2LDK (2002)
2 Zimmer Küche Bad
2LDK (2002) 2 Zimmer Küche Bad
Oder: Terror in der Zwangs-WG
Zwei junge Japanerinnen bilden zusammen mit einem Papagei eine Wohngemeinschaft. Lana (Maho Nonami) ist eine dem Markenwahn verfallene Tussi, Nozomi (Eiko Koike) ein strebsames, eher scheues Mädchen vom Lande. Beide sind angehende Schauspielerinnen. Das ist auch der Grund warum sie zusammen leben. Sei wurden von einer Casting-Agentur in dieselbe Wohnung einquartiert. Kein Wunder ist man nur an der Oberfläche nett zu einander. Tief drin können sich die beiden nicht ausstehen. Der Zickenterror eskaliert, ob der falsch angeschriebenen Eier im Kühlschrank und dem fiesen Löschen von Anrufbeantworter-Ansagen auf dem Handy. Das Bewerfen mit den eben erwähnten Eiern ist im folgenden Duell noch die harmloseste Kampfhandlung.
DVD-Rating
2LDK ist die eine Hälfte des Resultats einer Bieridee von zwei japanischen Regisseuren. In nur sieben Tagen mussten Ryuhei Kitamura und Yukihiko Tsutsumi ein Duell zweier Figuren am selben Ort drehen, welche dann im Kino wiederum als Duell zweier Filme präsentiert wurde. Das Publikum sollte den besseren Streifen küren. Gesagt, getan. Entstanden sind dieser Film hier und Aragami, die Rapid Eye Movies nun für den deutschsprachigen Markt als Double-Feature-DVD "Duel Project" veröffentlicht.
Der etwas seltsame Titel 2LDK bezieht sich auf die Bezeichnung von Mietwohnungen in Japan. Eine Google-Suche nach dem Begriff unter Ausschluss von "Film", "DVD" und "Movie" macht schnell klar: Zwei Zimmer, Küche und Bad bilden das Schlachtfeld für die cartoonhafte Gewalt zwischen den beiden jungen Frauen. Die Kriegsführung ist am Anfang mit dümmlichen, inneren Dialogen noch auf psychologischer Ebene, bevor sich der Regisseur seinen Catfightfantasien hingibt und Folter als Spass propagiert. Die Bildqualität erinnert an Archivmaterial aus den 80ern von SF DRS.
Ein exklusives, sehr unprofessionell geführtes Interview hätte wohl das Highlight bei den Extras werden sollen. Die Fragen an Regisseur Yukihiko Tsutsumi werden von einem Japaner ins Deutsche übersetzt, während die Kamera auf dem Regisseur bleibt, der immer nickt, als würde er Deutsch verstehen. Dabei versteht man den Übersetzer sogar als deutscher Muttersprachler nicht richtig. Das japanische Making of ist mal etwas anderes, als die Amerikaner jeweils liefern und berichtet von Fieberschüben am Set. Als eine Art Videotagebuch gestaltet wird am Schluss behauptet, es sei fiktiv. Eine Videomessage, die in Japan vor dem Film im Kino gezeigt wurde, macht mit dem Regisseur und den beiden Hauptdarstellerinnen Stimmung in eigener Sache im Duell gegen den anderen Regisseur. Ein Osterei bietet Zugang zu einer Pressekonferenz mit Maho Nonami und Eiko Koike. Da ich kein Japanisch kann und Untertitel Fehlanzeige sind, ist das einzige Fazit, das ich ziehen kann, dass Koike im richtigen Leben um einiges hübscher ist als im Film. Noch was zu den Tonspuren: Der japanische Track ist zwar leiser, behält aber den kleinen Tick bei, die inneren Stimmen der beiden Frauen auf die beiden Frontlautsprecher zu verteilen.
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3.4 Sterne (8 Bewertungen) | 7 Kommentare
DVD-Infos
- Bildformat: 1.78:1 (anamorphic Widescreen)
- Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1 und dts 5.1, Japanisch: Dolby Digital 5.1
- Untertitel: Deutsch, Englisch
- Extras: Exklusives Interview mit dem Regiesseur', "Making of", Kinotrailer, Videomessage, REM Trailershow


