John Q (2002)

John Q - Verzweifelte Wut

John Q (2002) John Q - Verzweifelte Wut

Oder: Versicherungslehre auf US-amerikanisch

John Q

"Ich brauch n' Kaffee, aper pronto!"

Der kleine Michael William Archibald (Daniel E. Smith) bricht bei einem Baseballspiel zusammen und nach einer Untersuchung im nahegelegenen Spital steht die Diagnose fest: Michaels Herz ist etwa 3 mal zu gross für sein Alter. Dies führt dazu, dass sein Blutdurck viel zu niedrig ist und der Körper somit auch nicht mit genügend Sauerstoff versorgt wird, was nicht allzu gesund ist. Den Eltern, John Quincy Archibald (Denzel Washington) und Denise Archibald (Kimberly Elise), wird relativ schnell klar gemacht, dass die einzige Überlebenschane ihres Sohnes in einer Herztransplantation besteht. Alternativ dazu könnten sie ihm höchstens noch das Lebensende etwas versüssen, aber mehr als ein paar Monate er es keinesfalls durchstehen.

John Q

"Hallihallöchen, hört mich jemand?"

Die Eltern entscheiden sich trotz des Operationsrisikos für eine Transplantation. Doch damit ist noch lange nicht alles getan: Erst mal muss der Junge auf eine entsprechende Liste für Organspenden und dann muss noch rechtzeitig ein geeignetes Spenderherz gefunden werden. Zu alledem kommen noch die enorm hohen Kosten für solch einen Eingriff. Und da fangen die Probeleme erst recht an: John wurde zur Kurzarbeit verdonnert und somit von der Krankenversicherung zurückgestuft. Ein Eingriff wie er bei Michael nötig wäre, ist mit maximal 20'000$ gedeckt, der Gesamteingriff kostet jedoch 250'000$ und damit Johns Sohn überhaupt auf die Liste kommt, müssen 75'000$ schon mal im voraus bezahlt werden.

John Q

"Ich brauch ein Aspirin!"

Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, die Archibalds versuchen alles zu tun, um das Geld zusammenzukriegen. Ihre Freunde unterstützen sie dabei, wo dies in irgendeiner Art und Weise auch nur möglich ist. Doch auch beim besten Willen bringen sie die zahlreichen Dollars nicht zusammen. Das Spital droht sogar den jungen sterbenden Patienten aufgrund der Zahlungsunfähigkeit zu entlassen. Ein letzter verzweifelter Versuch bei Dr. Turner (James Woods) um Einsicht zu bitten scheitert. Zudem setzt Denise ihren Mann mit den Worten „Jetzt tu doch endlich was" unter einen riesigen Handlungsdruck.

John Q. sieht keinen anderen Ausweg mehr, schnappt sich Dr. Turner und ein paar andere Leute aus der Notaufnahme als Geiseln und schottet sich dort ab. Zusammen mit dem ganzen Polizeiheer trifft auch der Verhandler Frank Grimes (Robert Duvall) am Ort des Geschehens ein. Er soll den Vater des kleine Michaels dazu bringen, die ganze Angelegenheit glimpflich ausgehen zu lassen. Doch John Q. ist zu allem bereit, was seinen Sohn retten könnte.


DVD-Rating

Die Thematik "Arm gegen Reich" bürgt dafür, dass Herz und Schmerz in diesem Film nicht zu kurz kommen. Zeitweise drückt Regisseur Cassavates ganz schön auf die wunden Stellen und prangert das amerikanische Gesundheitswesen (welches in der Tat katastrophal ist - unsereins sollte sich trotz ständig steigender Prämien noch glücklich schätzen) ohne Umschweife und sicher zurecht an. Dass John Q. dabei nicht völlig zu einer zum Kinofilm umfunktionierten Epsiode aus Chicago Hope und E.R. mutiert, ist vor allem den vorzüglichen Darstellern Denzel Washington, Robert Duvall und James Woods zu verdanken, denn gerade neben diesem Trio wimmelt es nur so von lethargisch geschriebenen und ebenso agierenden Charakteren, die, hui, ganz schön mit dem Moralfinger wedeln und dabei nur mässig schauspielern können. Also nimmt man den grossen Mimen das Moralisieren ab, den ungünstig plakativen Nebendarstellern von gehörigem Schwarzwaldklinik-Niveau allerdings weniger. Das unumgängliche Finale, man riecht es fast, kommt zwar publikumsgünstig, aber doch zu aufgesetzt daher. Im ganzen Film gibt es auch keine Überraschungsmomente, alles ist recht vorhersehbar, dennoch ist John Q. sicher kein schlechter Film, dessen gutgemeinte Aussage man gerne aufnimmt.

Erschreckend sind die nicht verwendeten Szenen in den Extras, die für den Film mehr als günstig der Schere zum Opfer gefallen sind.

3.8 Sterne 3.5 Sterne
3.8 Sterne (48 Bewertungen) | 1 Kommentar

2.52.5
03.02.2003 / pj (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 11.12.2002

  • Bildformat: 1.85:1
  • Sprachen: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
  • Extras: Original Kommentar, Original-Dokumentation, "Fighting For Care"und "Behind The Scenes Of John Q."; 6 nicht verwendete / alternative Szenen mit Kommentar, Stab & Besetzung, Trailer