Ali (2001)
Ali (2001)
Oder: Hat mächtig Bumms gemacht!
USA 1964: Cassius Clay (Will Smith) hat es geschafft: Nach dem Sieg über Sonny Linston ist er erstmals Boxweltmeister im Schwergewicht. Doch nicht nur im Ring, auch privat hat er die nächsten Jahre zu kämpfen: Er schockiert die Öffentlichkeit, als er sich zum Islam bekennt und den Namen Muhammad Ali annimmt. Seine einst enge Freundschaft mit Malcolm X zerbricht ebenso wie seine erste Ehe. Dann weigert er sich, Kriegsdienst in Vietnam zu leisten und wird mit Kampf- und Reiseverbot bestraft; der Weltmeistertitel wird ihm aberkannt. Muhammad Ali ist am Ende, doch er gibt nicht auf. 1971 kann er endlich in den Ring zurückkehren und tritt gegen Joe Frazier an. Seine grosse Stunde schlägt im Oktober 1974 in Kinshasa, Zaire: Ali tritt gegen den bisher unbesiegten Champion George Foreman an, im Kampf des Jahrhunderts, dem legendären "Rumble in the Jungle"...
DVD-Rating
Wieso ist Michael Manns Ali wohl der unerwartete Kinoflop geworden? Besetzungsproblem: Obwohl Will Smith eine seiner bisher besten Leistungen gibt, hat sich das actiongewohnte Smith-Publikum von unter 20 Jahren kaum mit einem wenig spannenden Sportler-Porträt anfreunden können. Doch es ist bewundernswert wie sehr sich Smith in den Boxer einfinden konnte und wie ähnlich er der Boxlegende in diversen Einstellungen sieht. Sport oder Mensch: Michael Mann ist es nicht gelungen, genügend tief in den Menschen Muhammad Ali hineinzusehen, seine Beweggründe in religiöser aber auch politischer Hinsicht werden nur ansatzweise aufgezeigt, der Mensch Ali bleibt eine kämpferische, selbstbewusste, dennoch innerlich unbekannte Person. Auch seine familiären Bande bleiben, obwohl ansatzweise vorhanden, auf der Strecke. Für einen reinen Sportfilm bietet Ali nicht genug Spektakel oder mitreissende Sieg-oder-Niederlage-Stimmung. Der Film ist vielmehr ein Zwitter aus Sport, Drama und Biografie.
Was bleibt ist ein handwerklich ganz hervorragend umgesetzter Film, dessen Boxkämpfe stilistisch und visuell stark choreografiert und mit dem zeitdokumentarischen Moment der Handheld-Kamera unterlegt wurden. Neben Will Smith vermag vor allen Dingen Jon Voight, den ich unter seiner Maske kaum erkannt habe, in der Rolle des Sportreporters und Freundes Howard Cosell zu überzeugen. Auch zeigt Regisseur Mann den Sportler als Revoluzer. Der Boxer Ali ist eine laufende PR-Maschinerie mit seinen Sprüchen und Gesten, etwas was es zuvor im Boxsport kaum gegeben hat und heute zu gängiger Praxis ausgeartet ist. Über die Dauer von 150 Minuten vermag Ali nicht immer zu packen, hat durchaus seine Hänger und nimmt den ein oder anderen etwas überhasteten Zeitsprung in Kauf. Doch ist der Film ein bemerkenswertes Dokument über einen Mann, den ich gerade noch, ganz weit weg, in schwarz-weiss TV-Bildern in Erinnerung habe und den viele jüngere Zuschauer eigentlich nur noch als den von Parkinson gezeichneten Menschen kennen, der an diversen Sportehrungen und Anlässen auftritt.
Ganz traurig ist aber der Auftritt der DVD. Zwar ist das Bild von einwandfreier, sehr klarer und superscharfer Qualität, auch die Tonspur, wenn auch bisweilen etwas überbordend laut bei Songsequenzen, aber mit prächtigem Stadionambiente bei den Kämpfen, ist überzeugend, doch ansonsten gähnende Leere in Sachen Dokus, Drehberichten etc. Kein einziges Extra ist zu finden. Nix, nada?
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4.1 Sterne (35 Bewertungen) | 9 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 24.03.2003
- Bildformat: 2.39:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Englisch, Deutsch (für Hörgeschädigte)
- Extras: Szenenauswahl (...)


