Attention aux chiens (2000)
Attention aux chiens (2000)
Oder: In Genf, da sind die Hunde los.
Privatdetektiv Alex (Jacques Roman) wird von der Polizei mit Drogen erwischt. Der Kommissar (Jacques Michel) lässt ihn aber laufen. Zwar fehlt dem Polizisten nur noch eine Verhaftung zur Beförderung, doch statt Alex dingsfest zu machen, was ihm ein bisschen gar stillos vorkäme, gibt er ihm einen Monat, um den Bankräuber Franck (Christian Gregori) ausfindig zu machen.
Der gesuchte Franck ist auf der Flucht nach einem Überfall bei der Studentin Lorette (Delphine Lanza) untergekommen. Seine Tat hat er ihr als fiktive Räubergeschichte aufgetischt. Er gibt sich als Produzent aus, der Realismus in sein Krimidrehbuch bekommen will, in dem er sich in die Psyche eines Bankräubers versetzt. Als Lorette merkt, dass Franck tatsächlich kriminell handelt, ist die Liebe bereits so weit gediehen, dass sie einen Crashkurs ins Überfallmetier fordert.
Alex macht sich unterdessen mit unorthodoxen Methoden auf die Suche nach Franck. Weil seine psychedelischen Pillen von der Polizei konfisziert wurden, hat Alex aber noch ein weiteres Problem. Er steht bei seinem Drogendealer mit 10'000 Franken in den Miesen. Die bösen Hitmen ballen schon die Fäuste.
DVD-Rating
Dem in Genf lebenden Franzosen François-Christophe Marzal mangelt es in seinem Debütfilm nicht an witzigen Einfällen. In einem seltsam menschenleeren Genf lässt er spleenige Figuren witzige Sachen machen. Er kombiniert Versatzstücke aus den verschiedensten Genres, die eigentlich nicht wirklich zusammenpassen: Frauen mit Augenklappen und Yoda. Einfältige Polizisten und Schach per Telefon. Abgehackte Finger und das Stockholm-Syndrom.
Detektivische Ermittlungen im Bärenkostüm und Auftragsmörder mit einem grünen und einem roten Regenschirm geben dem Film eine Niedlichkeit, die schlecht zur Krimihandlung passt. Mit nur einer Kamera zur Verfügung, gelingen Marzal aber immer wieder clevere Bildideen. Bis zum Filmende, wo sich alle scheinbar unverbindlichen Handlungsstränge per Zufall zusammenfinden, wird es aber immer langatmiger, anstatt dass mal ordentlich aufs Gas gedrückt wird. Bei einem zweiten Mal Gucken wird Attention aux Chiens so trotz seiner für einen Schweizer Film erfreulichen Exotik (astrologieinteressierte Kioskfrauen, behaarte weibliche Achselhöhlen, Bananen klauende Kleinganoven) schnell einmal zu faden Qual.
Schön, dass auch solche kleinen Filme eine zweite Chance auf DVD bekommen. Der Print ist nicht über alle Zweifel erhaben. Den Blow-Up von 16 auf 35 mm sieht man dem Bild an. Mit der deutschen Synchronisation wurde aber an die "chers compatriotes" gedacht und auch die Ausländer können sich den Film dank englischer Untertitel anschauen. Als Extras winken die Videobotschaften von Ava. Wer wissen will, was die so an wildfremde Menschen aus dem Telefonbuch verschickt, muss sich den Film selber angucken.
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4.0 Sterne (2 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 22.04.2005
- Bildformat: 1.78:1 (anamorphic Widescreen)
- Sprachen: Deutsch, Französisch (Dolby 2.0)
- Untertitel: Deutsch, Englisch
- Extras: Ava inedit



