High Fidelity (2000)
High Fidelity (2000)
Oder: Music was my first Love
Rob Gordon (John Cusack) steckt in einer Lebenskrise. Gerade von seiner Freundin verlassen, besteht sein Leben momentan nur noch aus der Arbeit in seinem Plattenladen, wo er sich mit den angefressenen Musikexperten Barry (Jack Black) und Dick (Todd Louiso) rumschlagen muss. Die sind zwar seine einzigen Kollegen, gehen ihm aber mit ihren ewigen Diskussionen über Musikqualität ziemlich auf den Keks. Das Leben in diesem "Championship Records"-Laden besteht hauptsächlich darin, irgendwelche Top-5-Listen zusammen zu stellen, Kunden zu vergraulen und dafür selber über neue Bands und deren Einfluss zu philosophieren.
Um über die Trennung von Laura (Iben Hjelje) hinweg zu kommen, stellt Rob selber eine Liste auf, welche seine fünf schlimmsten Break-Ups beinhalten. Er beschliesst, diese Verflossenen noch einmal aufzusuchen und mit ihnen emotional abzuschliessen. Dazwischen funken ihm immer wieder die noch immer starken Gefühle für Laura, die inzwischen mit Nachbar Ian (Tim Robbins) ein Techtelmechtel hat und sogar dort eingezogen ist.
Rob trifft seine Ex-Freundinnen (u.a. Catherine Zeta-Jones und Lili Taylor) und muss feststellen, dass er noch keineswegs bereit ist für eine Trennung von Laura. Er will sie zurück. Doch mit dem Auftauchen der schönen Sängerin Marie DeSalle (Lisa Bonet) wird dieses Vorhaben immer schwieriger. Ausserdem ist da noch Ian. Und der will seine neue Wohn- (und Bett-)Kollegin nicht einfach so aufgeben.
DVD-Rating
Nick Hornby ist ja ein bekannter englischer Schriftsteller, dessen Bücher gerne verfilmt werden. High Fidelity ist wohl sein bekanntestes Werk. Ausserdem stammen About a Boy oder Fever Pitch aus seiner Feder. Und was passiert, wenn Hollywood ein englisches Buch verfilmt, beweist dieser Film. High Fidelity mag zwar lustig sein, hinterlässt aber jederzeit den Eindruck, dass Engländer aus diesem Stoff einiges mehr hätten machen können.
Die Szenen im Plattenladen sind hingegen eine Wucht. Jeder, der sich auch nur annähernd mit Musik beschäftigt, wird da ins Schwärmen kommen. An so einem Ort will man sein, da will man auch arbeiten, mitdiskutieren. Die Kommentare, die John Cusack stets an den Zuschauer direkt richtet, helfen der Handlung, vorwärts zu kommen. Teils bissige Kommentare oder einfache Gedanken bekommt man so zu hören und versteht die Handlungsweise der beiden Hauptfiguren umso besser.
Was also lustig, luftig und sehr sympathisch beginnt, zerläuft sich gegen Ende des Films ein bisschen. Der Witz bleibt praktisch total auf der Strecke, es geht stark in Richtung Romantik und (erwartetes) Happy-End. Hier hat man definitiv verpasst, die Anfangseuphorie durch den ganzen Film zu ziehen.
John Cusack ist allerdings klasse. Ebenso seine Plattenladenkumpels, von denen natürlich Jack Black so richtig Gelegenheit hat, den Affen zu machen. Herrlich, wie er die Kunden vergrault und sich über Bands und ihre Songs auslassen kann. Iben Hjelje macht als Freundin eine nette Figur, bleibt aber irgendwie recht uninteressant. Tatsächlich sind es die Nebenfiguren, die in High Fidelity überraschend gut wegkommen. Catherine Zeta Jones, Joan Cusack und natürlich Tim Robbins (der ja mit Joan Cusack in Arlington Road sogar ein Ehepaar mimte) bringen ihre Kurzauftritte überzeugend und lustig rüber.
Fazit: High Fidelity wäre wie gemacht gewesen für einen englischen Schauspieler (Hugh Grant?), kommt aber sehr veramerikanisiert und zu glatt daher. Ein bisschen mehr Schwierigkeiten in der Geschichte, mehr Witz (vor allem gegen Ende) und das Ganze wär ein Klassiker geworden. Dafür ist der Auftritt von "Boss" Bruce Springsteen gelungen und kam (für mich) sehr überraschend.
Interviews mit Hauptdarsteller und Regisseur bilden den interessanteren Teil der DVD-Extras. Beweggründe zum Film, Änderungen zum Buch und natürlich Geschichten über die Dreharbeiten kommen hier ans Tageslicht. Da fallen die nicht verwendeten Szenen schon ein bisschen ab. Der Ton ist erstaunlich leise, so dass man nicht darum herumkommt, den TV ein schönes Stück lauter zu drehen. Das macht vor allem Spass, wenn man zwischendurch mal ins reguläre TV-Programm wechselt (wo die Sendungen entsprechend lauter laufen) und danach der halbe Haushalt geweckt wird. In Sachen Bild hingegen ist alles paletti.
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4.6 Sterne (55 Bewertungen) | 23 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 14.03.2001
- Bildformat: 1:1.85 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Tschechisch (DD 2.0 Surround), Ungarisch (DD 2.0 Surround)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Tschechisch, Ungarisch, Türkisch, Kroatisch, Slowenisch
- Extras: Deleted Scenes, Interview mit Stephen Frears, Interview mit John Cusack



