The Mummy Returns (2001)
Die Mumie kehrt zurück
The Mummy Returns (2001) Die Mumie kehrt zurück
Mit The Mummy gelang Regisseur Stephen Sommers und seinem Team 1999 ein Überraschungshit. Für die musikalische Reisebegleitung von Evys und Ricks erstem Abenteuer zeichnete Altmeister Jerry Goldsmith verantwortlich. Seine Musik wartete mit thematisch starkem, romantischem Material und einem ausgeprägten orientalischen Touch auf und erntete viel Kritikerlob (vgl. die Mummy-Scorerezension).
Es überraschte wenig, als sich die Macher von The Mummy 2001 mit The Mummy Returns zurückmeldeten. Viel überraschender war die Tatsache, dass nicht mehr Jerry Goldsmith, sondern Alan Silvestri die Mumienbedrohung musikalisch untermalte. The Mummy Returns galt als Highlight des Kinosommers 2001 und in Anbetracht dessen, dass Silvestri mit seinen letzten Werken wie What Lies Beneath, Cast Away und What Women Want nicht gerade viel Staub aufwirbelte, standen doch gewisse Bedenken im Raum. Doch für The Mummy Returns entfacht Silvestri einen musikalischen Sandsturm und schickt den Hörer auf eine Tour-de-Force, die an und ab auch seinen Back to the Future-Zeiten Tribut zollt!
The Mummy Returns erlitt ein ähnliches Schicksal, wie wir es schon beim Sequel zu The Mask of Zorro (1998) beobachten konnten: Der zweite Teil kommt um etliches verspielter daher und bietet mehr Action-Comedy-Adventure-Score als sein Vorgänger, welcher in beiden Fällen dramaturgisch "seriöser" und facettenreicher war (besonders Goldsmiths The Mummy).
Für die einen positiv, für die anderen negativ ist die Tatsache, dass Silvestri kein einziges Goldsmith-Thema für seine Soundkulisse wieder verwendete. Das thematische Material von Silvestri kommt jedoch auch überzeugend daher:
Das Album eröffnet mit "The Legend Of The Scorpion King", in welchem er das "Scorpion King"-Thema vorstellt, welches durch exotische Instrumentation glänzt. Das Thema ist auf dem Album eher schwach vertreten, da es im Film vor allem während den finalen Schlachten verwendet wird, und diese letzten zwanzig Minuten der Filmmusik durch keinen Titel auf dem Scorealbum repräsentiert sind. (Einen ähnlichen Fall hatten wir schon bei David Arnolds Score zu Tomorrow Never Dies (1997). Grund war das Überschneiden der Album-Produktion und der Film-Postproduktion.) Ein zweites Thema beschreibt die Liebesbeziehung zwischen Rick und Evy. Es kommt ruhig und verträumt daher und wird vorgestellt im kurzen "Just An Oasis". Wegen des mehrheitlich tosenden Charakters des Scores droht dieses Thema in den vielen Dezibels etwas unterzugehen und ist gerade deswegen eine ersehnte Oase der Ruhe für des Hörers Ohren. Ein drittes Hauptthema ist das "Adventure/Rick"-Thema, das besonders prominent in "My First Bus Ride" vertreten ist. Dieses Thema macht mächtig Spass und erinnert stark an das Back to the Future-Thema!
Ein weiteres Thema ist eine unangenehme, trügerische, hinterlistige, auf einer Art traditioneller ägyptischer "Geige" gespielte Melodie, welche die Beziehung zwischen Imhotep und seiner Braut repräsentiert, aber auch die Déjà-vu-Szenen von Evy untermalt. Den Medjai-Wüstenkriegern schrieb Silvestri ein heroisches Thema auf den Leib, welches in "Medjai Commanders" besonders schön präsentiert wird. Ein fünftes und letztes Thema ist das "Journey"-Thema, das im Stück "Sandcastles" und besonders im Film eine sehr beschwingte Wirkung erzeugt. Interessant ist auch, dass Alan Silvestri in "Come Back Evy" fast schon Horner'esque dramatische Steicherpassagen komponierte, welche sich selbst jedoch kaum wirklich ernst nehmen!
Fazit: Mit The Mummy Returns liefert uns Alan Silvestri eine äusserst kraftvolle und unterhaltsame Komposition, welche den Hörer mit ihren ständigen Bläser- und Chorattacken während der fast 70-minütigen Dezibelorgie jedoch auch recht stark beansprucht und dadurch beim einen oder anderen mit der Zeit möglicherweise Ermüdungserscheinungen hervorruft. Äusserst schade ist, dass nach dem hervorragenden "The Mummy Returns"-Track, welcher sämtliche Themen nochmals gekonnt in einer 7-minütigen Suite zusammenfast, der blutleere, emotionslose Song der Band Live durch die Boxen dröhnt und quietscht.
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