Dark Blue (2002)

Dark Blue (2002)

Oder: Tag der offenen Tür im LAPD

Dark Blue

Los Angeles, 1981. Im Sog der aufkeimenden Rassenunruhen und ein paar Tage bevor der Prozess gegen vier weisse Cops, die den Schwarzen Rodney King auf offener Strasse verprügelt haben, in die Entscheidung geht, ist der Cop Eldon Perry (Kurt Russel) auf der Strasse und versucht mit seinem jungen Partner Bobby Keough (Scott Speedman) ein paar Killer zu finden.

Auf Befehl ihres Vorgesetzten Van Meter (Brendon Glesson) muss das ungleiche Team ein paar Verdächtige dingfest machen. Doch um die wahren Täter zu decken, hat Van Meter kurzerhand zwei böse Buben aus der Kartei genommen und sie als "Täter" bestimmt.

Dark Blue

Kein Problem für Perry, ein Cop, der dafür sorgt, dass kein Verbrecher davon kommt. Wenn nötig, wird den Tätern auch eine Waffe untergeschoben, sie erschossen und dann zu Protokoll gegeben, dass die Tat in Notwehr verübt wurde. Doch mit genau dieser Einstellung hat sein junger Partner Keough Mühe und muss sich entscheiden, auf welcher Seite er steht - denn Assistant Chief Holland (Ving Rhames) ist den beiden mit seinen eigenen Ermittlungen auf den Fersen.

Als noch jemand die Seiten wechselt, ist das Chaos zwischen Bestechung, Strassenbrutalität und "Dirty Cops" perfekt...


Kinofilm-Rating

Als vor ein paar Jahren L.A. Confidential ins Kino kam, hat mir der Film über die Polizisten in den 50-ern gut gefallen. Ebenso wie Training Day, in dem vor allem Denzel Washington.

Dark Blue versucht auch in diese Richtung zu gehen. Da ist ein älterer Cop, der nach den "weissen" Regeln lebt und auf der Strasse lieber zuerst schiesst und dann Fragen stellt. Ihm zur Seite ist ein Jungspund, der (vom Onkel gefördert) seinen Platz in der Polizeiwelt erst noch finden muss. Den älteren Cop als Vorbild nehmend, wird sich der "Rookie" immer mehr bewusst, in was für einer Lage er sich befindet. Doch ist es für Reue und ähnliches nicht schon zu spät?

Ein starke Geschichte, ein historischer Hintergrund und hervorragende Schauspieler. Kurt Russel beweist einmal mehr, dass er eigentlich für Höheres berufen ist, als Beispielsweise in 3000 Miles to Graceland als Elvis-Figur durchs Kino zu dümpeln. Ich denke, wenn er ein bisschen mehr Gespür für die einzelnen Rollen gehabt hätte, würde er heute in der Riege von zB. Tom Hanks oder Kevin Spacey spielen. Ving Rhames spielt an seiner Seite recht ruhig und besonnen. Charismatische Auftritte hat er einige und auch er macht sich sehr gut. Der Rest des Casts machte ebenfalls einen soliden Eindruck, wobei vor allem Brendan Glesson (der "Monk" aus Gangs of New York) einen hervorragenden Bösewicht abgibt...

Fazit: Dark Blue ist ein Polizei-Thriller der sehr guten Sorte. Spannend, intensiv, brutal und sehr interessant. Auch wenn dem Film im dritten Viertel ein wenig die Puste ausgeht, macht es doch der spannende Schluss wieder wett. Wenn Denzel Washington für Training Day einen Oscar erhalten hat, dann erwarte ich mindestens eine Oscar-Nomination für Kurt Russel. Denn der Typ spielte selten so gut! Und auch wenn Dark Blue schlussendlich nicht an die Klasse von Training Day oder L.A. Confidential heranreicht, ein starker Film ist es allemal...

4.0 Sterne
4.0 Sterne (35 Bewertungen) | 5 Kommentare

44
14.06.2003 / muri