Ganz und gar (2002)
Ganz und gar (2002)
Oder: ... und doch nicht ganz.
Torge (David Rott) ist ein Draufgänger, in seinem Leben geht alles rund. Zusammen mit seinen langjährigen Freunden Holger (Oliver Boysen) und Micha (Hanno Koffler) und den Mädchen Lisa (Mira Bartuschek), Alex (Diana Amft) und Geli (Maggie Peren) lebt er seine Jungend unbekümmert sorglos.
Jedenfalls bis zu seinem Unfall. Durch ein nicht korrekt zusammengesetztes Baugerüst stürzt der junge Zimmerman in die Tiefe und verliert sein rechtes Bein. Obwohl er fortan mit einer Beinprothese durchs Leben schreiten - oder eher humpeln - muss, verdrängt Torge seine Behinderung. Seinen seelischen Schmerz überspielt er mit einer gehörigen Portion Zynismus und tut als wär fast alles wie bisher.
Doch seine Umwelt hat sich verändert, seine Freunde sind reifer geworden. Als Holger und Alex heiraten, bekommt Torge Angst. Angst, künftig sein Leben alleine verbringen zu müssen. Obwohl ihm seine Freunde Hilfe anbieten wollen, kapselt er sich mehr und mehr ab. Dass er durch seine Abreitsunfähigkeit langsam aber sicher auch Geldprobleme bekommt, verschlimmert die Sache noch.
Um es sich selbst und vorallem Micha zu beweisen, lässt er sich auf eine doofe Wette ein. Er werde die Lisa - die vor Wochen den Micha abservierte - dazu bringen, seinem Heiratsantrag zuzustimmen. Doch als aus der alten Freundschaft plötzlich mehr wird, droht der ganze Freundeskreis zu zerbrechen...
Kinofilm-Rating
Für ein Erstlingswerk gar nicht schlecht. Jung-Regisseur Marco Kreuzpainter, gerade mal 26 Jahre alt, zeigt liebevoll und doch eindrücklich Einblicke in jugendliche Leben auf der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsensein. Obwohl die Geschichte an sich nicht viel neues bieten kann, vermag sie durch die schlichte Machart zu überzeugen: die Charakteren wirken durchaus ehrlich.
Schauspielerisch gibts nicht auszusetzen, vorallem David Rott spielt den Torge überzeugend und wurde dafür bereits mit dem "Max Ophüls Preis" für den besten Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. Und trotzdem, mehr als einmal möchte man den Film kaum sehen. Denn wie die Charaktere lebt der ganze Film selber vom Jetzt, vom Moment, vom Zynismus.
Deshalb ist es ziemlich schwer überhaupt ein dem Film würdiges Rating zu schreiben. Am besten machst du dir selber ein Bild von Ganz und gar - langweilig wirds dir dabei kaum werden!
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3.1 Sterne (5 Bewertungen) | 0 Kommentare




