The Talented Mr. Ripley (1999)
Der talentierte Mr. Ripley
The Talented Mr. Ripley (1999) Der talentierte Mr. Ripley
Oder: Du bist du und ich bin ich. Oder etwa doch nicht?

Jeder, der schon mal gelogen hat (also ich gehör natürlich nicht zu dieser Sorte! :P) der weiss, wie schnell man dann gezwungen wird, eine weitere Lüge zu erzählen... und alles nur dieser ersten Lüge wegen. Wenn aber das ganze Leben nur noch aus Lügen besteht, dann heisst man Tom Ripley (perfekt gespielt von Matt Damon).

Ripley lügt, wo er nur kann, um seinem Nobody-Dasein entwischen zu können. Dabei geht er sehr *talentiert* (aha!) vor. Er selber behauptet von sich selber, dass er drei grosse Talente hat: Lügen, Schriften fälschen, andere Leute imitieren. So kommt es denn auch, dass er den Auftrag erhält, in Italien den Sonnyboy Dickie Greenleaf (Jude Law) zur Rückkehr nach Amerika zu bewegen.
Tom schleimt sich bei Dickie und dessen Freundin Marge Sherwood (Gwyneth Paltrow) ein und eignet sich langsam aber sicher Dickies Eigenheiten und Macken an: Dickie liebt Jazz. Also lernt auch Tom, Jazz zu lieben. Bald wird klar: Tom will mehr. Nur - von wem? Will er Dickie's Freundin Marge ausspannen? Oder ist es gar Dickie selber? Oha.

Als es zum grossen Eklat kommt, muss Tom all sein Können beweisen und wird -mehr oder weniger ungewollt- zum Amateur-Schizo. Je näher das Ende des Filmes rückt, desto komplexer werden seine verstrickten Lügen. Ob er's denoch schafft den Überblick zu behalten... Absehbar ist das Ende keinesfalls. Und verraten wird hier nix.
Kinofilm-Rating
"Lügen haben kurze Beine"... und dennoch schaft's Tom Ripley, mit Riesenschritten durch sein ungewöhnliches Leben zu schreiten. Der Film spielt in den 50er Jahren. Dem Regisseur ist es meisterhaft gelungen, die Atmosphäre der damaligen Zeit heraufzubeschwören - soweit ich junger Schnaufer das überhaupt beurteilen kann. Auch die Schauspieler vermögen ihre Charakteren gut vermitteln. Matt Damon mimmt wie schon in Good Will Hunting das leise Genie... hat er etwa Nachholbedarf?
Die einzige Schwachstelle am Film ist meiner Meinung nach die erste Hälfte, in der die Handlungen doch ziemlich in die Länge gezogen wird. Durch den flotten Soundtrack wird dies jedoch weitgehend wieder wettgemacht. Erwähnenswert ist zudem der doch eher unkonventionelle, genial gemachte Vorspann.
Deshalb: The Talented Mr. Ripley ist der beste Film, den Alfred Hitchcock gedreht hat. Oder zumindest gedreht hätte, würde er noch leben ;-)
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4.1 Sterne (87 Bewertungen) | 14 Kommentare

