Bowling for Columbine (2002)
Bowling for Columbine (2002)
Oder: ... und Weltfrieden!
April 1999. Zwei Schüler der Highschool in Littleton töten zwölf Mitschüler und einen Lehrer. Wie konnte das passieren? Wer ist schuld? Waren es die Lieder von Marylin Manson? Waren es brutale Videospiele? Oder war es der "normale" Wahnsinn, der in den USA herrscht? Michael Moore geht dieser Frage auf den Grund und bekommt Antworten, die einem den Atem stocken lassen. Oder wusstet ihr, dass man in Amerika in einer Bank ein Gewehr erhält, wenn man ein Konto eröffnet? Diese und andere skurrile, traurige, lustige und beängstigende Geschichten hat Michael Moore hier zusammengetragen und dokumentiert. Die Tatsache, dass zum Beispiel ein alternder Hollywoodstar wie Charlton Heston die NRA (National Riffle Organisation) vorsitzt und darauf pocht, dass jeder Amerikaner eine Waffe als Selbstverteidigung besitzen kann/soll/muss, macht einen schon recht nachdenklich...
Kinofilm-Rating
In Cannes mit der goldenen Palme ausgezeichnet, läuft Bowling for Columbine nun auch bei uns in den Kinos. Schonungslos aufgedeckte Wahrheiten. Beängstigende Zustände in Amerika. Ein Land, dessen Präsident lieber Cowboy spielt, anstatt sich um den Weltfrieden zu kümmern. Das alles gepackt einen Dokumentarfilm mit bissigen Kommentaren. Nachdem sein Buch Stupid White Men dieses Thema schon anpackte und Michael Moore damit zu einem Bestseller verhalf, ist nun der Film mit dem ähnlichen Thema an der Reihe. Von den Kritikern als "Bester Dokumentarfilm 2002" ausgezeichnet, darf man hier auf einen etwas anderen Film gespannt sein.
Dokumentarfilme. Eigentlich nicht so mein Spezialgebiet. Allerdings kommt ein weltinteressierter Mensch kaum darum herum, sich diesen Film anzusehen. Okay, dann mal rein mit mir... Beginnen tut er eigentlich recht witzig. Ein Bankkonto eröffnen? Kein Problem, denn dann kriegt man gleich ein Gewehr dazu. *kopfschüttel* Und weiter geht's. Der Waffenwahn der Amerikaner, deren Geschichte und politisches Handeln mit Blut befleckt ist, nimmt immer grössere Ausmasse an. Ein Höhepunkt des Filmes ist sicherlich der Trickfilm von South Park-Erfinder Matt Stone, der die Angst des weissen Mannes vor seinem schwarzen Ebenbild auf lustige, dennoch bedenkliche Weise zeigt. Das Schulmassaker in Littleton, ein Interview mit Marylin Manson (der eigentlich gar nicht soo böse ist...), eine grosse Lebensmittelkette wird vom Regisseur (der mit zwei Überlebenden von Littleton da auftaucht) dazu gezwungen, Patronen aus dem Sortiment zu nehmen. Und dann natürlich der Schluss, in dem sich der alternde Hollywood-Star Charlton Heston (der immerhin "Moses" spielte) in die Enge gezwängt fühlt und sich (ungewollt) als Rassist outet. Sehr beeindruckendes Material, welches hier über die Leinwand flimmert.
Fazit: Jeder Mensch, der sich für das Weltgeschehen interessiert, der eine Meinung zur gegenwärtigen Lage der USA hat und der einmal hinter die Kulissen des "Land of the Free and Home of the Brave" schauen will, MUSS sich diesen Film anschauen. Man erlebt jede Emotion während gut zwei Stunden. Lachen, Trauer, Entrüstung, Schock, etc. Kein Wunder, wurde dieser Film in Cannes ausgezeichnet. Ein Meisterwerk des Dokumentarfilms.
![]()
4.9 Sterne (140 Bewertungen) | 57 Kommentare


