Stigmata (1999)
Stigmata (1999)
Oder: Bibelstunde mit Spannung
Weinende Madonnen, leuchtende Kreuze oder Leintücher mit dem Abrucke der Heiligen Mutter Maria. Das sind Vorkomnisse, die der Pater Kiernan (Gabriel Byrne) erforschen und (meist) als Humbug abtun muss. Kiernan, seines Zeichens Ermittler in wundersamen Erscheinungen im Dienst des Vatikans, kommt so in der ganzen Welt herum und hat schon so einiges miterlebt.
Dieses Mal ist er in einem brasilianischen Dörfchen, wo eine Statue menschliche Bluttränen weint, als ein gottesfürchtiger Pfarrer stirbt. Als dessen Rosenkranz (das Kettchen, das gläubige Menschen meist mit sich tragen) entwendet und an eine Touristin verkauft wird, nimmt das Unheil seinen Lauf.
Dieses Päckchen wird nach New York (wohin den sonst...) geschickt. Adressiert an Frankie Page (Patricia Arquette), deren Leben nach dem Erhalt des Geschenkes völlig auf den Kopf gestellt wird. In einer ruhigen Minute in der Badewanne fangen ihre Handgelenke an zu bluten. Wie damals bei Jesus am Kreuz. Als sie dann auch noch durch eine unbekannte Macht in der U-Bahn ausgepeitscht wird, werden die Oberen Heiligen des Vatikans, namentlich Kardinal Houseman (Jonathan Pryce) auf die junge Frau aufmerksam und schicken Pater Kiernan zur Untersuchung.
Als das Stigmata (frei übersetzt: „Die Leiden Jesu am Kreuz") bei Frankie noch gefährlichere Formen annimmt und sie in fremden, alten Sprachen redet und Wände voll schreibt, ist dem Vatikan bewusst, dass diese junge Frau die Grundlagen der Bibel neu schreiben könnte. Und das muss verhindert werden. Denn die Kirche, wie wir sie kennen, würde dann überflüssig werden.
Und Pater Kiernan muss sich entscheiden, auf welcher Seite er steht....
DVD-Rating
Immer wieder hört man von solchen Vorkommnissen. Tücher mit dem Abbild der Maria. Weinende Statuen. Meist als Unfug abgestempelt, zeigt Stigmata, dass an einigen der „Wunder" doch etwas mehr dran sein kann, als nur Humbug und Hokuspokus.
Die Geschichte beginnt mystisch, unheilvoll und spannend. Wenn einen solche Berichte interessieren, dann wird man hier seine Augen kaum vom Bildschirm nehmen können. Als die Geschehnisse sich nach Amerika ausbreiten, werden einem mit Blitzlicht, schauriger Musik und viel Blut diese Merkmale Jesu an der jungen Frau präsentiert. Da wird gelitten, geschrien und gerätselt. Was kann es sein? Sind es wirklich die Merkmale, die damals den heiligen Franz von Assisi in den Tod trieben? Wie kann es sein, dass eine junge Frau vier solcher Leiden wiederfahren, wenn das höchste bisher zwei derselbigen waren?
Schauspielerisch wird hier natürlich vor allem auf Gabriel Byrne und Rosanna Arquette gesetzt. Während Byrne im damals darauffolgenden Film End of Days den Teufel persönlich spielte, ist er hier als Pfarrer/Wissenschaftler ruhig und souverän. Man nimmt ihm die Rolle jederzeit ab. Die hübsche Arquette muss hier einiges über sich ergehen lassen, macht ihre Sache aber ebenfalls ordentlich. Und wenn man einen zwielichtigen, machthungrigen Bösewicht sucht, ist Jonathan Pryce nicht die schlechteste Wahl. Obwohl er hier nur wenige Auftritte hat, lässt er in jeder Szene seine Gerissenheit und seine Doppelzüngigkeit aufblitzen.
Fazit: Stigmata ist irgendwie eine Mischung aus Film und Bibelstunde. Das Thema fand ich brennend interessant, nur hätte man diese „Wunder" noch genauer unter die Lupe nehmen können. Ein wenig mehr Spannung und Inhalt hätten dem Film besser getan. Dafür hätte man die eine oder andere (zu) ausführliche „Heilige-Wunden-zufüg-Aktion" kürzen können. Dennoch ist's ein solider Film, den es sich anzuschauen lohnt, wenn man einmal hinter die Kulissen der Kirche und der „Wunder" schauen will...
Die DVD bietet ein atmosphärisches Menü, wobei man genau hinschauen muss, welches Extra man nun auswählen will. Die Schrift ist extrem klein und mit „heiligen" Zeichen übermalt, so dass da Konzentration gefragt ist. Die Extras an sich sind okay. Da hat es ein alternatives Ende (das meiner Meinung nach besser gepasst hätte), diverse Szenen, die es nicht in den endgültigen Film geschafft haben, diverse Kommentare und ein Musikvideo von Nathalie Imbruglia. Der Trailer darf auch nicht fehlen und ein Booklet, dass viel über das Thema des Films aussagt.
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3.6 Sterne (31 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 13.07.2000
- Bildformat: 16:9
- Sprachen: Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch (5.1)
- Untertitel: Englisch, Deutsch, Niederländisch, Französisch, Spanisch, Schwedisch, u.v.m.
- Extras: Alternatives Filmende, Deleted Scenes, Audiokommentare, Musikvideo, Original Trailer, Booklet



