Frida (2002)

Frida (2002)

Oder: Frida, Freuda, Eierkucha

Frida

Ein Tänzchen in Ehren....

Frida Kahlo (Salma Hayek) ist ein unbeschwertes Mädchen, das am Anfang des letzten Jahrhunderts aufwächst. Während der Schulzeit macht sie das erste Mal Bekanntschaft mit dem politisch aktiven Maler Diego Rivera (Alfred Molina). Er ist bereits eine Berühmtheit, sie eine Schülerin, die trotz der strengen Zeiten, gerne mal mit dem Freund in den Wandschrank verschwindet....

Ihre Fröhlichkeit wird arg getrübt, als Frida 1925 bei einem Busunfall schwer verletzt wird. Diverse Brüche, Quetschungen und ein Stahlrohr durch den Körper, das Kinderkriegen unmöglich macht. Ein langer Weg der Genesung beginnt, der Frida an die Grenze ihres Lebensmutes bringt. Und als dann auch ihr Freund noch nach Europa reist, scheint die junge Frau endgültig zu brechen. Doch da macht sich ihr unbändiger Willen bemerkbar. Und als sie von ihrem Vater eine Staffel und Malwerkzeug erhält, blüht Frida wieder auf.

Frida

Looking for a Red Dragon?

Kaum gesund, macht sie sich an Krücken und mit eigenen Bildern unter den Armen auf den Weg zum grossen Maler Rivera, um ihm ihre Werke zu zeigen. Dieser ist hell begeistert ab der gezeigten Kunst und sieht in Frida eine attraktive Frau und Seelenverwandte. Die beiden verlieben sich, heiraten und werden zum schillerndsten Paar ihrer Zeit. Obwohl Diego nicht treu sein kann, steht Frida bedingungslos zu ihrem Mann und Mentor. Als Diego die Untreue übertreibt, indem er sich mit Frida's Schwester betrügt, beginnt sich die junge Frau zu lösen und ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen....

Seitensprünge, Bisexualität, Polygamie, Scheidung, Krankheiten, Freundschaften oder politische Wirren. All das wird in dieser Biografie beleuchtet und die Geschichte zeigt die Leidensgeschichte einer Frau von ihrer unschuldigen Jugend bis zu ihrem tragischen Ende.


Kinofilm-Rating

Biographien sind immer etwas delikat. Wird der Film der beschriebenen Figur gerecht? Wird etwa beschönigt? Oder knallhart aufgezeichnet, was wirklich passiert ist?

In Frida (die ich als Person vor dem Film nicht kannte) beginnt die Erzählung in den Mädchenjahren der Hauptperson. Frisch, fröhlich und ungezwungen lebt die junge Mexikanerin ihr Leben und wird durch einen brutalen Schicksalsschlag an's Bett gefesselt. Die Tatsache, dass Frida Kahlo den Kampf annahm und sich nicht geschlagen gab, verfolgt sie den ganzen Film hindurch. Kein Opfer zu gross, keine Mühe zu hart. Aus dem Mädchen wurde eine starke Frau, die sich von ihrem fremdgehenden Mann schlussendlich befreien kann und ihr Leben selber in die Hand nimmt.

Salma Hayek spielt hier die Titelrolle der Frida Kahlo sehr, sehr überzeugend. Man merkt, dass ihr Herzblut in dieser Rolle steckt und dass sie diesen Film drehen "wollte". Ihr schauspielerisch gleichgesetzt ist Alfred Molina, der den "Panzon" (Walfisch) Diego Rivera hervorragend darstellt und trotz seiner Fehler und seiner Laster eigentlich immer ein sympathischer Mann bleibt. Die Szenen, die diese beiden Figuren dann auch bestreiten, sind fantastisch und hätten (meiner Meinung nach) mit einem Oscar belohnt werden sollen...

Der Rest der Crew spielt souverän, die Auftritte bekannter Gesichter hält sich in Grenzen, die Bilder sind wundervoll mexikanisch und die Musik lädt ein zum Burritoessen nach dem Kinobesuch.

Obwohl mir die Titelfigur unbekannt war, verliess ich fasziniert den Kinosaal und habe mir vorgenommen, das nächste Mal, wenn etwas über Frida Kahlo in der Zeitung steht, das Ganze mal genauer zu lesen. Der Film ist toll, beeindruckend und packend. Dramatisch, lustig, romantisch oder traurig. Eigentlich alles mit dabei. Ganz, ganz starker Stoff mit genialen Schauspielern! Top!

4.9 Sterne
4.9 Sterne (50 Bewertungen) | 3 Kommentare

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
31.03.2003 / muri