Le Pacte des Loups (2001)
Pakt der Wölfe
Le Pacte des Loups (2001) Pakt der Wölfe
Oder: Lueget nöd ume, d'Bestie gaht ume.
Wir schreiben das Jahr 1776: In Frankreich geht in der Gegend Gévaudans eine Bestie um. Bereits über 100 Personen hat das Monster getötet. Die Leute haben Angst und fühlen sich im Stich gelassen. Deshalb sendet König Ludwig der XV den Naturwissenschaftler Grégoire de Fronsac (Samuel Le Bihan) und seinen Blutsbruder Mani (Mark Dacascos) nach Gévaudan. Sie sollen Nachforschungen anstellen und herauszufinden, womit man es hier zu tun hat. In Gévaudan wird inzwischen eine Hetzjagd auf alle Wölfe der Gegend geplant. Als dabei nichts Gescheites herauskommt, stellt Fronsac die Theorie auf, die Bestie sei vielleicht gar kein Wolf.
Bei der Untersuchung eines Opfers findet er einen Metallzahn und Zeugen sprechen von einem mächtigen Tier, welches von einem Mensch kontrolliert wird. Als Fronsac der Wahrheit bereits sehr nahe ist, kommt aus Paris der Beschluss, man solle die Bestie für tot erklären, da es längere Zeit keine Morde mehr gab. Aber Fronsac und Mani geben nicht auf und sind plötzlich einer riesigen Verschwörung auf der Spur.
DVD-Rating
Wenn ein einziger Film in die verschiedenen Genres Action, Mystery, Horror und History gesteckt wird, kann man sich sicher sein, dass es sich weniger um Mainstreamware handelt. Christophe Gans, dem mit Crying Freeman ein cooles Erstlingswerk gelang, überzeugt auch mit seinem zweiten Werk Le Pacte des Loups. Sein Film ist ein Genremix, der über weite Strecken sehr gut unterhält.
Dass es in Frankreich des 18. Jahrhunderts eine Bestie von Gévaudan gab, ist anhand von vielen historischen Schriften belegt. Gans nutzt dies als Aufhänger, um seine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die er aus vielen verschiedenen Genres und Filmen zusammengeklaut hat. Da gibt es Elemente aus Dances With Wolves, Szenen, welche Kostümfilmen wie Amadeus ähneln, oder Martial-Arts-Kämpfe aus Matrix. Die eigentliche Jagd nach dem Monster gerät dabei öfters in den Hintergrund. Wenn aber Gans im letzten Abschnitt die Suspense-Schraube wieder anzieht, macht er einen groben Fehler: Er zeigt das Monster zu früh. Die Bestie funktioniert bestens, wenn sie nicht zu sehen ist. Sobald man dieses ungelenke CGI-Monster sieht, ist der Schrecken total weg. Schade, dass die Tricks nicht besser sind. Und das bei einem Film aus dem Jahr 2001. Sobald die Komponente Horror wegfällt, fokussiert der Film sich auf eine Verschwörungsstory, welche interessant zu verfolgen ist. Leider ersäuft diese dann in einem zu blutigen Finale, was wieder Abzug gibt.
Aufgewertet wird das Ganze aber wieder mit exzellenten Schauspielern. Der eher bei uns unbekannte Samuel Le Bihan hat die Hauptrolle ergattert und spielt seinen Fronsac abgebrüht cool. Der eher für B-Movies bekannte Mark Dacascos gibt einen überzeugenden Indianer ab. Er ist auch der interessanteste aller Charaktere. In weiteren Rollen sieht man noch Vincent Cassel und Monica Bellucci. Ein Cast, der durchaus überzeugt.
Fazit: Le Pacte des Loups hat seine Stärken in der Story, der Ausstattung und in den Actionszenen. Trotz ein paar Schwächen ist dieser Film spannendes Europakino auf höchstem Niveau. Wer sich auf die Geschichte einlässt und sich in die Welt Frankreichs des 18. Jahrhunderts entführen lässt, wird es nicht bereuen.
Die 2-Disc-Edition punktet mit einem wunderschönen Bild und einem wuchtigen Ton. Wer seinen Kumpels einmal die neue Anlage vorführen möchte, hat hier Referenzmaterial. Vor allem der erste Kampf von Mani ist herrlich abgemischt. Beim Bonusmaterial wurde nicht gespart. Audiokommentare, Dokumentationen und viele Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Szenen werden uns geliefert. Ein starkes DVD-Set.
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4.4 Sterne (30 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
Director's Cut, erschienen am 17.09.2002
- Bildformat: 1:2.35 (16:9)
- Sprachen: Deutsch, Französisch (DD 5.1); Deutsch (DTS 5.1)
- Untertitel: Deutsch; Deutsch für Hörgeschädigte; Französisch; Französisch für Hörgeschädigte
- Extras: Director's Cut mit Audio-Kommentaren von Regisseur und Schauspielern; Verschiedene Trailer; Biografien: Regisseur, Schauspieler; Filmdokumentationen; geschnittene/verlängerte Szenen



