Iris (2001)
Iris (2001)
Oder: eine Bio und mehr
1950 (plus ein paar Jährchen mehr) lebt, studiert und arbeitet Iris Murdoch (Kate Winslet) im englischen Oxford. Ihre einzigartigen, harmonischen und äusserst wertvollen Gedanken - welche aus ihrem hochintelligenten Geist entstehen - verhelfen ihr zu einer grandiosen Karriere als Philosophin und Schriftstellerin. Intellektuell aussergewöhnlich, im Alltagsleben genauso speziell: Iris ist ein extravertiert aufgewecktes, forwärtsdrängendes Energiebündel, das gelegentlich eine etwas sehr interessante Lebensauffassung verfolgt. So ist es auch für ihren Freund John Bayley (Hugh Bonneville) nicht immer einfach, Iris' Art zu verstehen. Dennoch wird aus der Freundschaft alsbald Liebe und die beiden Turteltauben beschliessen, in den Bund der Ehe zu treten.
Bekanntlich werden Menschen älter und weiser. Iris (Judi Dench) hingegen geht einen anderen Weg. Mit zunehmendem Alter wird ihr Gedächtnis allmählich schlechter, bis schliesslich die erschütternde Diagnose steht - Alzheimer wird fortan Iris' täglicher Begleiter sein. Ihr Mann John (Hugh Bonneville) ist vor völlig neue Tatsachen gestellt und muss lernen, gemeinsam mit Iris - und doch alleine - das Leben zu meistern. Doch da bekanntlich Alzheimer kaum aufhaltbar ist, wird John früher oder später nicht mehr ohne fremde Hilfe mit dem geistigen Zerfall seiner Iris fertig...
DVD-Rating
Richard Eyre hat nach den Büchern "Elegy for Iris" und "Iris and her Friends" von John Bayley nicht einfach eine Biografie über Iris Murdoch verfilmt. Vielmehr konzentriert er sich auf das Liebes- und Lebensverhältnis in der Vergangenheit und im Jetzt von Iris und John, geschickt parallel erzählt, ruhig zwischen früher und heute hin- und hergleitend. Auch lässt Eyre, als Iris und John von der Diagnose erfahren, seinen Film nicht in belanglose Krankenhaus- oder Therapieschmonzetten abgleiten, sondern bleibt bei der menschlichen Problematik, die nicht nur den Betroffen sondern auch dessen nächste Umgebung, das häusliche und persönliche Schicksal, schwer trifft und aus der Bahn zu werfen droht. Auf nachvollziehbare Art und Weise erfahren wir so vom irdischen Ende einer langen, nicht einfachen Liebe zweier Menschen, die sich in ihrem Innersten so eng verbunden fühlten, wie man es sich für sich selbst wünscht.
Der Film ist hervorragend gespielt von den vier Hauptakteuren Winslet, Bonneville, Dench und Broadbent, wobei vor allem das ältere Schauspielerpaar ganz grandios die Leinwand füllt. Ein ebensolches Lob geht an die bezaubernde Musik von James Horner, der die stimmigen Bilder und die individuellen Konflikte mit einem feinen musikalischen Netz umgarnt. Sicher kein Film für lustige Wochenendpartys oder einfach schnell zur Unterhaltung, aber ein sehr schönes, leises Ereignis, das man gut und gerne geniessen kann.
Die Zusatzfeatures der DVD sind sehr fad. Das Making-Of ist Promostandard, über die Person Iris Murdoch erfahren wir nur wenig dokumentarisches. Dann gibt's noch einen Kurzspot in Sachen Alzheimer und einen noch kürzeren, der zum Kauf der Filmmusik anregen soll. Und das war's dann schon.
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4.2 Sterne (20 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 09.05.2003
- Bildformat: 1:1,85
- Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch
- Extras: Making Of: das bewegnede Leben der Schriftstellerin Iris Murdoch; Die Alzheimer Krankheit: Ratgeber für Freunde und Verwandte von Betroffenen; Der Iris-Soundtrack von James Horner (nur CD-Werbung).



