101 Reykjavík (2000)
101 Reykjavík (2000)
Oder: Das Paarungsverhalten der Isländer

Ein unmotivierter Zyniker
Sex, Drogen und hemmungslose Parties scheinen den einzigen Lebensinhalt von Hlynur (Hilmir Snær Guðnason) darzustellen: Obwohl er schon 28 ist, hat er noch nie richtig gearbeitet und wohnt immer noch bei seiner Mutter in einem kleinen Haus in Reykjavik.

Flamenco olé!
Als seine Mutter Berglind (Hanna María Karlsdóttir) eines Tages ihre Flamenco-Lehrerin Lola (Victoria Abril) zu ihnen nach Hause einlädt, ändert sich vieles für Hlynur. Lola versteht nicht, wie Hlynur mit dieser ziellosen Existenz glücklich sein kann und drängt ihn, endlich etwas aus seinem Leben zu machen. Trotzdem findet Hlynur Gefallen an der heissblütigen Spanierin, und am Weihnachtsabend landen die beiden schliesslich im Bett. Erst nach dieser Liebesnacht erfährt Hlynur, dass Lola eigentlich die neue Geliebte seiner Mutter ist. Als Lola ihm dann auch noch offenbart, dass sie schwanger ist, gerät Hlynurs Welt ganz aus den Fugen: Lola und Berglind wünschen sich sehnlichst dieses Kind. Doch Berglind ahnt nicht, dass ihr eigener Sohn der unfreiwillige Samenspender ist. Hlynur weiss nicht mehr weiter: "Unser aller Kind: Lola wird seine Mutter sein und meine Mutter sein Vater. Ich werd' sein Bruder sein... und sein Vater... und der Sohn seines Vaters und seiner Grossmutter... und der Ex-Liebhaber seiner Mutter. Was soll nur aus ihm werden?"
DVD-Rating
Ein Meisterwerk von einer schwarzen Komödie! Gewisse Szenen sind so schräg, dass einem nur noch der Kinnladen runter fällt. Gnadenlos direkt, ohne Tabus und mit rabenschwarzem Humor setzt der Regisseur Baltasar Kormákur eindrücklich die Probleme von zwischenmenschlichen Beziehungen in Szene. Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der sich selbst und das Leben noch für sich entdecken muss.
Bilder der kalten Einöde Islands werden geschickt eingesetzt, um das trostlose Dasein Hlynurs zu untermalen. Doch obwohl Hlynur sehr einfältig wirkt, vermag er einen durch seine Lebensweisheiten in Staunen zu versetzen. Geistreiche Dialoge und die spezielle Kameraführung halten den Zuschauer immer in Atem. Wer schräge und skurrile Filme mag, wie vergleichsweise Snatch von Guy Ritchie, sollte sich diesen Film unbedingt ansehen!
Die DVD liefert als erstes eine Überraschung: Das gesamte Menü ist in isländisch konzipiert. Doch keine Panik: Wenn ihr mit dem Cursor herumfahrt, wechselt das entsprechende Feld auf Deutsch. Ihr könnt Euch den Film auf Isländisch, Deutsch oder Französisch anschauen. Untertitel gibts in Deutsch oder Französisch. Ansonsten ist die DVD eher mager: Nur das Making Of und der Trailer sind als Specials mit dabei.
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4.2 Sterne (30 Bewertungen) | 5 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 07.04.2003
- Bildformat: 1,85:1
- Sprachen: Deutsch / Französisch / Isländisch
- Untertitel: Deutsch / Französisch
- Extras: Making Of / Trailer

