The Four Feathers (2002)

Die vier Federn

The Four Feathers (2002) Die vier Federn

Oder: Bildopus mit Schmachteffekt

England 1884. Der junge Leutnant Harry Feversham (Heath Ledger) zählt in seinem Regiment zu den Besten, doch kurz vor dem Kriegseinsatz seiner Einheit im Sudan kriegt er kalte Füsse und verlässt die Armee. Daraufhin wenden sich seine Kameraden, sein Vater und selbst seine zukünftige Frau Ethne (Kate Hudson) von ihm ab und senden ihm als Symbol der Feigheit vier weisse Federn. Als Harry erfährt, dass sein ehemaliges Regiment in der Wüste auf fast verlorenem Posten kämpft, macht er sich auf eigene Faust auf den Weg nach Afrika, um alles für seine Freude zu riskieren.


DVD-Rating

Shekhar Kapur hat Four Feathers bildgewaltig und opulent verfilmt. Fürs Auge ist der Film ein wahrer Genuss und zeigt die famose optische Arbeit des Regisseurs, die er schon in Elizabeth wunderbar beherrschte. Dort allerdings verlieh er den Charakteren eine packendere Atmosphäre und hatte eine starke Geschichte zur Hand. Die fehlen ihm leider bei Four Feathers. Heath Ledger spielt wieder einmal unglaublich hölzern und fast teilnahmslos. Dem dem Film zu Grunde liegenden Roman von A.E.W. Mason fügt Kapur einen vielleicht doch zu gewollt kritischen Blickwinkel hinzu (etwas das die 5 Verfilmungen zuvor nicht wagten), gleichzeitig aber verliert er sich in einer nicht überaus romantischen und vorhersehbaren Liebesgeschichte und kommt zu wenig tiefgründig ans Thema Freundschaft und Aufopferung heran.

Die Schlachtszenen sind ungemein fesselnd und realistisch inszeniert, der entscheidende Kampf, der die Engländer in die Falle führt, ist der Höhepunkt von Four Feathers. Leider verliert der Film an Tempo, wenn sich Harry auf die Suche nach seinem ehemaligen Kameraden Trench begibt. Zu lange bleibt der Film hier fast auf Stillstand. Dennoch hat der Film genügend Dichte um ihm über 125 recht vergnügliche Minuten zu folgen. Und für's Auge bietet er, wie eingangs erwähnt, genügend opulenten Schmaus. Seit Lawrence of Arabia hat kaum jemand mehr die Wüste so beeindruckend ins Bild gesetzt. Übrigens: den ganzen Film hindurch war mir der stechende Blick Wes Bentley's (Jack) "ein Dorn im Auge". Woher kenne ich den bloss? Ja, richtig, er spielte den Voyeur in American Beauty.

Die DVD bringt die Farbenpracht eindrucksvoll über den Bildschirm, auch die Tonspur ist überzeugend und sehr plastisch, eine Wohltat für die Dolby-Anlage. Ansonsten sind die Extras nicht über dem Durchschnitt.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.04

 

07.09.2003 / pb

Community:

Bewertung: 3.4 (26 Bewertungen)

 

 

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