Pane e Tulipani (2000)
Brot & Tulpen
Pane e Tulipani (2000) Brot & Tulpen
Oder: Tulpen aus Venedig
Ein Bus voller Italiener erkundet die Sehenswürdigkeiten des eigenen Landes. Die Ferien sind zu Ende und alle wären glücklich nach Pescara zurückgekehrt, wenn da nicht Rosalba (Licia Maglietta) der Ohrring in die Toilette einer Autobahnraststätte gefallen wäre. Sie verpasst dadurch die Weiterfahrt der Reisegruppe und sieht gerade noch, wie der Bus wieder in die Autobahn einfährt.
Da steht sie nun. Aber nicht lange. Sie versucht, mit verschiedenen Autos, die sie anhält, nach Hause zu kommen - bis sie neben einem Fahrer sitzt, der nach Venedig will. Sie war noch nie in Venedig, sie wollte schon immer mal dorthin, morgen ist Sonntag, ihr wird schon eine Erklärung einfallen. Dem tobenden Ehemann Mimmo wird am Telefon versichert, dass sie am nächsten Tag zurückkehren wird.
In Venedig übernachtet sie in einer Pension, lernt den aus Island stammenden Kellner Fernando (Bruno Ganz) kennen, dessen hochgestochener und umständlicher Sprachgebrauch aus längst vergangenen Jahrhunderten zu stammen scheint, verpasst am nächsten Tag ihren Zug, nimmt eine Stelle als Floristin an, kommt mangels Geldes im Gästezimmer des liebenswerten Kellners unter, findet Freunde und Romantik, entdeckt ein neues Selbst und beginnt ein neues Leben.
Inzwischen dreht Mimmo in Pescara fast durch. Seine Geliebte weigert sich, ihm die Hemden zu bügeln und der Haushalt droht, gänzlich zu verkommen. Als ein junger Mann (Giuseppe Battiston) vor ihm sitzt, der sich als Klempner für das Unternehmen bewerben will, fasst er einen Plan. Da der füllige junge Mann schon über 260 Kriminalromane gelesen hat, wird Costantino nach Venedig geschickt, um die Entfleuchte aufzuspüren und zurückzubringen ...
DVD-Rating
Wenn man bedenkt, dass aus Italien viele Klamaukfilme kommen, in denen als einzige Handlung drei dickliche Männer gemeinsam und eine grossbusige Schwedin tänzeln, ist Pane e Tulipani eine willkommene Abwechslung.
Er richtet sich mit seiner langsamen Handlung und den allesamt reiferen Darstellerinnen und Darstellern an ein ebenso reiferes Publikum. Frauen ab 40 können sich sicher mit der Rosalba identifizieren, die sich langsam von ihrem Ehemann und den beiden fast erwachsenen Söhnen emanzipiert. Der Humor ist bis auf den dümmlichen Klempner/Privatdetektiv, der auch in die Klamaukfilme passen würde, subtil und leise und viele finden den Film äusserst romantisch. Ich gehöre leider nicht dazu, muss aber einer von ganz wenigen sein. Denn in ganzen neun Kategorien des italienischen Filmpreise, dem sogenannten David di Donatello hat Silvio Soldinis Film im Jahre 2000 abgeräumt, und ist somit etwas wie die Titanic des italienischen Filmschaffens. Es fällt aber auch schwer, den skurrilen Charakteren den Charme abzusprechen und es gefällt besonders, dass das als Touristennest verschriene Venedig von seiner Hinterhofseite gezeigt wird. Dort wo die richtigen Venezier leben. Um die geht es nämlich auch im Film. Menschen wie Du und ich, mit Träumen und Sehnsüchten, die man kurz auslebt, aber halt leider allzu oft von der Realität eingeholt werden.
Die DVD bietet drei Sprachfassungen und als einziges wirkliches Extra nur ein kurzes Interview mit Regisseur Silvio Soldini. Leider ist die deutsche DVD sehr teuer. Wer auf die deutschen Untertitel verzichten kann, soll auf die italienische DVD zurückgreifen. Sie bietet im wesentlichen die gleiche Qualität, kostet aber online nur Fr. 20.-.
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4.5 Sterne (10 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 25.06.2001
- Bildformat: 1,85:1 (anamorphic Widescreen)
- Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Französisch: Dolby Digital 5.1, Italienisch: Dolby Digital 5.1
- Untertitel: Deutsch, Französisch
- Extras: Interview mit dem Regisseur, Biografien, Filmografien, Trailer



