Full Frontal (2002)
Voll frontal
Full Frontal (2002) Voll frontal
Oder: 100 Minuten verrücktes Hollywood
Diese inoffizielle Nachfolger von "Sex, Lies and Videotapes" zeigt dem Zuschauer einen Tag im Leben von sieben Personen im Filmbusiness. Linda (Mary McCormack) ist eine Masseuse und sucht den Mann für's Leben. Nachdem sie jedoch dem Produzenten Gus (David Duchovny) eine Massage der speziellen Art verpassen muss, scheint auch sie in eine delikate Situation zu geraten.
Der Superstar Francesca (Julia Roberts) muss einen Film mit einem Neuling drehen. Filmjournalist Carl (David Hyde Pierce) wird gefeuert und seine Frau will sich von ihm trennen.
"Hitler" (Nicky Katt) verkörpert diesen deutschen Herrn auf eine ausgefallene Weise in einem kleinen Theater und bringt damit den Regisseur des Stücks in arge Verlegenheit. Zumal sich dieser auf ein Wochenende mit einer Internet-Bekanntschaft vorbereitet... Und dann taucht auch noch Brad Pitt auf...
All diese Figuren (und noch einige mehr) treffen auf einer Geburtstagsparty aufeinander. Und da geht's drunter und drüber...
Kinofilm-Rating
1989 "schockte" der Regisseur Steven Soderbergh mit einem Werk die Filmwelt. Sex, Lies and Videotapes machte riesigen Wirbel. Der Film wurde auch diverse Male ausgezeichnet. Nun, nachdem Soderbergh mit Ocean's Eleven einen Blockbuster gedreht hatte, macht er sich hier wieder an einen Low-Budget-Film, welcher die inoffizielle Fortsetzung seines Erstlings sein soll. Mit einem Minimalbudget von 2 Mio Dollar, konnte der Regisseur trotzdem namhafte Stars wie Julia Roberts, Brad Pitt (in einem Cameo-Auftritt) oder "Agent Mulder" David Duchovny verpflichten. Sie verzichteten auf ihre horrenden Gagen und dieses "Experiment" wird hier gezeigt. In 18 Tagen wurde der Film abgedreht und keine Szene wurde wiederholt. Darauf bestand der Regisseur. So musste alles im ersten Anlauf sitzen... Mal schauen, was es so hergibt, das Filmchen...
Also, eines vorne weg. Full Frontal ist kein Film mit einer Story, Action oder Special-Effects. Full Frontal ist kleines, aber feines Schauspieler-Kino, das verschiedene Geschichten erzählt und man sollte schon bei der Sache sein, damit man die Anspielungen, die verschiedenen Geschichten und die Hintergründe (Cameos von bekannten Schauspielern wie Jonathan Pryce) verstehen kann.
Wie gesagt, eine eigentliche Story gibt es hier nicht. Es sind verschiedene Geschichten, die sich miteinander verknüpfen und Personen die sich schlussendlich an einem "finalen" Ort treffen.
Das meiste des Filmes wurde (wohl) mit einer Handkamera gedreht und die Qualität lässt auf eher auf ein "Experiment" (was der Film ja auch sein soll) schliessen. Nur bei ein paar Szenen gibt es das "normale" Kinoformat. Was es mit diesen speziellen Szenen auf sich hat, wird einem erst nach einer Weile bewusst. (*hirn, hirn*)
Die Schauspieler, die in diesem Filmchen mitmachten, spielen sehr überzeugend. Am besten gefallen hat mit David Duchovny, der wieder einmal aus seiner "Mulder"-Rolle ausbrechen darf und sich speziellen Sex-Praktiken widmen kann... Leider war seine Rolle für meine Begriffe etwas klein. Ebenfalls gefallen hat mir David Hyde Pierce, als arbeitsloser und (zwischenzeitlich) verlassener Produzent, der seinem Hund spezielle Brownies füttert... (*fly away*...)
Fazit: Ein spezieller Film, für ein spezielles Publikum. Kein Mainstream. Kein Massenfilm, sondern 100 Minuten Einsicht in die verrückte Welt von Hollywood und der Filmindustrie. Wer sich für dieses Thema sowieso interessiert, dem sei ein Besuch mal empfohlen. Alle anderen werden sich wahrscheinlich langweilen, denn die "interessanten" Szenen machen leider nur ca. 1/3 des Filmes aus. Ich fand's interessant, wenn auch nicht befriedigend. Aber das "Everybody needs a release" hat was :)...
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3.3 Sterne (12 Bewertungen) | 1 Kommentar



