Hard Ball (2001)
Hard Ball (2001)
Oder: Harte Bälle - Weiche Jungs
Conor O'Neill (Keanu Reeves) versucht sich mit Wetten über Wasser zu halten. Allerdings verliert er meistens und schuldet so seinen Gläubigern eine Menge Kohle. In seiner Verzweiflung nimmt er einen Job an, der ihn ein Kinder-Baseball-Team trainieren lässt. Die Kids kommen aus der schlimmsten Gegend von Chicago und das Baseball ist ihr einziger (temporärer) Ausweg aus der Misere und ihrem mühsamen Leben.
So nimmt also Conor die Jungs unter seine Fittiche: was anfangs eine Qual für ihn war, nimmt ihn je länger je mehr in Beschlag und er beginnt sich mit dem Team zu identifizieren. Obwohl den Jungs diverse Steine in den Weg gelegt werden, schaffen sie es bis ins Endspiel der lokalen Meisterschaft. Doch vor diesem Spiel werden Conor und die Jungs auf brutalste Weise in die Realität zurückgeholt, in der sie ihr brutales Leben am sozialen Abgrund meistern müssen...
DVD-Rating
Wenn man sich den Trailer zu Hardball anschaut, scheint man sich auf eine lockere, lustige Sportkomödie mit Kindern freuen zu dürfen. Kein Wort darüber, dass diese Jungs in einer brutalen Umgebung wohnen und jeden Abend nach dem Training um ihr Leben fürchten müssen. Dabei ist gerade dieser Umstand enorm wichtig für den Film und die Handlung. Das sind keine gutbürgerlichen, reichen schwarze Kinder, die hier einem Hobby nachgehen. Nein, das sind Jungs, die in dieser Baseball-Liga einen Ausweg aus ihrem harten Leben suchen und darum auch alles dafür geben, in's Team zu kommen.
Dass schlussendlich aus Hardball kein wirklich packender Film geworden ist, liegt an verschiedenen Kriterien. Einmal ist da die Oberflächlichkeit, mit der eigentlich so gut wie gar nicht auf die eigentlichen Hauptdarsteller (die Kinder) eingegangen wird. Dann ist da der "Star" des Filmes (Keanu Reeves), der es nicht schafft, das Publikum in seinen Bann zu ziehen und so weiterhin von "Neo-Bonus" zerren muss. Und schlussendlich kann sich der Film nicht entscheiden, was er denn jetzt eigentlich sein soll. Eine Komödie (lustig, wie die Kinder Baseball spielen) oder ein Drama, dass die Leben der Kleinen aufzeigt und auf dieser Schiene vielleicht mehr Erfolg gehabt hätte.
Hardball hätte ein guter Film werden können - mit einem anderen Star und einer klareren Linie. So ist er leider nur ein höchstens durchschnittlicher Film, der den Seher am Ende unbefriedigt vor dem TV sitzen lässt. Schade, denn Potenzial war sicherlich vorhanden...
Hardball ist auch in der Schweiz nie im Kino gelaufen, so ist die DVD praktisch eine "Premiere". Allerdings geizt man hier ein wenig mit den Extras. Ein Kommentar des Regisseurs, ein Making-of, Trailers, entfallene Szenen und ein Musikvideo sind zwar eine solide Auswahl, aber da es sich doch um eine "reale" Story handelt, hätte man doch noch den einen oder anderen Verweis auf die "realen" Personen anbringen können. Vielleicht Interviews oder TV-Berichte, die sicherlich gesendet wurden. Hätte... Hat man aber nicht. Deshalb ist die Ausstattung der DVD zwar okay, aber keinesfalls etwas Spezielles.
![]()
2.9 Sterne (16 Bewertungen) | 4 Kommentare
DVD-Infos
- Bildformat: 1:1.78 (anamorph)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Französisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Holländisch
- Extras: Interview mit Regisseur Brian Robbins und Autor John Gatins; Making-of; Enfallene Szenen; Musik-Video; Kino-Trailer



