Seeing Ghosts - Gin gwai (2002)
The Eye
Seeing Ghosts - Gin gwai (2002) The Eye
Oder: Sie mal dort! Da ist nix!
Wong Kar Mun (Angelica Lee) hat ein tragisches Schicksal. Seit sie bei einem Unfall in ihrer Kindheit das Augenlicht verloren hat, wandelt sie blind durchs Leben. Trost findet sie nur bei ihrem Blindenorchester, wo sie Violine spielt und so auch fleissig für Konzerte proben kann. Als sich jedoch die Möglichkeit bietet, durch eine Hornhauttransplantation wieder sehen zu können, ergreift sie diese Chance sofort und lässt die riskante Operation über sich ergehen. Diese ist glücklicherweise erfolgreich, und so erblickt sie nach langer Dunkelheit zum ersten Mal wieder die Wunder dieser Welt durch ihre Augen.
Während sich Wong Kar Mun langsam daran gewöhnt, wieder zu sehen und sich so in der Welt zurecht zu finden, geschehen zusehends verwirrende Dinge um sie herum: In der Nacht sieht sie, wie eine dunkle Gestalt eine Bettnachbarin abholt, und am nächsten Tag erfährt sie, dass diese gestorben sei. Da sie so kurz nach der Operation immer noch etwas unscharf sieht, denkt sie sich nicht viel dabei, doch da erblickt sie wieder unkenntliche Schatten im Krankenhausflur. Als sie später beim Kalligraphieunterricht von einer Frau ohne Augen attackiert und von schrecklichen Alpträumen geplagt wird, werden ihre Zweifel an sich selbst immer grösser. Mit Hilfe ihres Doktors Dr. Wah (Lawrence Chou) macht sie sich auf, um mehr über den ursprünglichen Spender ihrer Augen herauszufinden. Dabei stösst sie auf die schreckliche Geschichte ihrer neuen Augen.
DVD-Rating
Remakes von asiatischen Filmen sind ein Trend, der seit Längerem anhält und bereits mehrere Opfer gefordert hat. Sei es Ringu, The Grudge oder eben The Eye, alle haben ihre amerikanischen Pendants, die mehr oder weniger gelungen sind. The Eye hat mit Jessica Alba soeben sein Remake erhalten, Grund genug, das Original anzuschauen.
Die Pang Brothers lieferten mit The Eye ihren zweiten gemeinsamen Film ab und erweiterten später die Saga mit zwei Sequels. Das Grundkonzept basiert auf einem Zeitungsartikel, den die sie einmal gelesen hatten, in dem über ein 16-jähriges Mädchen berichtet wurde, das sich nach einer Hornhauttransplantation das Leben nahm. Sie wunderten sich immer, was dieses Mädchen wohl gesehen hatte, das sie so schockierte, dass es sie in den Selbstmord trieb. So entstand die Geschichte rund um Wong Kar Mun. Ein Konzept, welches so simpel wie genial ist und natürlich viele Möglichkeiten bietet, um eine gute Geschichte zu erzählen und eine grosse Spannung zu entwickeln.
Wie die Pang Brothers inzwischen auch im genial inszenierten Re-Cycle bewiesen haben, ist das Visuelle eine ihrer grossen Stärken, was man auch bereits bei The Eye erkennen konnte. Dank sehr guter Kameraführung und entsprechendem Soundtrack können sie eine sehr hohe Intensität entwickeln und selbst simple Szenen sehr wirkungsvoll gestalten. Leider fallen die Gruselszenen nicht wirklich kreativ aus und schlagen in die gleiche Kerbe wie zum Beispiel The Grudge oder The Ring. So tauchen meistens irgendwelche bleiche Gestalten auf und, obwohl es keine Mädchen mit langen schwarzen Haaren sind, wirkt das ganze inzwischen doch arg verbraucht.
The Eye baut seine Handlung jedoch bei weitem nicht nur auf einer Aneinaderreihung von Schockeffekten auf, sondern bemüht sich, eine richtig gute Geschichte zu erzählen. So bleibt es bis zum Schluss interessant - was man aber auch der fragilen Hauptdarstellerin Angelica Lee verdanken kann, welche die Blinde sehr gut verkörpert. Dennoch, über alle Zweifel ist der Film nicht erhaben. Der Doktor, der sie betreut, wirkt unter anderem viel zu jung, der krasse Genrewandel von Grusel zu Schnitzeljagd gelingt nur bedingt, und über den Schluss oder den Subplot mit dem kleinen Jungen und dem Zeugnis lässt sich streiten. Zudem wirken einige Bestandteile der Handlung doch stark von The Sixth Sense "inspiriert", denn viele Storyelemente wurden dort schon verarbeitet.
Fazit: Die Pang Brothers haben aus einem eigentlich simplen Konzept einen sehr gut inszenierten Grusler produziert, welcher mit dichter Atmosphäre und Spannung überzeugen kann. Dank sehr guter Kameraführung und gut platzierten Gruselmomenten wird es auch nie langweilig. Obwohl der Film von der Handlung her gegen Ende doch nachlässt und stark von The Sixth Sense inspiriert wirkt, ist er dennoch einen Blick wert.
Die DVD bietet den Film in körniger Qualität, und auch der Ton arbeitet kaum mit dem Surround. Das Bonusmaterial fällt dünn aus und beschränkt sich auf einige Trailer und eine kurze Dokumentation, die in Interviews die Entstehung des Filmes abhandelt.
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3.6 Sterne (7 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 08.07.2004
- Bildformat: Widescreen (1.85:1 - anamorph)
- Sprachen: Deutsch Dolby Digital 5.1, Cantonesisch Dolby Digital 5.1
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Making of in kantonesischer Sprache mit deutschen UT- Original TV-Spot



