James Bond - The World Is Not Enough (1999)
James Bond - Die Welt ist nicht genug
James Bond - The World Is Not Enough (1999) James Bond - Die Welt ist nicht genug
Oder: Ist wohl ein verfrühter Millennium Bug...
Es hätte ein Routineauftrag werden sollen: Hole das Geld beim Bankier ab, bring es zurück ins Hauptquartier und übergeb' es Sir Robert King (David Calder) - eine Mission, die Top-Agent James Bond (Pierce Brosnan) noch vor dem Frühstück erledigt. Der Auftrag gerät aber bald ausser Kontrolle. Nachdem bereits in der Bank eine wilde Schiesserei ausgebrochen ist, kommt es kurz nach Bonds Rückkehr ins Hauptquartier zu einer riesigen Explosion. Bond kann nur noch ohnmächtig zusehen, wie Robert King vor seinen Augen mit dem Geld in Stücke gerissen wird. M (Judi Dench) ist entsetzt, denn Robert war ein alter Schulfreund von ihr und, das war bereits der zweite Auftrag in Verbindung mit den Kings, den sie vermasselt hat. Robert hatte M nämlich vor dem Besorgen des Geldes bereits um Hilfe gebeten, seine Tochter Electra King (Sophie Marceau) aus den Händen von Entführern zu befreien. Da nach dem Anschlag auf Robert der Verdacht besteht, dass der Entführer von Electra hinter dem Anschlag steckt, erhält Bond den Auftrag, Electra, die sich selber aus den Händen der Entführer befreit hat, bis auf weiteres zu beschützen.
Electra hat inzwischen das Ölgeschäft von ihrem Vater übernommen und führt den Bau der King-Pipeline fort, welche das Ziel hat, die Pipelines der Russen auszubooten. Bond folgt ihr nach Aserbaidschan und es wird deutlich, dass es sehr schwierig sein wird, die Sicherheit von Electra zu gewährleisten. Es dauert auch nicht lange, da startet, als Bond und Electra in den Bergen den Verlauf der Pipeline überprüfen, ein Exekutionskommando ihren Angriff auf sie und nur mit äusserster Mühe können sie entkommen. Für Bond ist allerdings klar, dass hier mehr dahintersteckt, als bloss Terroristen, die eine Ölpipeline verhindern wollen, und er beginnt mit den Nachforschungen. Schritt für Schritt folgt er Hinweis für Hinweis und deckt einen Plan auf, der katastrophale Folgen haben und das Leben von Millionen Menschen kosten könnte.
DVD-Rating
Die James Bond-Saga nähert sich dem neuen Jahrtausend. Der 19. Film der Saga und dritte Film mit Pierce Brosnan wurde wiederum mit einem riesigen Budget produziert und spielte mit $390 Millionen noch mehr Geld ein, als alle seine Vorgänger. Er lieferte nicht nur die mit vierzehn Minuten längste Pre-Title-Sequenz der ganzen Saga, er versuchte auch mit einigen Neuerungen etwas frischen Wind in die starren Strukturen der Filme zu bringen: Zum ersten Mal wurde M aktiv in einen Einsatz integriert, und mit Electra King erhielt Bond, als zweite Premiere in der Saga, einen weiblichen Hauptgegner. Doch damit sind die Innovationen auch schon erschöpft, denn der Rest bleibt ein Sklave der 007-Klischees. The World Is Not Enough war zudem der letzte Film von Desmond Llewelyn, der als Q Kultstatus erreicht hat und kurz nach Ende der Dreharbeiten an den Folgen eines Autounfalls starb. Er hatte in siebzehn Bondfilmen mitgewirkt und war trotz seinen insgesamt nur etwa dreissig Minuten Screentime immer ein fester Bestandteil der Filme.
The World Is Not Enough führt primär das fort, was seit GoldenEye eingesetzt hat: Je mehr Bond-Filme mit Brosnan gedreht werden, umso schlechter werden sie, und die Formel "mehr klotzen statt klecksen" geht einfach nicht mehr auf. Vieles mag auch an Regisseur Michael Apted selber liegen, denn der Mann drehte vor Bond primär Dokumentationsfilme, was wohl auch der Hauptgrund ist, weshalb durch den ganzen Film dieselbe träge Kameraführung und derselbe träge Schnitt dominiert. Darum erweckt die Mammutproduktion, die bereits in den ersten vierzehn Minuten mehr Explosionen und Zerstörung bietet, als in manchen anderen Actionfilmen zusammen, auch den Eindruck, als ob sich hier jemand im grossen Budget verrannt und im munteren Basteln vergessen hatte, einen guten Film abzuliefern. So wirkt vieles an The World Is Not Enough schlichtweg überproduziert, und obwohl einige der Szenen durchaus spektakulär sind, bleiben die Mängel offensichtlich.
Bei den Schauspieler entwickelt Robert Carlyle als Renard genau so wenig Präsenz wie Sophie Marceau als Elektra King. Je mehr Screentime sie haben, umso ersetzbarer wirken sie, denn in Sachen Dramatik bringen sie dem Film überhaupt nichts. Wirklich schlimm wird es aber bei der "Nuklear Wissenschaftlerin" Dr. Christmas Jones, alias Denise Richards, welche neben Teri Hatcher das wohl schlechteste Bondgirl der Saga ist. Sie wirkt nicht nur völlig unglaubwürdig als Wissenschaftlerin in Hotpants und Top, auch sonst wirkt sie nur wie ein goldenes Fusskettchen - schön aber sinnlos. Letztendlich gibt es zwar noch einige gelungenere Nebenfiguren, doch primär wird man durch eine schlechte sowie langweilige Story und durch schlechte Hauptdarsteller angeödet, und trotz pompöser Action und einigen witzigen Dialogen springt der Funke nicht über.
Fazit: The World Is Not Enough ist kaum mehr als eine überproduzierte Materialschlacht, welche dem geneigten Fan alles bieten will, was er erwartet, doch dabei vergisst, dass es etwas mehr braucht, als pompös inszenierte Actionsequenzen. Schlecht besetzte Bad-Guys und unglaubwürdige Bondgirls brechen dem Film mit der hauchdünnen Story das Genick und machen daraus 2.5 Stunden mässige Unterhaltung, welche durch die schlechte Kameraführung sowie den schwerfälligen Schnitt in den Actionsequenzen kaum unterstützt wird. Wenigstens kann man einen Pierce Brosnan sowie eine Jodie Dench in Hochform geniessen.
Die DVD bietet den Film in der Ulimate Edition mit erstklassiger Bild- und Tonqualität und kann somit absolut überzeugen. Das Bonusmaterial wird ein weiteres Mal der Bezeichnung "Ultimate Edition" gerecht und bietet eine Fülle aus Bildern, Dokumentationen und Audiokommentaren, dass es nur so eine Freude ist. Für den Filmfan wird alles geboten, was man irgendwie erfahren will und als Betthupferl werden sogar noch Musikvideos und Trailers geboten.
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3.6 Sterne (60 Bewertungen) | 5 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 08.08.2008
- Bildformat: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Deutsch (DTS 5.1); Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch; Deutsch für Hörgeschädigte; Englisch für Hörgeschädigte; Türkisch
- Extras: Audiokommentar von Michael Apted; Audiokommentar von Peter Lamont, David Arnold und Vic Armstrong; Nicht verwendete Szenen und alternative Winkel; Szene mit alternativen / erweiterten Winkeln: Bootsvervolgungsjagd auf der Themse; James Bond flussabwärts; Erschaffung eines Idols: Making of des Teaser;Trailer; Hong Kong Pressekonferenz; Interaktive Führung durch die Welt von Die Welt Ist Nicht Genug; Das Making of Die Welt Ist Nicht Genug; Bond Cocktail; Tribut an Desmond Llewelyn; "The World Is Not Enough" Musikvideo; Die Geheimnisse von 007; Kinoarchiv (1 Trailer)



