28 Days later (2002)

28 Tage später

28 Days later (2002) 28 Tage später

Oder: Jim allein in London

28 Days later

Die stille trügt...

Das ist doch ein richtiger Alptraum: Du wachst in einem Krankenhaus auf und bist die einzige Person im ganzen Gebäude. Du gehst auf die Strasse und auch hier erblickst du kein anderes Lebewesen. Dieses Horror-Szenario wiederfährt dem Briten Jim (Cillian Murphy), der auf einmal der einzige Mensch in ganz London ist.

28 Days later

... und man greifft besser zur Waffe...

Was er zu dem Zeitpunkt noch nicht weiss: Vor 28 Tagen wurde ein tötlicher Virus freigesetzt, welcher sich rasend schnell ausbreitete. Jeder, der mit einem Infizierten in Berührung kommt, wird selber mit der Krankheit angesteckt und verwandelt sich innert wenigen Sekunden zu einem zähneknirschenden Zombie mit nur einem Ziel: weitere Nicht-Infizierte anzustecken.

28 Days later

... denn mit diesen Gesellen ist nicht zu spassen!

Jim trifft schon bald auf eine Gruppe wildgewordener Untoten und entkommt ihnen nur Dank zwei anderen Menschen, welche noch gesund sind und den Kampf gegen die Zombies aufgenommen haben. Die Beiden, Selina (Naomie Harris) und Mark (Noah Huntley), führen ihn an einen "sicheren" Ort und klären ihn über die 28 Tage auf, welche er im Krankenhaus verschlafen hat. Jim will sofort zu seinen Eltern und sich von deren Verbleib zu vergewissern, doch was er dort vorfindet hat er sich nicht gewünscht...

Doch obwohl die Lage aussichtslos scheint gibt es ein Fünkchen Hoffnung: Über das Radio wird ein Tonband abgespielt, auf dem eine Militärgruppe auf einen Zufluchtsort für alle Überlebenden aufmerksam macht. Und so brechen Jim und seine Freunde, nur mit Baseballschlägern bewaffnet, auf um diesen Ort zu finden. Doch der Weg ist voller Gefahren, tausende Zombies warten auf frisches Fleisch...


Kinofilm-Rating

Nach den vielen Fortsetzungen und 08/15-Filmen kommt endlich wieder einmal ein Streifen in die Kinos, der das Rad neu zu erfinden versucht. Klar, einige Elemente des Films hat man schon einmal in anderer Form gesehen, doch dennoch wirkt er sehr frisch.

Das beginnt schon bei den Schauspielern, welche noch "unverbrauchte" Gesichter haben und so das Ganze sehr real rüberbringen. Alle spielen ihre Rollen zwar recht gut, sind aber allesamt keine Spitzenschauspieler - doch auch dies kommt der Atmosphäre zu Gute.

Auch optisch geht der Film neue Wege: Der Englische Regisseur Danny Boyle (The Beach, Trainspotting) setzt bei diesem Film eine Digicam ein und verzichtet auf "professionelle" Aufnahmen - obwohl die Einstellungen und Schnitte sehr überzeugen. Der Einsatz der Digicam hat natürlich Vor- und Nachteile: zum einen fühlt man sich dadurch mittendrin, zum anderen verliert das Bild aber dadurch sehr stark an Schärfe und man vermutet zu Beginn, dass etwas am Projektor nicht in Ordnung ist. Die Bilder, welche einem stark komprimierten Filmchen aus dem Internet gleichen, werden nicht jedermanns Geschmack treffen und sorgen für die entsprechenden Diskussionen.

Die Story ist schon interessant wenn man zum ersten Mal etwas darüber liest und so ist es auch spannend wenn Jim das erste Mal durch die leeren Strassen von London marschiert und nicht versteht was um ihn herum passiert ist. Da man mit einer Person schlecht Unterhalten kann, sind die ersten paar Minuten ein bisschen langatmig. Auch zwischendurch hat der Film wieder seine ruhigen Passagen, doch dank der tollen Atmosphäre und den Schockmomenten lässt einem der Film garantiert nicht los.

Schade nur, dass der Film gegen Ende einen grossen Helden-Trip herauf beschwört: Jim nimmt es auf einmal gegen eine Gruppe Militärs auf und versucht zwei Frauen zu befreien. Das gibt dem Film zwar den Action-Part, zum Rest des Films passt es aber nicht. Auch einige andere Szenen trüben die sonst "reale" Atmosphäre - habt ihr schon mal ein Londoner Taxi wie ein Monster Truck über einen Autohaufen fahren sehen?

Fazit: Der Film hat mich in seiner Art sehr überzeugt und ich kann jedem Film Fan nahe legen sich diesen Streifen anzuschauen. Die gewöhnungsbedürftige Kamera und einige brutalen Szenen werden zwar nicht allen gefallen, dennoch bietet der Film für fast jeden Geschmack etwas. 28 Days Later ist ein guter Film mit Drama-, Horror- und Action-Elementen und einer sehr guten Atmosphäre.

4.1 Sterne
4.1 Sterne (153 Bewertungen) | 37 Kommentare

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
18.07.2003 / sj