Das Fähnlein der sieben Aufrechten (2001)
Das Fähnlein der sieben Aufrechten (2001)
Oder: Lueg emal dä Fäbu....
1847 fanden die Sonderbundskriege statt, die zur Entstehung der freien Schweiz führten. Es waren die letzten Kriegshandlungen auf Schweizer Boden. Zwei Jahre später kehrt Hermine ("Kisha" Brigitte Kobel) aus dem Welschland in ihr Heimatdorf im Bernbiet zurück. Sehr zur Freude von Schneiderssohn Karl (Fabien Rohrer), der sich schon lange die junge Frau verliebt hat. Wenn es aber nach Hermines Vater, Frymann (Paul Eggenschwiler), geht, dann soll nicht der junge Mann seiner Tochter schöne Augen machen, sondern der reiche Investor aus Zürich, Ruckstuhl (Erich Vock). Denn der geschäftet mit dem Vater, und schliesslich soll die Zukunft der Tochter gesichert sein.
Als eine Gruppe von Männern des Dorfes, die "Sieben Aufrechten", zu einem Schiessfest nach Aarau aufbrechen, will Karl beweisen, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Dass er Angst vor Gewehrschüssen hat, macht sein Unterfangen nicht gerade einfacher. Doch zusammen mit Hermine hat er sich geschworen, sich nicht mehr von seinem Vater unterdrücken zu lassen und will diesen aus den Klauen des alten Frymann befreien. Doch für Widerständler ist die Zeit eigentlich noch nicht reif...
DVD-Rating
Regisseur Simon Aeby (The Headsman) hatte sich 2001 einer Vorlage von Gottfried Keller angenommen, diese ein bisschen aufpoliert und die Rollen mit bekannten Gesichtern besetzt. Mit Das Fähnlein der Sieben Aufrechten konnten immerhin über 60'000 Zuschauer in die Kinos gelockt werden, und der Film hatte mit dem Paar Kisha/Rohrer auch genügend Material für die Medien...
Gedreht vor der Kulisse des Freilichtmuseums Ballenberg, braucht Das Fähnlein der Sieben Aufrechten einige Zeit, bis sich die Geschichte entwickeln kann und den Zuschauer zu interessieren beginnt. Alles wird gemächlich umgesetzt, die Dialoge werden ebenfalls in altmodischer (aber natürlich zur damaligen Zeit wohl aktuellen) Sprache gesprochen und manch einem Darsteller sieht man an, dass eine Filmproduktion nicht zum Alltag gehört. Dafür hat man schliesslich die Schauspieler geholt, die sich zu profilieren versuchen.
Einen recht guten, weil witzigen Eindruck macht dabei Erich Vock als Zürcher in Bern mit einem Herz für Butterguetzli. Aber auch Fabien Rohrer und Brigitte Kobel können sich sehen lassen, auch wenn man ihnen deutlich anmerkt, dass sie eher auf anderen Gebieten daheim sind. Wäre damals das Snowboard schon erfunden gewesen, der Rohrer hätte sicher mehr glänzen können. In kleinen Nebenrollen entdecken wir auch Reto Peritz und SF-DRS-Allzweckwaffe Sven Epiney. Zum Glück singen die beiden aber nicht...
Fazit: Das Fähnlein der Sieben Aufrechten ist nett anzuschauen, hat eine tolle Kulisse und geht gemächlich seinen Weg. Das macht zwischendurch jedoch einen sehr zähen Eindruck, und die Dialoge brauchen schon einen gewissen Goodwill für die alten Tage. Ansonsten aber ist der Film ganz okay geworden.
Die DVD hat einige schöne Extras zu bieten, von denen das Making-of und der Castingausschnitt die interessantesten sind. Dazu gibt's Videoclips, nette Audiokommentare und natürlich Biografien der Darsteller und Macher. Technisch ist der Film ebenfalls anständig gelungen und kann mit schönem und starkem Bild überzeugen. Beim Ton hingegen kommen einige Passagen etwas gar leise rüber.
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3.6 Sterne (8 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 03.10.2001
- Bildformat: 16:9 (anamorph Widescreen)
- Sprachen: Mundart (DD 5.1); Mundart (DD 2.0)
- Untertitel: Englisch, Französisch
- Extras: Making-of; Bildergalerie; Videoclip; Audiokommentare; Biografien; Catsingausschnitt; Gelöschte Szenen; Trailershow



