Cabin Fever (2001)
Cabin Fever (2001)
Oder: Mal wieder in der Waldhütte....
"Schule ist Scheisse". Oder "Schule ist erst dann geil, wenn sie fertig ist"... So oder ähnlich tönts aus dem Wagen, in dem fünf College Absolventen sitzen. Und es sind die üblichen Verdächtigen, die hier eine Reise antreten, mit deren Ausgang sie natürlich nicht gerechnet haben, als die Mutter des Einen eine Holzhütte reservierte und der Plan für diese Ferien in die Tat umgesetzt wurde.
Aber was sind denn das für Leute, denen wir hier über die Schultern gucken. Da wäre mal ein netter, höflicher junger Mann, der für seine Kollegin schwärmt. Die ist natürlich auch dabei und man mag vermuten, dass sie noch kein Mann so richtig durchgenudelt hat. Ausserdem wäre da noch eine junge Frau, die Sex klasse findet und wenn wir das Wort schon ausgegraben haben, schon ein paar mal durchgenudelt worden ist. Ihr Freund ist auch dabei. Er wird sich den anderen in der Gruppe von einer Seite zeigen, die man nicht erwarten kann. Und der letzte Mann im Bunde ist einfach ein Vollidiot, der liebend gerne auf Eichhörnchen schiesst ("weil sie schwul sind"), gern Bier säuft und wahrscheinlich für Sex zahlen muss.
Diese illustre Gruppe platziert sich also im Hüttchen, dass verlassen irgendwo am Waldrand steht und keiner ahnt, dass bald was passieren wird, dass die Ausgangslage grundlegend ändern wird. Der Idiot (der mit dem Luftgewehr) macht den "First Contact", als er nämlich einem Mann im Wald begegnet, der irgendwie so aussieht, als wäre er durch den Fleischwolf gedreht worden. Dieser Mann aus dem Wald taucht dann später nochmals auf, kotzt der Gruppe das Auto voll Blut und wird halbtot geschlagen. Dass er dann noch in die lokale Trinkwasserdestilierungsanlage (oder wie man dem auch immer sagen will) fällt, hat er wahrscheinlich mit Absicht gemacht. Auf alle Fälle ist er tot und das Virus, das ihn befallen hat, ist nun Bestandteil des Trinkwassers der Gegend...
... welches die Gruppe natürlich trinkt. Und während sich der Nette und die Jungfrau näher kommen, muss er feststellen, dass die monatliche Blutung bei ihr ein bisschen übertrieben hat, denn als er seine Hand unter ihrem Slip wieder hochnimmt, ist diese mit Blut getränkt. Tja, was macht man, wenn einer der Gruppe "krank" zu sein scheint? Natürlich, man lässt sie in der nahe liegenden Scheune verrotten und versucht, sich nicht anzustecken. Dass das nicht gelingt, ist klar. Zwar ist die Olle tot, aber der Virus, ja der böse Virus, lässt sich nicht mehr aufhalten....
DVD-Rating
"Muahaha", da hat aber einer die Gebrauchsanleitung für einen Horrorfilm ganz gut gelesen. Denn wie sonst erklärt man sich die Abgeschiedenheit der Hütte, die Zusammensetzung der Charaktere und die haarsträubenden Zufälle, die in diesem Film zum tragen kommen? Regisseur Eli Roth wollte schon lange mal so einen richtig blutigen Film machen und drum kommen wir jetzt in den "Genuss" von Cabin Fever.
Die Schauspieler holte man aus den Tiefen der TV-Unterhaltung, wo jene sich mit den Power Rangers oder mit stimmlicher Unterstützung für Kim Possible rumschlagen mussten. Nun sind sie bekannt(er), haben in einem Horrorfilm mitgewirkt, der für diverse Genre-Preise nominiert worden ist und der mit einem Budget von 1,5 Millionen Dollar ein Einspiel von knapp 22 Millionen Dollar vorzuweisen hat. Well done!
Die Geschichte an sich ist natürlich vorhersehbar. Ebenso natürlich gibt's ein paar schöne Blutszenen, verschandelte Körper, einen gefrässigen Hund und Konflikte in der Gruppe. Also, wer sich von diesem Film mehr als das erwartet, ist selber schuld. Denn es gibt etwas, was der Zuschauer hier nicht erwarten darf: Ernsthaftigkeit. Der Film will splattern, unterhalten und ein bisschen *wääääh*-Stimmung verbreiten. Mehr nicht. Keine nennenswerten Dialoge, keine genialen Schauspieler oder irgendwie Szenen, die man der Menschheit nicht vorenthalten darf. Cabin Fever ist ein simpler Horrorfilm, der durch eine schöne Menge von Blut dem einen oder anderen Fan zu gefallen weiss. Mehr kann er nicht und ich vermute, mehr will er auch nicht.
Fazit: Cabin Fever sieht man sich am besten mit einem Bier in der Hand und einer grossen Tüte Popcorn an. Die Grusler sind nicht so schlimm, dass man das Bier verschütten könnte und bis man die vom Virus gezeichneten Personen sieht, sollte die Popcorntüte leer sein. Auch wenn er natürlich gehypt wird, ist der Film eher was für die Lachmuskeln, denn fürs Nervenkostüm. Und wenn man sich dem bewusst ist, dann kann man diesen Film auch ohne grosse Probleme anschauen. Und wenn mans nicht tut, verpasst man auch nicht viel....
Auf der Disc 1 findet man 5 (!) Audiokommentare. Der Regisseur ist immer dabei. Die Partner wechseln. Wohl dem, der Zeit hat, sich diese alle anzuhören. Zusätzlich kann man sich noch ein paar gruslige Trailer anschauen. Aber "the real Fun" fängt erst auf Disc 2 an... Denn diese bietet viele Extras, die zum Teil recht witzig sind. Zum Beispiel die familienfreundliche Version des Filmes. Geht knapp über 1 Minute.... Im Film macht man Bekanntschaft mit einem beissenden, blonden Jungen. Er darf auch noch zwei Features zum Besten geben, in denen er zeigt, dass er inzwischen gelernt hat, mit dem Küchenmesser (oder wies richtig heisst "Samuraischwert") umzugehen. The Rotten Fruit ist eine abgefahrene Früchtemusikband, die per Knettechnik belebt wurde und hier in 3 Episoden wirklich lustige Geschichtchen zu bieten hat. Zwei Dokumentationen sind ebenfalls abrufbar. Die eine entpuppt sich als "Making-of" und das andere als lockeres Gespräch (oder "Chat") mit dem Regisseur. Eigentlich recht sympathisch der Junge. Nimmt das ganze recht easy...Die "naked News" sind was ganz Spezielles. Da wird ein kleiner Bericht über den Film gezeigt. Moderiert wird er einmal von einer nackten (jawohl, die hat nix an..) Frau und (für die Mädels) einem nackten (auch er hält Mikrophon unübersehbar in die Kamera) Mann. *hmmm*, ob man das bei den Schweizer Kinosendungen auch einführen sollte? *schauder*, wohl eher nicht... Eine Fotogalerie und die üblichen Trailer runden das Angebot ab. Eine richtige Spass-DVD. Es geht also auch so.
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DVD-Infos
Special Edition, erschienen am 09.03.2005
- Bildformat: 2.35:1
- Sprachen: Englisch (Dolby 5.1), Deutsch (Dolby 5.1), Deutsch (Dolby TS 5.1)
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Audiokommentare, Trailer, Familienfreundliche Version, Musikvideo, The Rotten Fruit, Fotogalerie, Naked News, Interview, Making-of, Schwertdemonstration



