Ringu 2 (1999)

Ringu 2 (1999)

Oder: Hast du immer noch Angst?

Ringu 2

Jetzt guck nicht so böse...

Die Journalistin Reiko (Nanako Matsushima) ist seit mehreren Wochen spurlos verschwunden, und niemand weiss, wo sie ist. Dies würde allerdings nicht viel Aufregung auslösen, wenn da nicht Reikos Ex-Mann und ein Grossvater wäre, welche beide kaum auf natürliche Weise gestorben sind. Aus diesem Grund sucht auch die Polizei nach Reiko, denn sie scheint die einzige zu sein, welche das Mysterium aufklären kann, weshalb diese beiden gesunden Männer tot sind. Während dessen hat Okazaki (Yûrei Yanagi), ein Arbeitskollege von Reiko, ihre Story aufgegriffen und versucht, ihr und der Legende des mordenden Videos auf die Spur zu kommen. Dabei erhält er überraschende Hilfe von Mai (Miki Nakatani), der Assistentin des toten Ex-Mannes, welche unbedingt wissen will, was ihren Professor umgebracht hat.

Ringu 2

... och jetzt ist es zu spät.

Von einigen Interviews ausgehend, arbeitet sich Okazaki langsam in die Recherche von Reiko ein und folgt ihren Spuren in die unglaubliche Geschichte. Zu Beginn realisiert er jedoch nicht, auf welche Gefahr er sich eingelassen hat und erkundet ganz unbekümmert, wie einst Reiko, die Legende des mordenden Videos. Ehe er es realisiert, schwebt er bereits in tödlicher Gefahr, denn Sadakos Hass scheint sich nicht nur über das Video zu übertragen, selbst der simple Kontakt damit, kann einen Menschen in den Wahnsinn treiben. Während Mai sich auf die Suche nach Reiko macht, nimmt Okazaki Kontakt mit einem Wissenschaftler auf, der angeblich Sadakos Fluch mit einem Experiment nachweisen kann. Doch kann das erbarmungslose Monster überhaupt gestoppt und ihre in den Wahnsinn getriebenen Opfer gerettet werden? Ein ungleiches Duell mit ungewissem Ausgang beginnt.


DVD-Rating

Ringu war ein gewaltiger Erfolg und zog auch mehrere Folgefilme nach sich. Nach mässigen TV-Serien und dem völlig missratenen Spiral, zogen die Verantwortlichen nochmals Hideo Nakata hinzu und drehten mit dem gleichen Cast von Ringu ein zweites Sequel, welches dann als Ringu 2 in den Kinos anlief. Es ignorierte die entwickelte Handlung von Spiral komplett und entfernte sich gleichzeitig weiter von der Romanvorlage. So ist Ringu 2 primär ein Produkt der Drehbuchautoren, welches das Szenario, das Nakata in Ringu angefangen hat, weiterentwickelt. Dazu sollte noch bemerkt werden, dass Ringu 2 überhaupt nichts mit dem amerikanischen the Ring twO zu tun hat, welcher zwar ebenfalls von Hideo Nakata gedreht wurde, aber komplett auf dem amerikanischen Remake The Ring basierte. Deshalb wird es hier auch keinen Vergleich zischen den beiden geben.

Vergleicht man Ringu 2 mit Ringu, ist eines schon positiv zu verzeichnen: Nakata hat seit dem ersten Teil einiges dazugelernt. Sei es bei den Schockmomenten oder der Atmosphäre, beides ist wesentlich düsterer geworden und kann viel besser überzeugen, als im ersten Teil. Dank des höheren Budgets konnte der Film auch wesentlich aufwändiger produziert werden, weshalb trotz der vielen Tagszenen die Mysteryelemente sehr gut zur Geltung kommen, und wenn Sadako wieder einmal in Erscheinung tritt, wird es richtig intensiv. Leider werden diese Szenen aber oft durch die mässigen Hauptdarsteller wieder geschwächt, denn wegen ihres durchwegs schwachen Schauspiels nimmt man ihnen die Panik schlichtweg nicht ab. Etwas die Augen aufreissen reicht nun mal beim besten Willen nicht aus.

Als Film versucht Ringu 2 primär die Geschichte vom ersten Teil fortzusetzen und das Ringu-Universum in einigen Bereichen zu erweitern. Dabei begehen sie bis zu einem gewissen Punkt ähnliche Fehler wie schon Spiral und füllen die Handlung primär mit vielen pseudowissenschaftlichen Szenen, welche dem Mysterium von Sadoka auf die Spuren kommen wollen. Diese ziehen sich aber meistens sehr in die Länge. Auch wenn immer wieder etwas geschieht und durchaus interessante Aspekte vom mordenden Video beleuchtet werden, wird es mehr verworren, als wirklich bereichernd. Insgesamt hat Ringu 2 aber die vielen wissenschaftliche Sequenzen besser gelöst, als Spiral, denn diesmal wird Sadoka nicht demontiert, sondern es wird primär ihre unberechenbare Macht aufgezeigt, was den düsteren Ton des Filmes verstärkt. Gegen Ende, wenn das Ganze immer mehr Richtung The Omen tendiert, und Sadako noch mit Hilfe eines Experimentes gebannt werden soll, wird es aber definitiv zu gesucht.

Fazit: Von den beiden Sequels Spiral und Ringu 2, ist letzteres um einiges besser geraten, führt die Geschichte von Sadako schlüssig weiter und fügt sich auch nahtlos an Ringu an. Leider will diese Erweiterung des Ringu-Universums aber doch nicht wirklich begeistern, denn neben viel wissenschaftlichen Gelaber werden beinahe die Hälfte der Geschehnisse aus dem Vorgänger abermals durchgekaut und in einer äusserst verworrenen Handlung nochmals präsentiert. So hat Ringu 2 zwar eine düstere Stimmung und einige gelungene Schockmomente, doch letztendlich ist man primär mit déjà vues beschäftigt und muss sich selber zusammen reimen, was die restlichen Szenen sollen. Unter dem Strich gibt es zwar ein paar neue Erkenntnisse und auch einige gelungene Erweiterungen, doch ansonsten ist es mehr enttäuschend und verwirrend als wirklich überzeugend.

Die DVD präsentiert den Film in einer sehr duchschnittlichen Qualität und weder der Ton noch das Bild wirken berauschend. Als einziges Bonusfeature ist ein einziger Audiokommentar beigelegt.

3.1 Sterne 1.8 Sterne
3.1 Sterne (6 Bewertungen) | 0 Kommentare

2.52.5
28.09.2008 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 28.04.2005

  • Bildformat: Widescreen 1.78:1
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Deutsch (DD 2.0); Japanese (DD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Bilder; Interview mit Hideo Nakata