Baby Boy (2001)

Baby Boy (2001)

Oder: Grosser kleiner YoYo!Bär

Baby Boy

"You fuckin' lie to me?"

Jody (Tyrese Gibson) ist ein 20jähriger arbeits-, ziel-, ideenloser Afroamerikaner, der mit dem Erwachsenwerden kämpft. Er als Vater von zwei (!)Kindern von zwei verschiedenen Frauen (!) - Yvette (Taraji Henson) und Peanut (Tamara LaSeon Bass) - lebt immer noch bei seiner alleinstehenden, 36jährigen Mutter Juanita (A. J. Johnson). Wenn Jody mal am "hängen und pennen" ist, sitzt er zusammen mit seinem Busenkumpel Sweetpea (Omar Gooding) in der Weltgeschichte rum.

Baby Boy

"Don't fuckin' fool me, Baby Boy!"

Die Dinge ändern sich für Jody, als dessen Mutter eine Beziehung zu Melvin (Ving Rhames), einen früheren Gangster und überzeugter Lebensstil-Änderer aufbaut. Melvin ist überzeugt, als selbständiger Geschäftsmann das "Richtige" für sich gefunden zu haben. Jody befürchtet aber, dass Melvin trotz seines sanften Verhaltens und jener Strassenphilosophie früher oder später wieder seine Mutter schlagen werde... wie der Typ ihrer vorhergehenden Beziehung.

Baby Boy

"Yeah, Man. I'm fuckin' proud of my Baby Bike!"

Um dem Ganzen Stress noch eines draufzusetzen verlangt Yvette, dass Jody endlich seinen Arsch "lupft" - was er um keinen Preis tun will - und er muss irgendwie mit Rodney (Snoop Dogg) z'Schlag kommen. Rodney? Ex-Knacki, "Bekannter" von Yvette, der ein kleines, längeres Visitchen bei ihr vorhat. Viel Glück...

Der Gong macht diesmal nicht "Gong" sondern "Klick" und Jody begreift endlich, dass er sein Leben echt in Angriff nehmen und die Verantwortung für seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft übernehmen muss.


Kinofilm-Rating

"Hey Baby Boy! Grow up Man!", "Fuck you!", etc. und das ist bei weitem das harmloseste, was es zu hören gibt. Was diese Afroamerikaner sich gegenseitig und untereinander an den Kopf werfen... würde dies ein Weisser tun, sässe er wohl ganz schlimm in der Scheisse. Aber unter "Brüdern" darf man sich "Ni**er" nennen, klar!

Thema: Junger Mensch muss lernen erwachsen zu werden. Moral, Nächstenliebe, Familiensinn, Treue, Arbeit, Zuversicht, Freunde, all dies wird zur Führung eines ausgeglichenen Lebens verlangt oder vorausgesetzt. Das diese Subjektive z.T. von den Betroffenen hart erkämpft werden muss, entspricht der Realität. Und nicht jeder schafft es. Aber Labber hin und her...

Baby Boy ist ein unterhaltsamer, teils uninteressanter Film, gedacht für fast jederman. Minderjährigen ist ein Kinobesuch jedoch nicht zu empfehlen. Zuviel "Fuck you!", "relativ brutale Szenen" und "Popp-Athletik recht animalisch-genüsslicher Art" bestimmen oft die Handlungen und Dialoge. Da kann der schweizerische Realitätssinn arg in Mitleidenschaft gezogen werden. Und nichts ist uncooler als sich wie brünstige, aggressive Männermisthaufen aufzuführen.

Ein Fazit kann ich nicht ziehen. Unsympathisch ist mir der Kuchen nicht. Dennoch bleiben meine Gefühle gemischt. Prädikat "mittelmässig" für Filmkenner und -lieber, "gut" für Szene-Typen und Psychologen, "sehr gut" für *?*. Ich bin gespannt auf ein Feedback!

3.5 Sterne
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04.10.2001 / nd