Far from Heaven (2002)
Dem Himmel so fern
Far from Heaven (2002) Dem Himmel so fern
Oder: Eine farbenfroh bedrückende Herbstgeschichte...

Ein perfektes Ehepaar?
Irgendwo im Jahre 1957, in einer kleinen Stadt in den Vereinigten Staaten, lebt die Vorzeigefamilie Whitaker. Der Vater, Frank Whitaker (Dennis Quaid) ist ein sehr erfolgreicher Unternehmer, die Mutter Cathy (Julianne Moore) ist die perfekte Ehefrau und behütet mit viel Liebe ihre gemeinsamen zwei Musterkinder.

Eine perfekte Freundschaft?
Gegen aussen wirkt die Familie Whitaker allemal harmonisch und glücklich. Im Innern hingegen beginnen sich langsam die ersten Schwierigkeiten und Spannungen aufzubauen. Bei Frank, der jahrelang seine Homosexualität verleugnete, bricht seine Verzweiflung und Kraftlosigkeit durch; er gibt seinen Bedürfnissen freien Lauf. Cathy, die zuerst geschockt, dann jedoch ihrem Ehemann mit viel Verständnis entgegenkommt, überredet diesen zu einer Therapie, um seine homosexuelle Neigung zu 'kurieren'.
Während Frank es mit der Therapie versucht, vertraut sich Cathy mit ihren Problemen dem schwarzen Gärtner Raymond (Dennis Haysbert) an. Aus dieser Bekanntschaft wird Freundschaft, was die Gesellschaft des kleinen US-Städtchens nicht goutiert. Bald schon werden Cathy und Raymond von Missachtung, fiesem Gerede und puren rassistischen Äusserungen getroffen. Und diese Machenschaften gehen auch von Cathys besten Freunden aus...
DVD-Rating
Vor allem die geschmackvolle, sich in einem wunderschönen Farbambiente tummelnde Kameraarbeit, aber natürlich auch die feine Leistung der Darsteller, allen voran Julianne Moore, begeistern in diesem tiefgründigen vor allem aber depressiven Film, der in dieser Art und Weise eigentlich nur aus Hollywood kommen kann. Kaum zu glauben, dass ein europäischer Filmemacher mit solcher Farbkraft eine so ernsthafte Thematik umsetzen würde. Und Elmer Bernstein liefert eine seiner schönsten Filmkompositionen der letzten Jahre - er hätte dafür nicht nur die Nomination sondern wahrlich den Oscar verdient gehabt.
Sehr treffend und absichtlich überkanditelt ist die fast altmodische Umsetzung der ersten rund 45 Minuten mit dem harten stilistischen Bruch, wenn Cathy von der Homosexualität ihres Mannes erfährt. Wie schon nd in ihrer Filmkritik treffend schrieb, fand auch ich Dennis Quaids Spiel nicht überaus geglückt und recht plakativ. Das ist eigentlich überraschend, a) weil Quaid in der Tat ein guter Schauspieler ist und b) eine einfühlsamere Darstellung ihm auch einen erneuten Karriereschub hätte einbringen können. So aber ist Quaid der eigentliche Schwachpunkt des Films.
Far from Heaven ist auf keinen Fall ein gute-Laune-Film. Man muss sich schon etwas gewissenhafter auf den Stoff einlassen, die Bilder und die Bildsprache geniessen. Dann aber ist Far from Heaven ein sehr gelungenes, wenn auch bedrückendes Erlebnis.
Natürlich verlangt die hier gebotene Farbpalette nach einem gelungenen Transfer und der ist farbtechnisch wirklich sehr gelungen. Die Farben sind umwerfend, die Bildschärfe aber ist nicht immer vollkommen, die Ränder fuseln ein wenig aus - man muss dazu jedoch schon sehr genau hinsehen. Im Tonbereich erfordert Far from Heaven etwas weniger Aufmerksamkeit. Die Dialog- und Musikabstimmung ist aber überzeugend ausbalanciert (in der englischen Originalfassung notabene mit dem Manko der nicht ausblendbaren Untertitel). Bei den Extras gibt es gegenüber der US-Version leider keinen Audiokommentar vom Regisseur. Überhaupt ist diese Sektion mit den üblichen Making Ofs und Trailern eher eine Enttäuschung.
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4.7 Sterne (20 Bewertungen) | 3 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 03.12.2003
- Bildformat: 1,85:1 (anamorph)
- Sprachen: Deutsch (DTS, DD 5.1, DD 2.0), Englisch (DD 5.1 Untertitel nicht ausblendbar)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Dt. und US-Kinotrailer; Hinter den Kulissen; Cast & Crew Infos; Produktionsnotizen; Fotogalerie; Trailer weiterer Filme auf DVD; DVD-Rom Part.

