Ringu 0 - Ringu 0: Bâsudei (2000)

Ringu 0 - Ringu 0: Bâsudei (2000)

Oder: Jeder Schrecken hat einen Anfang

Ringu 0 - Ringu 0: Bâsudei

Geniesse deine letzten Stunden...

Wir schreiben das Jahr 1968, die junge Schülerin Sadako ist einer Theatergruppe beigetreten und versucht, sich im Ensemble zu integrieren. Allerdings fällt ihr das nicht gerade leicht, denn auf unerklärliche Weise fühlt sich die Truppe rund um Sadako äusserst unwohl, und selbst routinierte Schauspielerinnen werden in ihrer Gegenwart unkonzentriert. Die grosse Premiere rückt aber immer näher und der Druck wächst, da die Schauspieler die letzten Fehler ausmerzen müssen und vom Coach zu Höchstleistungen angetrieben werden. Deshalb ist der Schock umso grösser, als plötzlich mitten in der Probe die Hauptdarstellerin des Theaters unter mysteriösen Umständen stirbt und Sadako die Hauptrolle erhält. Weil die Premiere aber demnächst stattfinden wird, müssen sich die Theaterkollegen damit abfinden, doch sie werden zunehmend misstrauisch und drangsalieren Sadako immer mehr.

Ringu 0 - Ringu 0: Bâsudei

... dann geht es nach Hause.

Zur selben Zeit ist eine Journalistin auf der Suche nach Sadako. Nachdem sie ihre frühere Schule aufgesucht und dort mit ihrer Lehrerin gesprochen hat, kann sie Sadako schliesslich am Theater aufspüren. Je mehr Informationen sie über das hübsche und dennoch sehr schüchterne Mädchen erfährt, umso mehr wird klar, dass hinter der beherrschten Fassade noch viel mehr steckt, als nur ein verängstigtes Mädchen, das von ihren Kollegen gehänselt wird. Was versteckt Sadako, und was hat die Journalistin wirklich vor? Als ein weiterer Todesfall die Theatertruppe erschüttert, ist die ausgelöste Lavine der Emotionen nicht mehr aufzuhalten...


DVD-Rating

Nach dem Erfolg von Ringu 2 war natürlich klar, dass es ein weiteres Sequel geben musste, allerdings war lange nicht sicher, welche Geschichte im neuen Film behandelt werden sollte. Suzuki Koji schrieb schliesslich einen weiteren Roman, genannt Loop. Dieser beschäftigte sich damit, dass Wissenschaftler im Stil von 13th Floor eine virtuelle Simulation der Welt erschufen und so im Verlauf der Handlung dem Fluch von Sadako auf die Spur kommen wollten. Allerdings war dies den Produzenten viel zu kompliziert, denn in Spiral hatten sie am eigenen Leibe erfahren, wie schlecht zuviel wissenschaftliches Gelaber beim Publikum ankommt. Die Lösung fand sich schliesslich in einem weiteren Ringu-Roman, in dem Suzuki Koji drei Kurzgeschichten veröffentlichte, von denen eine davon das Leben von Sadako näher beleuchtete. Daraus wurde dann Ringu 0, der vorläufig letzte Kinofilm der Ringu-Saga.

Ringu 0 ist ein klassische Prequel und versucht die Kindheit von Sadako, dreissig Jahre vor dem ersten Teil, aufzurollen. Dies macht aus diesem Film primär ein Lückenfüller, dessen Ausgang von Anfang an bekannt ist und leider auch sehr viele Informationen enthält, die man schon kennt. Dennoch, wie bei Star Wars Episode 3 ist es durchaus interessant zu sehen, wie es letztendlich dazu kommt, dass Sadako im Brunnen landet oder wie es ihr in der Kindheit ergangen ist. Dabei dient primär die Theateraufführung als Anker, in der Sadako sich entwickeln und langsam ihre Kräfte kennen lernen kann. Glücklicherweise vermeiden sie es dabei, zu stark auf den gängigen "wie züchte ich den ultimativen Serienkiller"-Klischees herumzureiten, wie es Rob Zombies Halloween getan hat, sondern sie arbeiten sich nur langsam vom Mädchen zum Monster vor.

Hannibal Rising hat speziell bewiesen, dass Prequels, besonders wenn sie schlecht gemacht sind, der Ikone des Killers kaum helfen und die Figur eher vermindern als interessanter gestalten. Im Falle von Sadako fällt dies besonders schwierig aus, denn über den Verlauf der Filme wurde sie primär als erbarmungslose Rächerin hingestellt, und da fällt es sehr schwer, sich mit dem jungen Mädchen anzufreunden, das sich erst in das Monster entwickeln sollte. Deshalb ist Ringu 0 auch eher ein Coming of Age Film als ein eigentlicher Horrorfilm geworden, denn die Charakterentwicklung von Sadako wird viel mehr gewichtet, als dem Publikum viel Spannung oder intensive Schockmomente zu bieten. Restlos überzeugen kann Ringu 0 dann aber doch nicht: Um nicht einem anderen Film zu ähneln, der zur gleichen Zeit in die Kinos kam, wurden bei der Adaption der Romanvorlage viele Anpassungen gemacht, welche den Film unnötig kompliziert machten. Besonders die Teilung von Sadako in eine böse und eine gute Hälfte löst viel Verwirrung aus, und es benötigt Denkarbeit, um alles nachvollziehen zu können.

Fazit: Unter den japanischen Sequels zu Ringu, kann Ringu 0 klar als einer der gelungensten bezeichnet werden. Dies findet sich in mehreren Gründen: Eine davon ist sicher, dass er nicht so überkompliziert daher kommt, wie Spiral oder Ringu 2, sondern sich einfach darauf konzentriert, die tragische Figur von Sadako zu erkunden und ihre Geschichte zu erzählen. Als Abschluss der japanischen Ringu-Saga ist er gelungen, er schliesst den Kreis, der in Ringu angefangen wurde und bringt die Geschichte von Sadako zu einem schlüssigen Ende.

Die DVD präsentiert den Film zwar mit guten Ton, der auch den Surround gut nützt, doch in Sachen Bild fällt die Qualität wieder ab. Körnig und überblendet sind die grössten Probleme. Als einziges Bonusmaterial gibt es einen sehr fundierten Audiokommentar des Webmasters von www.theringword.com, der fleissig aus dem Nähkästchen plaudert und viel Hintergrundinformationen liefert, die man sonst nur mühsam findet.

3.5 Sterne 2.8 Sterne
3.5 Sterne (5 Bewertungen) | 0 Kommentare

3.53.5
28.09.2008 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 28.04.2005

  • Bildformat: Widescreen
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Deutsch (DD 2.0); Japanese (DD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Trailer; Audiokomentar