Irréversible (2002)

Irreversibel

Irréversible (2002) Irreversibel

Oder: Le temps détruit tout

Irréversible

Heimfahrt vom letzten Botéllon

Zwei leicht bekleidete Männer sitzen an einem schwülen Abend in einem Zimmer und reden über das Leben. Letztendlich kommen sie zum Schluss, dass die Zeit alles zerstöre. Währenddessen trägt in unmittelbarer Nähe die Ambulanz Verletzte aus einem Club namens "Le Rectum". Einer von ihnen ist Marcus (Vincent Cassel). Was war hier passiert?

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Voller Wut und nicht zu bremsen, sucht Marcus in dem Sado-Maso-Club "Le Rectum" einen Typen namens "Le Tenia". Als er glaubt, ihn gefunden zu haben, kommt es zu einer blutigen Auseinandersetzung, in dessen Verlauf ein Feuerlöscher zweckentfremdet wird. Marcus wird verletzt und fällt in Ohnmacht.

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Irréversible

Was für ein schönes Sofa...

Um die Adresse des Clubs "Le Rectum" ausfindig zu machen, greift der wutentbrannte Marcus vor allem auf Gewalt zurück. Wer nicht sofort Antwort gibt, kriegt eine geknallt. Marcus schlägt unter anderem einen Taxifahrer zusammen und klaut sogar dessen Wagen, um zum Club zu gelangen. Selbst durch seinem Kollegen Pierre (Albert Dupontel) ist er nicht zu bremsen. Marcus hat nur eines im Sinn: "Le Tenia" finden und ihn töten.

Was lässt einen Mann zu einem solchen Tier werden? Die Antwort liegt in der Vergangenheit.

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DVD-Rating

Es war am Filmfestival in Cannes, als der Film uraufgeführt wurde. Einige Zuschauer verliessen den Kinosaal nach nur wenigen Minuten. Die dargestellte Brutalität schlug ihnen doch zu arg auf den Magen. Doch ein Film ist und bleibt ein Gesamtkunstwerk, und deshalb sollte man erst urteilen, wenn man einen Film ganz gesehen hat. Doch zweifelsohne treffen einen die Anfangsminuten von Irréversible wie ein Vorschlaghammer. Mit völlig losgelöster Kamera lässt der französische Regisseur und Drehbuchautor Gaspar Noé die Szene im Sado-Maso-Club drehen. Ähnlich wie Marcus scheint die Kamera ebenfalls ausser Kontrolle zu sein. Die ersten Filmminuten verbringt man so verwirrt und verstört, doch immer mit dem Wissen, dass es einen Grund für all diese Gewalt gibt. Und der ist wahrlich kein schöner. Der Auslöser dieser Taten ist einer der schlimmsten und verstörensten Szenen, die je auf Zelluloid gebannt wurden. Zartbesaiteten ist dieser Film also nicht zu empfehlen.

Von der Erzählweise her erinnert Irréversible an Christopher Nolans Meisterwerk Memento. Die ganze Geschichte wird Szene für Szene rückwärts erzählt. So weiss man lange nicht die Gründe für das Verhalten des Hauptprotagonisten Marcus. Nolan versuchte so Gedächtnisverlust filmisch darzustellen. Noé hingegen zeigt auf brutalste Weise so seinen anfangs erwähnten Leitspruch "Le temps détrouit tout - Die Zeit zerstört alles". So beginnt der Film furios und voller Gewalt und wird gegen Ende immer angenehmer, was sich auch in ruhigeren Bildern zeigt. Jedoch kann man diese Szenen nicht mehr geniessen, sondern sie tun seelisch weh, da man weiss, dass Glück und Freude später im Leben dieser Personen zerstört werden. Die ruhigere Erzählweise steht im völligen Kontrast zum Vorhergesehenen. Aber Noé übertreibt es hier ein wenig und langweilt den Zuschauer am Ende beinahe nur noch.

Irréversible ist ein verstörender und brutaler Trip. Hier wird der Horror nicht durch irgendwelche Monster erzeugt, sondern der Mensch wird als wildester aller Tiere dargestellt. Es ist erschreckend, was wir Menschen einander alles antun können. Glück muss man sich erarbeiten, aber um es zu zerstören braucht es nur eine Tat, oder pessimistisch gesagt: Die Zeit zerstört alles. Irréversible lässt seine Zuschauer deprimiert und nachdenklich zurück. Ideallösungen gibt der Film keine. Für Mainstreamgucker ist dieser Film jedenfalls nicht zu empfehlen, aber allen die offen sind für Neues und starke Nerven haben.

Die hier getestete DVD beinhaltet den Film in französischer Sprache mit deutschen Untertiteln. Das Bild ist nicht frei von Verschmutzungen, doch ein Hochglanzbild wäre bei diesem Film sowieso nicht angebracht gewesen. So gefällt das dreckige Bild eher, als das es stört. Als Extra bekommt man nur einen Trailer, that's it.

4.2 Sterne 1.8 Sterne
4.2 Sterne (22 Bewertungen) | 6 Kommentare

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
31.05.2009 / crs


DVD-Infos

DVD erschienen am 18.06.2003

  • Bildformat: 16:9
  • Sprachen: Französisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Trailer