Ragu (2000)
Ragu (2000)
Oder: Pasta Pronta!
Mit 33 Jahren lebt Paulie (Paolo Romanacci) noch immer beu "Mamma e Papà", wie es sich für einen Italiener gehört. Doch langsam aber sicher findet auch Paulie, es sei Zeit endlich eine Freundin zu finden und zu heiraten.
Als eines Mittags kurz vor Ladenschluss Victoria (Josie DiVincenzo) in den kleinen Schuhladen stürmt, glaubt Verkäufer Paulie endlich die Frau fürs Leben gefunden zu haben. Nach einem ersten Date in einem italienischen Restaurant (bezahlt mit einem Paar Schuhe der letzten Saison) funkts zwischen den beiden. In den nächsten Tagen durchleben die zwei Frischverliebten eine tolle Zeit, selbst der Besuch bei Paulies Eltern verläuft reibungslos.
Ein Abendessen bei Victoria will Paulie zum Anlass für einen Heiratsantrag nehmen, kauft ein Verlobungsring und wirft sich -geschmacksvoll grün- in Schale. Als Victoria ihm Teigwaren mit Tomatensauce auftischt, zerbricht die heile Welt. Erlaubt sich Victoria doch glatt, ihm, dem Italiener in Person, ihm, zukünftigem Herr im Hause, ihm, der sich ihrer angenommen hat, FERTIGTOMATENSAUCE aufzutischen! Alles hätte er toleriert, aber Büchsensauce "Ragu" ist schlimmer als jeder biblische Frevel.
Paulie kündigt Victoria per sofort die Liebe und verschanzt sich, durch Freunde und Kollege im Glauben bestärkt alles richtig gemacht zu haben, aufs tiefste gekränkt und beleidigt. Doch irgendwie ist sich das Muttersöhnchen doch nicht ganz sicher...
Kinofilm-Rating
Der Low-Budget Film Ragu entstand aus einer Bühnenproduktion von Paolo Romanacci, der normalerweise Immobilien verkauft. 2002 gewinnt der Film am New Yorker Film Festival den Publikumspreis und war seither in zahlreichen Ländern zu sehen - und so auch bald nun in der Schweiz. Durch die einfachen verwendeten Mittel - eine Digitalkamera ohne besondere Beleuchtung - entstand in nur wenigen Drehtagen ein äusserst authentisch wirkender Film.
Die Handlung selbst ist äusserst amüsant, der Wutausbruch des Secondo-Italiano sucht seinesgleichen. Durch immer wieder eingeblendete "Interview"-Ausschnitte bekommt die ganze Geschichte einen beinahe dokumentarischen Touch. Die meisten der im Film vorkommenden Personen werden von Laiendarstellern (unter anderem Romanacci's Familie) dargestellt und verleihen der Produktion so die nötige Glaubwürdigkeit.
Wer auf der Suche nach amüsanter Unterhaltung ist, wird mit dem im Ragu aufgetischtem äusserst gut bedient. Und ja, ich gebs zu, ich hab auch schon Fertig-Tomatensauce verwendet... En Guete!
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