A.I. Artificial Intelligence (2001)
A.I. - Künstliche Intelligenz
A.I. Artificial Intelligence (2001) A.I. - Künstliche Intelligenz
Oder: Super-Teddy auf Abenteuertrip
Vor langer, langer Zeit lebte einst ein Junge namens Pinocchio. Er hatte ein klitzekleines Problemchen: Er war aus Holz, und hölzerne Jungs habens nicht einfach. Und doch hatte er das Glück auf die blaue Fee zu treffen, welche ihn in ein richtiger Junge verwandelte. Warum ich das Märchen hier summiere? Ganz einfach: Ich vermute Pinocchio wurde wiedergeboren...
Irgendeinmal in der Zukunft (naja, wohl immernoch das 21. Jahrhundert, aber egal) hat der Treibhauseffekt die polaren Eiskappen geschmolzen, das Klima wurde chaotisch und andere wüste Dinge passierten. Das bedurfte natürlich gewisse Anpassungen im täglichen (Menschen)Leben. Frauen brauchen eine Lizenz zur Schwangerschaft und Roboter - beinahe menschlicher als die Menschen - haben eine wichtige Rolle im täglichen Leben erhalten.
Doch Professor Hobby (William Hurt) will mehr: Roboter sollen nicht nur die Freunde und Helfer der Menschheit sein. Hobby möchte Gott spielen, indem er einen liebenden Roboter schafft. Und was gibt es reiner und ehrlicher als die Liebe eines Kindes zu seiner Mutter?
David °1 (Haley Joel "I see dead people" Osment) wird er-/ge-schaffen: Mutter soll Monica (Frances O'Connor) und Vater Henry Swinton (Sam Robards) werden. Die beiden wollen mit dem Cybersohn über die Trauer um ihren im Koma liegenden Sohn Martin (Jake Thomas) hinwegkommen. Alles läuft gut, und wirklich scheint Davids Liebe für Monica unendlich zu sein. Tragisch wirds jedoch, als Real-Sohn Martin unverhofft - kommt oft - aus dem Koma erwacht und sogleich David unmissverständlich klar macht, dass Elektronik und Fleisch & Blut halt doch ganz was anderes sei.
Und hier beginnt das eigentliche Märchen: Zusammen mit dem androiden, sexy Giggolo Joe (Jude Law) und Talking Teddy, The SuperToy™ (mit der Stimme von Jacke Angel) macht sich David auf die lange Suche nach der legendären Blauen Fee...
DVD-Rating
Spielberg verfilmt Kubrick's Vision der weitentwickelten künstlichen Intelligenz - und nach dem ersten Schock den 3. Akt und das Finale betreffend, gewinnt man dem Film einiges ab. Von Seite der Darsteller liess sich viel erwarten und Osment aber vor allem Jude Law spielen exzellent. Nach wie vor den stärksten Eindruck hinterlässt aber der erste Akt in David's neuem Zuhause, den Konflikten und dem Neid des "echten" Sohnes ausgesetzt, dort hat A.I. seine besten Momente. Von eher Kubrick'scher Sicht scheint hingegen die Flesh Market-Inszenierung zu sein, einem apokalyptischen Schrottinferno, wenn auch Spielberg vorgeworfen wurde, besonders in Akt 3 (Eiszeit, blaue Fee) äusserst viel Einfluss auf die Story genommen zu haben. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt allerdings, dass der grosse Teil des Designs von A.I. noch zu Lebzeiten Stanley Kubricks gefertigt worden ist und somit auch diese oft kritisierten Handlungsstränge den Überlegungen des grossen Englischen Regisseurs entstammen und nicht einfach Spielbergs Hirngespinst sind. A.I. ist besonders bei wiederholtem Anschauen, hat man einmal das Trauma des scheinbar verpassten Endes überwunden, ein Genuss und eigentlich doch einer der besten Filme des vergangenen Jahres.
Die DVD ist als 2 Disc Set ausgelegt, die Special Features beschränken sich vor allem auf die Macher rund um den Film und bieten einen fast alles abdeckenden Rundumschlag in Sachen Infos, wobei sich der Schwerpunkt um die grandiosen Effekte dreht. Dennoch hätte ich gerne noch ein bisschen mehr über Kubricks Einfluss erfahren.
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3.3 Sterne (115 Bewertungen) | 12 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 04.04.2002
- Bildformat: 16:9, 1.85:1
- Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1) Spanisch (Dolby Digital 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch, Portugiesisch, hebräisch, Polnisch, Griechisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch, Isländisch, Kroeatisch, Französisch, Italienisch, Englisch für Hörgeschädigte, Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Original-Dokumentation; Interviews mit Steven Spielberg, Haley Joel Osment, Jude Law; Bisher unveröffentlichte Hinter-den-Kulissen-Dokumentation über die Produktion; Interview mit dem Sound Designer; Die Musik von John Williams; Besuch des Stan Winston Studios mit Supertoy-Teddy-Bildmaterial; Interviews mit dem Special-Effects-Team von ILM; Trailers, Storyboards, Zeichnungen und hunderte von Fotos u.v.m.




