25th Hour (2002)

25 Stunden

25th Hour (2002) 25 Stunden

Oder: ... und keine Stunde länger.

25th Hour

"Mmmm dein neues Aftershave riecht einfach zu gut..."

Montgomery Brogan (Edward Norton) hat alles. Sein Talent als Basketballspieler bringt ihm ein Stipendium an einer Privatschule ein, welche er dank seiner Intelligenz gut meistert und ganz nebenbei kommt er bei allen gut an. Bis er von der Schule fliegt, weil er nicht aufhören will, seinen Mitschülern Hasch zu verkaufen. So wird Monty Dealer für harten Stoff. Und er ist gut. Geht mit seinem Hund spazieren, verkauft seine Ware; keiner erregt weniger Verdacht. Jetzt hat er noch mehr. Geld wie Heu, ein luxuriöses Auto, eine tolle Wohnung und eine wunderschöne Freundin. Bis er verpetzt wird.

25th Hour

Das letzte Abendmahl... oder so ähnlich

In seiner Wohnung findet man Geld und Ware in Mengen, die ihn zum Klasse A Drogenhändler machen. Das bedeutet 7 Jahre Knast; 7 Jahre die man als junger, gutaussehender Weisser in diesem Knast nicht überlebt, wie man ihm sagt.

Sein Strafmass würde erheblich reduziert, wenn er seinen Lieferanten nennen würde. Dieser aber würde sich sofort rächen und Monty würde nie seinen Vater (Brian Cox), seine einzige Familie, gefährden.

25th Hour

"Sind wir schon blau?" *hicks*

Also tut er sein Bestmögliches um seine letzten Stunden mit Freundin und Freunden zu geniessen. Richtig loslassen kann er aber nicht. Nachdem er den Rest der Welt für seine bevorstehenden Torturen verantwortlich macht, sieht er ein, dass er allein die Schuld trägt und akzeptiert die Strafe dafür.

Nach seiner letzten Nacht in Freiheit bietet sich ihm eine letzte Chance einfach abzuhauen, um unter neuem Namen sein Leben so leben zu können, wie es hätte sein sollen...


Kinofilm-Rating

Es ist schwer nicht schon von Spike Lee gehört zu haben. Noch nie einen seiner Filme (Malcolm X, Girl 6) gesehen zu haben, ist mir aber bis jetzt gelungen. Wenn ich mir jetzt seine früheren Werke anschauen sollte, werden die Erwartungen hoch sein.

Neben der guten Umsetzung einer tollen Story, hat es sich der Regisseur nicht nehmen lassen, seine typischen Merkmale einzubauen (Als Lee-Nichtkenner, glaubte ich diese als solche zu erkennen): Die lebensnahen Dialoge, wie man sie auch von Tarantino kennt (jedoch ohne Quentin-Jargon) und die Rassenthematisierung (konzentriert sich auf eine Szene, reicht aber für den ganzen Film).

Nicht weniger hoch als meine Erwartungen an Spike Lee jetzt sind, waren sie an Edward Norton. Dass er diese locker erfüllt, überrascht mich nicht. Anspielungen an Fight Club sind offensichtlich, passen aber gut in die Story.

Ein Novum hat 25th Hour aber sicher. Es dürfte die wohl erste grosse Produktion sein, die den Ground Zero in den Film und die Handlung einbaut. Eindrücklich.

Auffallend sind auch die Qualitäten der Nebendarsteller. Philip Seymour Hoffman hat sich ja schon ziemlich etabliert. Barry Pepper fällt aber besonders auf und lässt für die Zukunft einiges erwarten. Wer Rosario Dawson schon in MIB II bemerkt hat, darf sich freuen. Ihre schauspielerischen Qualitäten wurden hier ein wenig mehr gefordert und sie hinterlässt keinen so schlechten Eindruck.

Aus dem Film ragen vor allem drei Szenen heraus, die sich mit den Themen Rassentypisierung, Freundschaft und den wahren Werten des Lebens befassen. Es sind diese Szenen, die einen länger als die paar Stunden danach beschäftigen.

4.8 Sterne
4.8 Sterne (86 Bewertungen) | 14 Kommentare

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08.03.2003 / pf