Jason X (2001)

Jason X (2001)

Oder: Update für die Matrix Generation

Jason X

whoa, jetzt mach nichts Kopfloses...

Nach vielen Jahren und mehr als 200 Opfern hat das Militär Jason Vorhees (Kane Hodder) endlich geschnappt und hält ihn in einer Forschungsstation gefangen, wo seine Regenerationsfähigkeit untersucht wird. Das Urteil von Projektleiterin Rowan (Lexa Doig) nach den Untersuchungen ist, dass Jason eingefroren werden muss, bis sie eine Möglichkeit finden, ihn definitiv auszuschalten. Dem widerspricht ein geldgieriger Wissenschaftler. Er will Jason in eine andere Anlage verlegen. Ein schwerer Fehler: Jason befreit sich und schlachtet kurzerhand die Eskorte ab, welche ihn hätte unter Kontrolle halten sollen. Rowan nimmt den Kampf gegen Jason auf und schafft es gerade noch, ihn in der Stasiskammer einzufrieren. Dies bleibt jedoch nicht ohne Folgen für Rowan, denn durch ein Leck in der Stasiskammer wird sie ebenfalls mit eingefroren.

455 Jahre später finden Artefaktjäger die Forschungsstation und die Stasiskammer mit Jason. Die Studenten bergen ihn und Rowan aus der Kammer und bringen die beiden auf ihren Forschungskreuzer, wo sie Rowan reanimieren können. Zu Beginn realisieren die Forscher nicht, was für eine Gefahr vom gefrorenen Jason ausgeht und schenken Rowan auch kaum Beachtung, als sie sich nach Jason erkundigt. Als die Wissenschaftlerin, die Jason untersucht hatte, mit aufgebrochenem Kopf gefunden wird, dämmert es den Studenten, dass sie sich in falscher Sicherheit gewogen haben. Der Kampf gegen den Schlächter geht los. Werden sie es schaffen, die Killermaschine ein für alle mal zu stoppen?


DVD-Rating

Ein weiteres Mal wurde ein "Final Friday" kurzerhand ignoriert, und der zehnte und - vorläufig - letzte Teil der Friday-Saga liess nicht lange auf sich warten. Ganz im Stil der neuen New Line Administration hat man sich für den zehnten Teil wirklich bemüht, der Matrix-Generation etwas Neues zu bieten. Und Jason X ist auch wirklich etwas Neues, so neu, dass die Geschichte so gut wie nichts mehr mit Crystal Lake zu tun hat und nach einem kurzen Besuch in einer Forschungsstation nur noch im Weltraum spielt.

Von Anfang an wird klar, dass bei Jason X (der mit dem Jahrgang 2001 mitten in der Hochglanz-Ära entstanden ist) sehr viel Gewicht auf die Inszenierung gelegt wird: kunstvolle Beleuchtung, monumentaler Soundtrack, coole Sets und Kamerapespektiven, die Jason noch grösser aussehen lassen, als er sowieso schon ist. Jason selber hat einen neuen Look und eine neue Hockeymaske erhalten. Beides überzeugt jedoch nicht wirklich - zuviel Innovation am falschen Platz ist eben doch nicht das Wahre. Trotzdem: Noch nie wurde Jason so cool inszeniert wie in Teil zehn. Wenn er später als nanotechnisch verbesserter Über-Jason seinen Auftritt hat, erreicht er definitiv den Status eines Rockstars, der zwar keine Angst mehr einjagt, dafür aber sehr cool aussieht.

Mit den Raumschiffen als Handlungsort und 455 Jahre in der Zukunft kommt frischer Wind in die schon recht eingerostete Serie. Viel geändert hat sich jedoch nicht. Die Charaktere der Teenager entsprechen erneut den schon 1980 etablierten Klischees, und neben dem nervenden Deppen sind auch die Tusse und der Freak wieder anzutreffen. Die hormongesteuerten Studenten hopsen immer noch lieber aufeinander rum, als dass sie büffeln und schauspielerische Fähigkeiten sucht man nach wie vor vergebens. Wenigstens ist mit dem Android Kay-Em 14 (Lisa Ryder) eine Figur gelungen, welche die Handlung wirklich aufmischt. Zusätzlich blitzt regelmässig jener Humor auf, der klar definiert, dass es in Jason X nur noch um Spass geht; wirkliche Spannung sucht man vergebens. Dies ist auch schwierig, wenn der Killer eine Figur ist, die schon seit zwanzig Jahren über die Leinwand läuft.

Jason X ist klar das am aufwändigsten produzierte Kapitel der Friday-Saga und liefert mit den Raumschiffen einen netten Handlungsort. Das dennoch beschränkte Budget kann man aber an den sehr durchschnittlich geratenen CGI-Effekten erkennen. Der Bodycount ist überraschend hoch und schon in den ersten paar Minuten werden sieben Personen umgelegt. Die Kills selber fallen zum Teil sehr witzig aus (Kopf in flüssigem Sauerstoff), aber meistes kommt dabei routinemässig die Machete zum Einsatz. Jason X kann man locker im Funsplatter-Genre einordnen, denn ernst nimmt man die Geschichte sowieso nicht mehr. Statt zu erschrecken, bleibt nur ein breites Grinsen übrig.

Fazit: Jason X ist jenes Friday the 13th-Kapitel, das wohl am weitesten von der Vorlage entfernt ist. Ausser Jason und einer kurzen Erwähnung von Camp Crystal Lake findet man keine weiteren Verknüpfungen. Das Ganze wird als futuristischer Funsplatter präsentiert, mit einigen netten Goreeffekten. Als Sahnehäubchen kommt ein für die Matrix-Generation gepimpter Jason dazu, der noch nie so cool ausgesehen hat und beinahe terminatormässig unter den Teenies aufräumt. Als Abschluss einer Slasher-Serie mit vielen Hochs und Tiefs ist Jason X ganz gelungen und auch wirklich der Versuch, etwas Neues zu bieten. Doch wird auch klar, dass es langsam genug ist und man Jason weder weiter entarten noch weiter von der ursprünglichen Idee entfernen kann. Freddy vs. Jason hat angedeutet, in welche Richtung die Serie gehen wird, wenn sie weiter erzählt wird. Falls es ein weiteres Friday the 13th-Kapitel geben wird, wird es wohl das Remake sein, das schon länger angekündigt ist.

Die DVD präsentiert den Film in sehr guter und scharfer Bildqualität, die jedes Detail erkennen lässt. Ein klarer Ton rockt die Hütte und gibt das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Das Bonusmaterial fällt zur grossen Überraschung sehr üppig aus und bietet mit "The many Lives of Jason Vorhees" einen umfassenden Rückblick auf die ganze Entwicklung einer Horrorikone. "The Making of Jason X" gewährt einen umfassenden Einblick in die Produktion und den Gedanken hinter den Film. Danke New Line.

2.6 Sterne 5.0 Sterne
2.6 Sterne (21 Bewertungen) | 2 Kommentare

3.53.5
31.01.2008 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 18.06.2003

  • Bildformat: allWidescreen (1.85:1 - anamorph)
  • Sprachen: Dolby Digital 5.1 in Deutsch, Dolby Digital 5.1 in Englisch
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Extras: - Audiokommentar der Filmemacher - 2 original Dokumentationen - Trailer