert, geschwärmt und gelobt, was das Zeug hält. Dass nicht alles eitler Sonnenschein ist und mit welchen Problemen die Filmemacher zu kämpfen haben, wird hier eindrucksvoll und sehr interessant gezeigt. Und obwohl ich mich eigentlich nicht in Richtung Regisseur bewege, konnte ich mich während 90 Minuten nicht vom Bildschirm abwenden. Das ist ein echt starkes und informatives Stück Film, dass man eigentlich an jeder Filmschule im Unterricht zeigen sollte.

Die DVD besteht "nur" aus dem Film an sich, der in Ton und Bild solide rüberkommt. Extras sucht man hier vergebens, denn es gibt ja auch keinen eigentlichen Film dazu.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.05

 

22.04.2004 / muri

Community:

Bewertung: 4.5 (18 Bewertungen)

 

 

» Deine Wertung?

Kommentare:

8 Kommentare